LGT Navigator : Der amerikanische Arbeitsmarkt hat sich zum Jahresbeginn trotz der Ausbreitung des Omikron-Virus überraschend stark entwickelt.
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Die solide Entwicklung des Arbeitsmarkts dürfte die US-Notenbank in ihrem Vorhaben bestärken, die Leitzinsen im März erstmals seit 2018 anzuheben.
Die amerikanische Privatwirtschaft hat im Januar 467’000 neue Stellen geschaffen, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Analysten hatten gemäss Reuters lediglich mit einem Zuwachs von 150’000 gerechnet. Zudem sind im November und Dezember rund 700’000 mehr neue Jobs entstanden als bisher geschätzt. Die Anzahl der Arbeitsplätze nähert sich damit stetig dem Vorkrisenniveau. Dennoch fehlen im Vergleich zum Februar 2020 noch immer 2.9 Millionen Jobs. Die Arbeitslosenquote, die separat erhoben wird, ist dagegen unerwartet von 3.9% im Dezember auf 4% gestiegen. Die Entwicklung ist ein Indiz dafür, dass wieder mehr Menschen an den Arbeitsmarkt zurückkehren wollen. Während der Pandemie hatten zahlreiche Amerikaner die Suche nach einem Job aufgegeben. In diesem Fall werden sie auch nicht mehr als arbeitslos erfasst. Auch die Löhne sind stärker als erwartet gestiegen. So lag der durchschnittliche Stundenlohn +5.7% höher als im Vorjahresmonat. Dabei handelt es sich um das stärkste Wachstum seit Mitte 2020. Im Dezember betrug die Lohninflation +5.0%.
Die US-Notenbank hat bereits signalisiert, dass sie die Leitzinsen im März erstmals seit 2018 anheben will, um die hohe Teuerung zu bekämpfen. Die Tatsache, dass sich die Beschäftigungslage trotz der weiteren Pandemiewelle gut entwickelt, dürfte dieses Vorhaben stützen. Die steigende Lohninflation, die das Preiswachstum zusätzlich befeuern könnte, spricht ebenfalls für eine Straffung der Geldpolitik. Dass die Zinsen am 16. März erhöht werden, gilt an den Finanzmärkten als sicher. Die Frage ist nun, wie hoch der Zinsschritt ausfallen wird. Die Terminbörse CME misst einer Zinserhöhung von 25 Basispunkten eine Wahrscheinlichkeit von knapp 70% zu. Deutlich gestiegen ist die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt von 50 Basispunkten: Sie kletterte am Freitag nach Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts auf 30%, nachdem sie am Vortag noch bei rund 14% lag.
An der Wall Street standen am letzten Freitag einmal mehr die Technologiewerte im Vordergrund. Die Tech-Indizes legten um knapp eineinhalb Prozent zu. Sie konnten damit einen Teil ihrer Vortagesverluste wieder aufholen, unterstützt durch positiv aufgenommene Geschäftszahlen von Amazon. Der Dow Jones Industrial schloss hingegen fast unverändert zum Vortag und verbuchte auf Wochensicht einen Gewinn von einem Prozent. Der S&P 500 legte am Freitag um knapp ein halbes Prozent zu. Asiens Aktienmärkte eröffneten die neue Woche ohne klaren Trend. Chinesische Aktien legten am Montag nach dem chinesischen Neujahrsfest teilweise kräftig zu.
EZB: Experten revidieren Inflationserwartungen nach oben
Ökonomen haben ihre Inflationserwartungen für den Euroraum deutlich nach oben geschraubt. So erwarten die von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragten Experten, dass die Jahresteuerung 2022 auf +3.0% steigen wird, teilte die EZB mit. Die Umfrage wurde im ersten Quartal durchgeführt, im vierten Quartal lagen die Erwartung noch bei +1.9%. Für 2023 prognostizieren die Volkswirte einen Rückgang der Inflation auf +1.8%. Die Wachstumserwartungen für die europäische Wirtschaft fallen dagegen leicht niedriger aus und liegen bei +4.2% für 2022 (bisher +4.5%). 2023 soll die Wirtschaftsleistung um +2.7% steigen.
Ölpreis setzt Höhenflug fort
Die Rohölpreise haben ihren Aufwärtstrend am Freitag fortgesetzt und verharrten auf über USD 90 pro Fass. Die amerikanische Sorte WTI notierte am Donnerstag erstmals seit Oktober 2014 wieder über dieser Marke. Auslöser für den jüngsten Preisauftrieb ist ein heftiger Wintersturm in den USA, der über weite Teile des Landesinneren sowie den Nordosten der Vereinigten Staaten fegte. Extreme Schneefälle und hohe Windgeschwindigkeiten sorgten für Unterbrüche in der Energieversorgung. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine sowie des knappen Ölangebots prognostizieren Analysten für das laufende Jahr Preise von teilweise über USD 100 pro Fass.
Europäischer Detailhandel verdient weniger
Der europäische Einzelhandel hat im Dezember deutlich weniger verdient als erwartet. Der Umsatz ist gegenüber dem Vormonat um -3.0% gesunken, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Analysten hatten lediglich einen Rückgang um -0.9% prognostiziert. Im Jahresvergleich resultierte ein Umsatzplus von +2.0%, allerdings lagen die Zahlen auch hier unter den Erwartungen von +5.0%. Anders als in vorhergehenden Monaten verdienten im Dezember auch Onlinehändler weniger. Sie zählen bislang zu den Profiteuern der Pandemie.
Deutsche Industrie zieht mehr Aufträge an Land
Die deutsche Industrie hat Ende 2021 von einer robusten Inlandsnachfrage profitiert. Die Bestellungen sind im Dezember gegenüber dem Vormonat um +2.8% gestiegen, teilte das deutsche Statistische Bundesamt mit. Analysten hatten mit einem geringeren Zuwachs von +0.3% gerechnet. Damit ist der Auftragseingang den zweiten Monat in Folge gestiegen. Besonders die Nachfrage aus dem Inland hat sich erfreulich entwickelt und ist um +11.7% gestiegen. Dagegen sind die Bestellungen aus dem Ausland gesunken (-3.0%).
Wirtschaftskalender 7. Februar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 07:45 | CH | Arbeitslosenquote (Januar) | 2.4% |
| 08:00 | DE | Industrieproduktion (M/M, Dezember) | -0.2% |
| 10:30 | EZ | Sentix Konjunkturindex (Februar) | 14.9 |
Unternehmenskalender 7. Februar
| Land | Unternehmen | Periode |
| USA | Amgen | Q4 |
Quelle: BondWorld.ch
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