LGT Navigator : Die nochmalige Verschärfung der Ukraine-Krise durch die Anerkennung der beiden selbst ernannten «Volksrepubliken» in der Ostukraine durch den Kreml und die Entsendung russischer Truppen belastet die Börsenstimmung weiterhin schwer.
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Ein massiver Kurseinbruch fand zwar nicht statt, jedoch bleibt die geopolitische Lage höchst angespannt. Positiv zu vermerken ist eine spürbare Aufhellung des Geschäftsklimas in Deutschland, wie die neuste Ifo-Unternehmensumfrage zeigte.
An den US-Aktienmärkten kamen die Indizes nach dem feiertagsbedingten langen Wochenende am Dienstag unter Druck. Der Dow Jones Industrial schloss knapp -1.5% tiefer bei 33’596.61 Punkten und der marktbreite S&P 500 ging mit einem Tagesverlust von -1% bei 4’304.76 Zählern aus dem Handel. Die europäischen Aktienmärkte hat die Verschärfung der Ukraine-Krise am Dienstag zwar belastet, jedoch blieb der befürchtete massive Kurseinbruch aus. Nach anfänglich stärkeren Abgaben stabilisierten sich die Märkte im Laufe des Tages. Der Euro-Leitindex EuroStoxx 50 drehte am Mittag ins Plus und ging praktisch unverändert gegenüber dem Vortag bei 3’987.84 Punkten aus dem Rennen. In Asien setzte sich die negative Stimmung am Mittwoch nur teilweise fort. Während in Tokio die Indizes rund -1.5% einbüssten, legten chinesische Aktienwerte zu und auch in Hongkong notiert der Hang Seng-Index etwa +0.7% höher.
Der Westen antwortet mit weitreichenden Sanktionen
Die USA und Europa antworten auf den letzten Eskalationsschritt Russlands mit weitreichenden Sanktionen und die USA verlegen zusätzliche Soldaten und Ausrüstung nach Osteuropa. In Washington bezeichnete US-Präsident Joe Biden die jüngste Eskalation als Beginn einer Invasion und kündigte umgehend Sanktionen gegen Unterstützer Putins und deren Familien sowie russische Banken an. Zudem soll der Handel mit russischen Staatsanleihen unterbunden werden. Zusätzlich sollen bei einer weiteren Eskalation der Ausschluss Russlands aus dem internationalen Bezahlungssystem Swift oder Exportkontrollen erwogen werden. Die Europäische Union kündigte ihrerseits Sanktionen gegen Russland, die bereits heute in Kraft treten sollen. Die EU setzt dabei Abgeordnete des russischen Parlaments auf die Sanktionsliste sowie weitere Personen und Organisationen im Umfeld der russischen Regierung. Zudem soll der Zugang des russischen Staates zu den EU-Finanzmärkten beschnitten und der Handel der EU mit den von Moskau anerkannten Regionen beschränkt werden. Auch Grossbritannien und Kanada beschlossen Strafmassnahmen gegen Russland. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte seinerseits eine Teilmobilmachung von Reservisten an.
Diplomatische Spitzentreffen abgesagt
Die US-Regierung sagte ein für diesen Donnerstag in Genf geplantes Treffen zwischen US-Aussenminister Antony Blinken und seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow ab. Zudem schloss das Weisse Haus ein Zustandekommen des in Aussicht gestellten Spitzentreffens von US-Präsident Biden mit Russlands Präsidenten Putin vorerst aus.
Deutschland legt Nord Stream 2 auf Eis
Die Bundesregierung in Berlin hat vorerst das Genehmigungsverfahren für die Pipeline Nord Stream 2 gestoppt. Bundeskanzler Olaf Scholz habe das Wirtschaftsministerium angewiesen, den bestehenden Bericht zur Analyse der Versorgungssicherheit bei der Bundesnetzagentur zurückzuziehen. Damit wäre eine Zertifizierung der Pipeline nicht möglich und Nord Stream 2 könnte nicht in Betrieb gehen. Trotz der weiter verschärften Krise will Russland an seinen Gaslieferungen ins Ausland festhalten. «Russland beabsichtigt, die ununterbrochenen Lieferungen dieses Rohstoffs, einschließlich des Flüssiggases, an die Weltmärkte fortzusetzen», hiess es aus dem Kreml.
Deutsche Unternehmen laut Ifo-Umfrage deutlich zuversichtlicher
Die Stimmung deutscher Firmen hat sich im Februar spürbar verbessert. Dies signalisiert das viel beachtete Geschäftsklimabarometer des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo. Der Indikator kletterte von 96.0 Punkten zu Jahresbeginn auf 98.9 Zähler im Februar. Die deutsche Wirtschaft setze auf ein Ende der Coronakrise, jedoch bleibe die Ukraine-Krise ein Risikofaktor, kommentierte das Ifo.
Italiens Inflationsrate steigt weiter
In Italien sind die Lebenshaltungskosten im Januar so stark gestiegen wie seit Einführung des Euros im Jahr 1999 nicht mehr. Die Verbraucherpreise erhöhten sich auf Jahressicht um +5.1% verglichen mit einer Teuerungsrate von +4.2% im Dezember. Preistreiber bleiben vor allem die Energiekosten.
Wirtschaftskalender 23. Februar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | GfK Konsumklima (März) | -6.7 |
| 08:45 | FR | Konjunkturindex (Februar) | +112.0 |
| 09:00 | AUT | Verbraucherpreise (Januar, J/J) | +4.6% |
| 10:00 | CH | ZEW Konjunkturerwartungen (Februar) | +9.5 |
| 10:30 | GB | Bank of England Inflationsbericht | |
| 11:00 | EZ | Verbraucherpreise (Januar, M/M) | +0.4% |
| 11:00 | EZ | Verbraucherpreise (Januar, J/J) | +5.0% |
| 11:00 | EZ | Kern-Verbraucherpreise (Januar, J/J) | +2.3% |
Unternehmenskalender 23. Februar
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Münchener Rück | Jahreszahlen |
| DE | Henkel | Jahreszahlen |
| DE | Puma | Jahreszahlen |
| FR | Danone | Jahreszahlen |
| NL | Stellantis | Q4 |
| IT | Pirelli | Q4 |
| ESP | Iberdrola | Jahreszahlen |
| GB | Barclays | Jahreszahlen |
| GB | Rio Tinto | Jahreszahlen |
| GB | Aston Martin | Jahreszahlen |
| AUT | Wienerberger | Jahreszahlen |
| USA | Ebay | Q4 |
Quelle: BondWorld.ch
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