US-Wachstum erholt sich im Q2…
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Griechenland und seine Gläubiger haben Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm aufgenommen, nachdem Ministerpräsident Tsipras auch die letzten Bedingungen hierfür erfüllt hat: die Rückzahlung der fälligen Schulden bei EZB und IWF und die Verabschiedung neuer Reformen im griechischen Parlament. Derzeit sind nur die Eckpunkte des bis zu 86 Milliarden Euro schweren Hilfspakets bekannt. Die konkrete Ausgestaltung dürfte innerhalb eines Monats feststehen. Unterdessen hat die Europäische Zentralbank die Notfallliquiditätsversorgung an Griechenland erneut leicht erhöht. Sollten die Gespräche zwischen Griechenland und seinen Gläubigern ins Stocken geraten, kann sie die das Kreditvolumen aber jederzeit wieder einfrieren.
In der Zwischenzeit rücken nun andere Faktoren stärker in den Fokus, wie die angelaufene Berichtssaison in der Eurozone und in den USA aber auch die europäischen Konjunkturdaten und die Zinsdiskussion in den USA. Konjunkturseitig präsentiert sich die Lage in der Eurozone nach wie vor solid. Der Beinahe-Grexit hat die gute Konsumentenstimmung mit der Ausnahme von Griechenland nicht beeinträchtigt. Und die Einkaufsmanagerindizes signalisieren nach wie vor eine robuste Wachstumsdynamik. Ein ähnliches Ergebnis wird nächste Woche auch vom Ifo- Geschäftsklima erwartet. Als erstes Euroland veröffentlicht Spanien zudem die BIP-Zahlen für Q2 bevor Mitte August die anderen folgen. Für Spanien wird mit 1% gegenüber Vorquartal erneut ein starkes BIP-Ergebnis erwartet.
Trotz der vorübergehenden Lösung im Schuldenpoker um Griechenland und der anhaltend robusten Frühindikatoren im Euroraum ist EUR/USD in den letzten zwei Wochen kaum vom Fleck gekommen. Das liegt vor allem an den Zinsdiskussionen in den USA. Die Zinserwartungen per Ende Jahr sind wieder angestiegen, nachdem sie sich zuvor wegen der Lage in Griechenland und am chinesischen Aktienmarkt zurückgebildet haben. Bei der anstehenden Lagebeurteilung der US-Notenbank sind jedoch keine wesentlichen Änderungen im Communiqué zu erwarten. Seit der letzten FOMC-Sitzung hat sich bei den Wirtschaftsdaten nicht viel verändert. Die konjunkturellen Impulse sind weiterhin moderat. Zudem dürfte sich die Fed über den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung weiter bedeckt halten. Im Marktfokus ist nächste Woche deshalb vor allem die erste Schätzung für das US-BIP im Q2. Nach dem Minus im ersten Quartal zeichnet sich diesmal ein BIP-Wachstum von annualisierten 2.5% ab. Das liegt vor allem am Aussenhandel, der zwar nur leicht zugelegt hat, aber nicht mehr zwei Prozentpunkte vom Wachstum abzieht, wie im Vorquartal. Wichtige Impulse sollten zudem vom Privatkonsum kommen, der in den letzten Monaten stärker in Schwung gekommen ist. Auf der anderen Seite halten die negative Effekte des starken Dollars und des niedrigen Ölpreises in abgeschwächter Form weiter an, was sich in einem geringen Wachstumsbeitrag der Ausrüstungsinvestitionen zeigen dürfte. Abwärtsrisiken lauern auch wieder bei der Lagerkomponente. Amerikanische Unternehmen haben in den letzten Quartalen ihre Lagerbestände ausserordentlich stark ausgebaut. Nun könnte es zu einer Gegenbewegung kommen, da der Konsum die hohen Erwartungen in den letzten Monaten nicht erfüllen konnte.
Der US-Dollar hat sich zuletzt auch gegenüber dem Schweizer Franken aufgewertet. USD/CHF ist aber nach wie vor klar von der Parität entfernt, dem Niveau von vor der Aufhebung des Mindestkurses. Die Nachfrage aus den USA für Schweizer Exporte hat im Q2 dennoch deutlich zugenommen. Das robuste Konjunkturwachstum im für die Schweiz zweitwichtigsten Exportmarkt hilft den Gegenwind durch den starken Franken abzufedern. Anders präsentiert sich die Lage bei den nominalen Ausfuhren in die Eurozone, die klar rückläufig waren. Alles in allem deuten die jüngsten Handelsdaten aber auf einen positiven Wachstumsbeitrag des Aussenhandels im zweiten Quartal hin. Das unterstützt unsere Prognose, dass die Schweizer Wirtschaft nach dem BIP-Minus im Q1 an Fahrt gewinnt und eine Rezession vermieden werden kann. Damit erwarten wir auch beim zuletzt schwachen KOF-Barometer nächste Woche eine Verbesserung.
Source: BONDWorld.ch
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