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10-10 US-Arbeitsmarktzahlen schieben Zinserwartungen weiter nach hinten

Schwache europäische Industriedaten kein Signal für Ende der Erholung….


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die amerikanische Notenbank Fed hatte bei ihrer September- Sitzung aufgrund schwächerer Konjunkturdaten und der Unsicherheit über die Auswirkungen der Turbulenzen an den Finanzmärkten ihre Nullzinspolitik beibehalten. Ende letzter Woche enttäuschten auch die viel beachteten Arbeitsmarktzahlen den zweiten Monat in Folge. Obwohl sich die bereits weit fortgeschrittene konjunkturelle Erholung in den USA aus unserer Sicht unverändert auf einem ordentlichen Pfad befindet , haben sich damit die Erwartungen für eine erste Zinserhöhung der Fed weiter nach hinten verschoben. Am Finanzmarkt geht man mittlerweile mehrheitlich von einem Beginn der Zinsnormalisierung erst im März nächsten Jahres aus. Dies hat zusammen mit den anhaltend niedrigen Inflationserwartungen auch die europäischen Kapitalmarktzinsen gedämpft. Die Rendite 10-jähriger Eidgenossen ist wieder Richtung Rekordtief gerutscht. Die kommende Woche anstehenden US-Daten dürften wieder ein gemischtes Bild zeigen. Die Detailhandelsumsätze sollten moderat zulegen, während bei der Industrieproduktion ein Rückgang erwartet wird. Der starke USD sowie der niedrige Ölpreis belasten die Industriedynamik weiterhin. Die USKonsumentenpreiszahlen für September sollten darüber hinaus den schwachen Inflationsdruck bestätigen. Die Kerninflation befindet sich unverändert auf einem Seitwärtstrend.

Der weltweit geringe Inflationsdruck lässt andere Notenbanken die Geldpolitik sogar weiter lockern. Ende September wurden die Zinsen in Indien und Norwegen gesenkt. Die japanische Notenbank hat zwar ihr Wertpapierkaufprogramm diese Woche noch nicht ausgeweitet. Die stockende Erholung und der Rückfall der Inflationsrate in den negativen Bereich machen jedoch eine erneute Lockerung der Geldpolitik in den kommenden Monaten wahrscheinlich.

Die zuletzt sehr schwankungsanfälligen Aktienmärkte haben sich im Verlauf dieser Woche nach dem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht in den USA erholt. Offensichtlich hat die Aussicht auf einen späteren Beginn der Zinsnormalisierung in den USA die Anleger abermals optimistischer auf Aktien gestimmt. Auch die Lage an den chinesischen Börsen scheint sich, trotz unverändert schwacher chinesischer Konjunkturdaten, etwas zu verbessern. Nächste Woche stehen die chinesischen Handelsdaten für September an. Die nominalen Exporte und Importe sollten wieder einen starken Rückgang im Jahresvergleich aufweisen.

Neben einer Stabilisierung der Aktienkurse hat sich die Aufregung um die Abwertung des chinesischen Yuan nach der Änderung des Fixierungsmechanismus für den offiziellen Wechselkurs gelegt. Der Yuan hat gegenüber dem USD sogar wieder leicht zugelegt, gestützt durch Devisenmarktinterventionen der chinesischen Zentralbank. Die Währungsreserven sind wegen Yuan-Käufen im September weiter deutlich zurückgegangen. Das Ausmass der Interventionen hat sich jedoch gegenüber August spürbar verringert. Und das Niveau der chinesischen Währungsreserven bleibt mit über 3.5 Billionen USD sehr hoch.

Auch die europäische Industrie bleibt nicht von der schwächeren Schwellenländernachfrage verschont. Die deutschen Industrie- und Exportdaten für August fielen überraschend schwach aus. Der Rückgang, der sich kommende Woche auch bei der europäischen Industrieproduktion widerspiegeln sollte, wurde jedoch durch die Lage der Sommerferien überzeichnet. Darüber hinaus halten sich die europäischen Einkaufsmanagerindizes trotz einer leichten Korrektur auf soliden Niveaus. Dank dem Aufwärtstrend bei der Binnennachfrage deuten die bislang verfügbaren Zahlen für die Eurozone für das dritte Quartal auf ein ähnlich starkes Erholungstempo wie im ersten Halbjahr hin.

Die Erholung der Euroraumnachfrage bleibt ein entscheidender Unterstützungsfaktor für die Stabilisierung der Schweizer Konjunktur, die unverändert unter dem Wechselkursschock leidet. Dies haben diese Woche der deutliche Rückgang der Übernachtungen europäischer Gäste im August sowie auch der weitere moderate Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl im September bestätigt.

Quele: BONDWorld.ch


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