EZB steht wegen Abwärtsrisiken weiter bereit…
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Die US-Immobilienmarktdaten dieser Woche zeigten unver-ändert ein Anziehen der Wohnungsbautätigkeit. Andere Kon-junkturindikatoren haben hingegen zuletzt mehrheitlich ent-täuscht, darunter die Arbeitsmarktzahlen und die Detailhan-delsumsätze. Dies sollte sich in einer deutlichen Abschwä-chung der BIP-Wachstumsdynamik im dritten Quartal wider-spiegeln. Nach starken 3.9% im Vorquartal wird bei der ers-ten Veröffentlichung kommende Woche ein annualisierter Wert von unter 2% erwartet. Die US-Wirtschaft läuft nicht mehr so rund wie erhofft. Die bereits veröffentlichten Wachs-tumszahlen für China überraschten hingegen eher auf der positiven Seite. Die Jahreswachstumsrate schwächte sich zwar weiter ab. Der Rückgang von 7.0% auf 6.9% fiel jedoch moderat aus und dämpfte die Befürchtungen eines Wachs-tumseinbruchs.
So schnell werden sich die Wachstumssorgen um China je-doch nicht auflösen. Dies war zuletzt neben den wenig über-zeugenden inländischen Konjunkturdaten auch explizit ein Argument der amerikanischen Fed für die Entscheidung den Beginn der Zinsnormalisierung weiter nach hinten zu ver-schieben. Daran sollte sich auch bei der Fed-Sitzung nächsten Mittwoch nichts ändern. Die Markterwartungen für eine Zinserhöhung im Oktober tendieren praktisch gegen Null. Bei der letzten Fed-Sitzung im September ging laut den veröf-fentlichten Prognosen noch eine deutliche Mehrheit der Fed- Verantwortlichen von einem Start der Zinsnormalisierung in diesem Jahr aus. Die Markterwartungen zeigen derzeit jedoch auf März 2016 als den wahrscheinlichsten Termin. Nach dem Oktober-Entscheid der Fed werden keine neuen Prognosen veröffentlicht und es ist auch keine Pressekonferenz vorgese-hen. Entsprechend ist trotz wahrscheinlicher Anpassungen im Statement noch kein eindeutiger Hinweis auf mögliche Fed- Mehrheiten für oder gegen eine Zinserhöhung bei der letzten Sitzung dieses Jahres im Dezember zu erwarten. Aussagen mehrerer Fed-Direktoriumsmitglieder zeigten zudem zuletzt ein gespaltenes Bild, ohne klare Tendenz.
Das Zögern der Fed hat zusammen mit den fehlenden Wachs-tumsimpulsen aus den Schwellenländern auch die EZB wieder in Alarmbereitschaft versetzt. Sie ist im Bedarfsfall bereit, ihr Anleihenkaufprogramm auszuweiten. Man will im Dezember mit dem Vorliegen aktualisierter Prognosen die Angemessen-heit der laufenden Massnahmen überprüfen. Dabei stehen die Entwicklung in der Industrie sowie der Wechselkurs im Fokus – aufgrund der externen Abwärtsrisiken. Trübt sich die Unternehmensstimmung ein und/oder wertet der Euro deut-lich auf, wäre die Wahrscheinlichkeit weiterer Massnahmen hoch. Bislang geben die Konjunkturdaten allerdings noch keinen Anlass zur Sorge. Das Geschäftsklima zeigt sich wider-standsfähig. Der Bank Lending Survey der EZB für das dritte Quartal bestätigte eine weitere leichte Verbesserung der Kreditbedingungen für Unternehmen sowie eine steigende Nachfrage, allen voran beim Nachzügler Italien. EUR/USD hat die 1.15 nicht durchbrochen und zuletzt sogar wieder spür-bar nachgegeben. Und trotz der aufgrund des niedrigen Öl-preises leicht negativen Gesamtinflationsrate im September, hat sich die Kerninflation bei knapp 1.0% stabilisiert, mit leicht nach oben zeigenden Preiserwartungen vor allem bei Dienstleistungen.
Die nervöse Haltung der Fed und der EZB haben die Rendite für 10-jährige Eidgenossen diese Woche auf ein neues Re-kordtief von -0.33% fallen lassen. EUR/CHF verharrt jedoch relativ stabil nahe 1.09. Trotz der Spekulationen um weitere EZB-Massnahmen hat sich der Druck auf die SNB zu reagieren nicht erhöht. Auch die Unternehmensstimmung zeigte sich in der Schweiz zuletzt weiter stabil. An diesem Bild sollten nächste Woche auch die Oktoberzahlen für das KOF-Konjunkturbarometer nichts ändern. Die Schweizer Export-zahlen für September und das dritte Quartal insgesamt fielen jedoch sehr schwach aus. Der durch den Wechselkurschock verstärkte Gegenwind für die Schweizer Wirtschaft bleibt gross. Auch Japans Wirtschaft kommt derzeit nicht voran, trotz einer schwachen Währung. Die Konjunkturabkühlung der asiatischen Schwellenländer belastet speziell den japani-schen Aussenhandel. Zur Unterstützung könnte die japani-sche Notenbank vielleicht schon Ende kommender Woche ihr Wertpapierprogramm aufstocken.
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