LGT Navigator : Die Börsenstimmung hat sich zur Wochenmitte wieder etwas verbessert und die Zinsängste scheinen fürs erste verdaut. Die Zinswende der grossen Zentralbanken, allen voran der Fed, dürfte aber das bestimmende Thema an den Kapitalmärkten bleiben.
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Die Staatsanleihenrenditen haben sich inzwischen auf erhöhtem Niveau eingependelt. Mit Spannung werden nun die heute Nachmittag zur Veröffentlichung stehenden Inflationsdaten aus den USA erwartet.
In New York drehte die Stimmung am Mittwoch und die Aktienindizes setzten ihre Erholung fort. Der Dow Jones Industrial legte zum Vortag um +0.86% auf 35’768.06 Punkte zu. Noch stärkere Gewinne verbuchten der breite S&P 500 (+1.46%) und die Tech-Indizes an der Nasdaq (+2.1%).
Neben der laufenden Unternehmensberichtssaison stehen heute insbesondere die Verbraucherpreisdaten aus den Vereinigten Staaten im Mittelpunkt. Im Dezember erreichte die US-Teuerungsrate +7% und Analysten gehen von einem weiteren Anstieg auf +7.3% aus. Auch in der Kernrate, also ohne Energiepreise, dürfte die Inflation weiter steigen von +5.5% im Dezember auf knapp +6%.
Bundesbankpräsident bestärkt Erwartungen an EZB-Zinswende
Der seit Jahresbeginn amtierende Bundesbankpräsident Joachim Nagel geht davon aus, dass sich der Inflationsdruck in Deutschland über das ganze Jahr hinweg ziehen wird und im Jahresdurchschnitt eine Teuerungsrate von deutlich über vier Prozent zu erwarten ist. Im Gesamtjahr 2021 belief sich die Inflationsrate auf +3.1%. Wenn sich das Bild bis März nicht ändern sollte, müsse die Europäische Zentralbank (EZB) schnell auf die hohe Inflation reagieren, forderte der Bundesbankchef. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigten, dass die ökonomischen Kosten deutlich höher sind, wenn die Geldpolitik zu spät reagiert. Nagels Äusserungen bestärken die Erwartung, dass die EZB der US-Notenbank folgen wird und noch im Laufe dieses Jahres die Zinswende einleitet.
Deutsche Exporte übertrafen 2021 das Vorkrisenniveau
Deutschland exportierte im vergangenen Jahr wieder mehr als vor der Corona-Krise. Die Ausfuhren stiegen im Vergleich zum Vorjahr um +14% auf EUR 1’375.5 Milliarden und lagen damit um +3.6% über dem Niveau des Jahres 2019. Am meisten exportierte Deutschland 2021 in die USA, China und Frankreich. Die Importe nahmen im letzten Jahr um +17.1% auf EUR 1’202.2 Milliarden zu und überschritten damit ebenfalls das Niveau des Jahres 2019. Die meisten Importe kamen aus China. Im Coronajahr 2020 brachen die deutschen Exporte noch um rund -9% ein und die Importe sanken um -7%.
Demokratien weltweit rückläufig
Einer aktuellen Studie von «The Economist» zufolge ist der Anteil autoritär regierter Staaten in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und die Demokratien sind weltweit auf dem Rückzug. Dem jährlich erstellten «Demokratieindex» zufolge lebten im letzten Jahr knapp 46% der Weltbevölkerung in einer Demokratie verglichen mit knapp 50% im Jahr 2020. In einer so genannt «vollständigen Demokratie» waren es 2021 lediglich 6.4% (2020: 6.8%). Weit mehr als ein Drittel der Menschen leben in einer Diktatur konkludiert die Studie. Die Bestnoten bei den Demokratien erhalten Norwegen und Neuseeland.
Wirtschaftskalender 10. Februar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 10:00 | GB | Bank of England Governor Bailey | |
| 11:00 | EU | Konjunkturprognosen | |
| 14:30 | USA | Verbraucherpreise (Januar, M/M) | +0.6% |
| 14:30 | USA | Verbraucherpreise (Januar, J/J) | +7.0% |
| 14:30 | USA | Kern-Verbraucherpreise (Januar, J/J) | +5.5% |
Unternehmenskalender 10. Februar
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Credit Suisse | Jahreszahlen |
| CH | Zurich Insurance | Jahreszahlen |
| DE | Siemens | Q1 |
| DE | ThyssenKrupp | Q1 |
| DE | Linde | Jahreszahlen |
| FR | Société Générale | Jahreszahlen |
| FR | Total | Jahreszahlen |
| FR | Pernod Ricard | H1 |
| LUX | ArcelorMittal | Jahreszahlen |
| DK | Vestas Wind Systems | Jahreszahlen |
| GB | Unilever | Jahreszahlen |
| GB | AstraZeneca | Jahreszahlen |
| USA | Q4 | |
| USA | Coca-Cola | Q4 |
| USA | PepsiCo | Q4 |
| USA | Kellogg | Q4 |
| USA | Philip Morris International | Q4 |
Quelle: BondWorld.ch
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