Schweizer BIP mit viel Schwung zum Jahresende….
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Franken gegenüber USD weiter schwächer
Die Schweizer Wirtschaft hat das abgelaufene Jahr robust abgeschlossen. Das BIP-Wachstum fiel im Q4 deutlich stärker als erwartet aus. Gegenüber Vorquartal betrug der Anstieg nochmals 0.6%, nach bereits 0.7% im Q3. Mit dem überdurchschnittlichen Wachstum im 2. Halbjahr konnte die Schweizer Wirtschaft 2014 im Jahresvergleich um insgesamt hohe 2.0% zulegen. Die jüngsten Zahlen zeigten, dass der Konsum ein verlässlicher Wachstums-pfeiler bleibt. Auch der Aussenhandel hat erneut zum Wachstum beigetragen. Damit zeigte sich die Schweizer Wirtschaft vor der Aufhebung der Wechselkursuntergren-ze mit viel Schwung. Dem sollte aber nun eine deutliche Abschwächungsphase im ersten Quartal 2015 folgen. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für Januar ist um über 5 Punkte auf unter 50 eingebrochen. Anfang dieser Woche zeigte der Februarwert aber nur noch eine begrenzte weitere Korrektur auf 47.3. Die Produktionserwartungen der Unternehmen sind auf ein ähnliches Niveau wie Ende 2012 gefallen. Damals hat sich die Anpassung der Indust-riedynamik insgesamt in Grenzen gehalten. Entsprechend sehen wir weiter gute Chancen, dass trotz der Aussichten auf eine Delle im ersten Halbjahr das BIP auch 2015 insge-samt noch ordentlich zulegen kann – insbesondere wenn EUR/CHF wie erwartet deutlich über Parität bleibt.
EUR/CHF hat sich zuletzt um die Marke von 1.07 stabili-siert. Die Erholung der Vorwochen hat sich nicht fortge-setzt. Auf der anderen Seite hat sich aber trotz der jüngs-ten weiteren Abschwächung des Euro gegenüber dem USD der Druck auf die Schweizer Währung nicht wieder erhöht. Der Franken hat gegenüber dem USD weiter ab-gewertet und notiert damit im Vorjahresvergleich spürbar schwächer.
Die Schwäche des Euro beruht auf der Abkoppelung der Geldpolitik der EZB von derjenigen der amerikanischen Fed. Währenddessen signalisieren die jüngsten Ergebnisse der Einkaufsmanagerbefragungen eine Beschleunigung der konjunkturellen Erholung im Euroraum. Dies hat sich auch in den neuen Prognosen der EZB widergespiegelt, die nach der geldpolitischen Sitzung am Donnerstag ver-öffentlicht worden sind. Die Notenbank erwartet mit Hilfe ihrer geldpolitischen Lockerung nun eine Beschleunigung des BIP-Wachstums auf 1.5% in diesem Jahr, nach bisher 1.0%. Damit soll auch die Inflation bis 2017 wieder Rich-tung der mittelfristigen Zielmarke der EZB steigen. Die EZB hat bei der Pressekonferenz weiterhin angekündigt am 9. März mit den Staatsanleihenkäufen zu beginnen, wobei Schuldtitel bis zu einer Negativrendite von maximal -0.2% gekauft werden können. Griechenland und Zypern bleiben vorerst wegen nicht abgeschlossener Überprüfungen ihrer Reformprogramme (“Review”) von den Käufen ausge-schlossen. Und die Refinanzierung der griechischen Ban-ken bleibt bis auf weiteres auf Notfallkredite durch die griechische Notenbank beschränkt.
In China haben die niedrigeren Rohstoffpreise, zusammen mit einer sich abschwächenden Konjunkturdynamik, die Inflation ebenfalls unter die 1%-Marke gedrückt. Darauf-hin hat die chinesische Zentralbank letztes Wochenende ihre Geldpolitik weiter etwas gelockert. Nachdem sie be-reits Anfang Februar ihr wichtigstes geldpolitisches In-strument, den Mindestreservesatz für Bankeinlagen, ge-senkt hat, wurden diesmal die Leitzinsen für die Kredit-vergabe als auch Spareinlagen leicht herabgesetzt. Weite-re dosierte Schritte dürften im Jahresverlauf folgen, um dabei zu helfen die Konjunkturverlangsamung abzufedern. Die für kommende Woche anstehenden Februarzahlen für die chinesische Wirtschaft sollten, wie bereits im Januar zu beobachten, aufgrund der üblichen Verzerrungen durch das Neujahrsfest hohe Schwankungen ausweisen. Die harten Monatszahlen sind deswegen erst im Frühling wieder besser interpretierbar.
Auch in den USA stehen im Vorfeld der nächsten Fed- Sitzung nächste Woche nach dem Arbeitsmarktbericht weitere wichtige Datenveröffentlichungen an. Die Detail-handelszahlen fielen zuletzt trotz solider Einkommensstei-gerungen überraschend verhalten aus. Für Februar wird wieder eine zunehmende Dynamik erwartet. Gleichzeitig sollte das Konsumentenvertrauen auf hohem Niveau kon-solidieren.
Source: BONDWorld.ch
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