Wachstumssorgen um USA nehmen zu..
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Gemessen an den Einkaufsmanagerindizes ist die Weltwirtschaft durchwachsen ins neue Jahr gestartet. Während sich die Unternehmensstimmung in den Schwellenländern leicht verbessert hat, war in den Industrienationen das Gegenteil der Fall. Positiv überrascht haben Brasilien und Russland, wo die Lage nach wie vor angespannt ist, sich die Stimmung aber trotz niedrigerem Ölpreis etwas verbessert hat. Ob dies eine Trendwende darstellt, ist jedoch fraglich. Die jüngste Währungsabschwächung dürfte die Importe verteuern. In beiden Ländern ist die Inflation aber bereits hoch. Zusammen mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit ist die Perspektive für den Privatkonsum daher wenig erbaulich.
Der amerikanische PMI für das Verarbeitende Gewerbe blieb auch im Januar mit 48.2 unter der Marke von 50. In der Vergangenheit waren ähnliche Niveaus in einigen Fällen Vorboten einer Rezession. In verschiedenen Umfragen unter Ökonomen wird die Rezessionswahrscheinlichkeit derzeit bei rund 20% angegeben, klar höher als noch vor einem Jahr. Solange es keine Anzeichen dafür gibt, dass nach der Industrie auch andere Bereiche der Wirtschaft ins Straucheln geraten, ist eine Konjunkturabkühlung deutlich wahrscheinlicher als eine Rezession. Der Dienstleistungssektor expandiert weiterhin, zuletzt hat sich die Stimmung aber auch hier nochmals verschlechtert. Dies hat zum Wochenausklang den Dollar stark belastet. USD/CHF sank von 1.0250 auf knapp unter Parität. Die Arbeitsmarktdynamik hat sich derweil im Januar nach einigen starken Monaten voraussichtlich auf unter 200‘000 neu geschaffene Stellen abgekühlt. Nächste Woche werden die Detailhandelszahlen zeigen, ob dies den Konsum beeinträchtigt hat. So oder so: Die Tatsache, dass über eine mögliche Rezession diskutiert wird, reicht bereits aus, um die Börsen in Nervosität zu versetzen. Die Aktienmärkte finden angesichts der globalen Wachstumssorgen nach wie vor keinen Halt und diese Woche resultierte an den meisten Börsen erneut ein Minus.
Die Zinsen wiederum haben sich nochmals deutlich verringert. In den USA sind die zehnjährigen Treasury-Renditen seit Jahresbeginn von 2.3% auf 1.9% gefallen. Dahinter steht der Rückgang der Inflationserwartungen, der neben dem fallen
den Ölpreis auch auf die gestiegenen Wachstumssorgen zurückzuführen ist. Zudem preisen die Märkte für dieses Jahr nur noch eine Zinserhöhung durch die Fed ein. In Europa waren die Langfristzinsen zuletzt ebenfalls klar rückläufig. In Deutschland beispielsweise haben sie sich im letzten Monat auf 0.3% halbiert. Die niedrigen Inflationserwartungen und die Aussicht auf neue expansive Massnahmen der EZB im März drücken die Zinsen. Die Rendite der zehnjährigen Schweizer Bundesobligationen ist in diesem Umfeld in den letzten Wochen weiter in den negativen Bereich gerutscht und ist mit -0.3% wieder nahe am historischen Tiefststand.
Im Vergleich zu den USA sind die konjunkturellen Fragezeichen in Europa aktuell weniger zahlreich. Der Aufschwung ist noch nicht so reif wie auf der anderen Seite des Atlantiks. Und anders als die USA profitieren die europäischen Exporteure von einer schwachen Währung. Zudem hat die Ölindustrie einen weniger grossen Stellenwert. Der niedrige Ölpreis ist für die europäische Wirtschaft insgesamt klar positiv, was in den USA nicht der Fall ist. Die Schwäche in den Schwellenländern bremst zwar die Exportdynamik, weshalb die EZB die Risiken für den Wachstumsausblick betont. Die Binnenkonjunktur ist aber weiterhin auf Kurs, wie die jüngsten Unternehmensumfragen zeigten. Dieses Bild bestätigen auch die bisher verfügbaren BIP-Zahlen für Q4. Sowohl in Spanien wie auch in Frankreich blieb das BIP-Wachstum im Rahmen der Vorquartale. Nächste Woche wird für die Gesamteurozone ebenfalls eine gleichbleibende Dynamik erwartet.
Die chinesischen Einkaufsmanagerindizes waren uneinheitlich und lassen keinen Schluss darüber zu, wie die Wirtschaft ins neue Jahr gestartet ist. Die allermeisten harten Daten für Januar werden erst nach dem Neujahresfest ab Mitte Februar veröffentlicht. Zuvor folgen diesen Sonntag noch die Devisenreserven der Zentralbank, welche angesichts der Kapitalabflüsse derzeit stark im Marktfokus sind.
In der Schweiz wiederum fielen die Frühindikatoren ebenfalls gemischt aus. Während das KOF-Barometer zulegte, war der Einkaufsmanagerindex rückläufig. Dessen Auftragskomponente hat sich erneut verringert, was darauf hindeutet, dass der starke Franken unverändert eine grosse Herausforderung darstellt und keine schnelle Erholung der Industrie ansteht. Dies dürfte sich nächste Woche auch in einem leichten Anstieg der Anzahl der Arbeitslosen widerspiegeln.
Quele: BONDWorld.ch
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