LGT Navigator : Russische Streitkräfte haben heute auf Befehl von Präsident Putin mehrere Städte in der Ukraine mit Raketen beschossen und Truppen an der ukrainischen Südküste gelandet.
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In der ukrainischen Hauptstadt Kiew waren Explosionen zu hören und der ukrainische Präsident Zelenskij erklärte den Kriegszustand. Die Aktienkurse in Asien brechen ein, während der Goldpreis nach Putins Rede in die Höhe schnellte. Brent-Öl überstieg erstmals seit 2014 wieder die Marke von USD 100 pro Barrel.
Russland hat eine gross angelegte Invasion in der Ukraine gestartet. Putin sagte am Staatsfernsehen: «Russland kann sich nicht sicher fühlen, sich nicht entwickeln und nicht existieren, wenn eine ständige Bedrohung vom Territorium der modernen Ukraine ausgeht». Medien berichten, in Kiew sei die militärische Kommandozentrale von Raketen getroffen worden und russische Truppen seien in den südlichen Hafenstädten Odessa und Mariupol gelandet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij verhängt das Kriegsrecht und erklärte, Russland habe Raketenangriffe auf die ukrainische Infrastruktur durchgeführt und in vielen Städten seien Explosionen zu hören.
US-Präsident Joe Biden sagte, Putin habe sich für einen vorsätzlichen Krieg entschieden und die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten werden geschlossen und entschlossen reagieren. Die Welt werde Russland zur Rechenschaft ziehen. Biden schloss einen Einsatz von US-Truppen in der Ukraine aus, kündigte aber an, dass er am Donnerstag weitere Sanktionen gegen Russland ankündigen werde, zusätzlich zu den in dieser Woche verhängten finanziellen Massnahmen.
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte den «rücksichtslosen und unprovozierten Angriff» Russlands auf die Ukraine aufs Schärfste und erklärte, die NATO-Verbündeten werden sich umgehend beraten.
Die EU-Spitze hatte bereits gestern für heute Abend einen Sondergipfel einberufen.
Aktienkurse brechen weltweit ein, Ölpreis, Gold und US-Dollar legen zu
An der Wall Street hatte bereits die Angst vor einem Militärschlag Russlands für grosse Nervosität gesorgt. Der Dow Jones Industrial schloss 1.4% tiefer bei 33’131.76 Punkten und fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit April 2021. Der S&P 500 ging -1.84% tiefer bei 4’225.50 Punkten aus dem Handel und an der Nasdaq verloren die Indizes rund -2.5%. An Asiens Börsen geben die Aktienkurse auf breiter Front nach. In Tokio notiert der Nikkei 225-Index aktuell ca. -1.8% im Minus und in Hong Kong verliert der Hang Seng mehr als -3%. Die Aktien-Futures deuten auf eine deutlich negative Eröffnung an Europas Börsen hin. Die EuroStoxx 50-Futures und die deutschen DAX-Futures fielen im frühen Handel um mehr als -3.5%. Der US-Dollar, der Goldpreis sowie die Ölpreise legten hingegen teilweise kräftig zu. Die Rohöl-Futures der Sorte Brent stiegen am Donnerstag um mehr als +3.5% und überstiegen erstmals seit September 2014 die Marke von USD 100 pro Barrel. West Texas Intermediate kletterte um +4.6% auf USD 96.22 pro Barrel und erreichte damit den höchsten Stand seit August 2014. Der Goldpreis legte um rund +1.7% zu und erreichte den höchsten Stand seit Anfang Januar 2021.
Putin pocht auf russischen Sicherheitsinteressen
Kreml-Chef Wladimir Putin warf dem Westen Ignoranz gegenüber russischen Sicherheitsinteressen vor und kündigte seinerseits eine «starke Antwort» auf die Sanktion an. Moskau sei weiterhin bereit «für einen direkten und offenen Dialog, für eine Suche nach diplomatischen Lösungen», aber die Interessen und die Sicherheit Russlands seien bedingungslos. Die Sicherung der Verteidigungsfähigkeit Russlands bleibe die wichtigste staatliche Aufgabe, betonte Putin. Russland fordert weiterhin ein Ende der Osterweiterung des westlichen Militärbündnisses NATO und einen Verzicht auf die Aufnahme des Nachbarlands Ukraine.
Der Kreml reagierte auch auf Aussagen von UN-Generalsekretär António Guterres, der die Eskalation im Ukraine-Konflikt verurteilt und die Einhaltung des Völkerrechts gefordert hatte. Russlands Aussenminister Sergej Lawrow warf dem UN-Generalsekretär vor, er habe sich dem Druck des Westens gebeugt und Erklärungen abgegeben, die seinem Status und seinen Vollmachten laut UN-Charta nicht entsprechen. Der UN-Generalsekretär müsse die Neutralität wahren und sei verpflichtet, einen direkten Dialog zwischen den Konflikt-Staaten zu fördern, meinte Lawrow.
Inflation im Euroraum erreicht zu Jahresbeginn erneutes Rekordhoch
Die Teuerungsrate der Verbraucherpreise ist in der Eurozone im Januar weiter auf +5.1% von +5.0% im Dezember gestiegen. Damit erreichte die Inflation den höchsten Stand seit der Euro-Einführung 1999. Getrieben wurde die Inflation weiterhin von den Energiepreisen, die auf Jahressicht um fast +30% gestiegen sind. Die Kernrate, also ohne Energie- und Lebensmittelpreise, ging hingegen im Januar auf +2.3% von +2.6% im Dezember zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte sich zuletzt immer stärker besorgt über die potenzielle Nachhaltigkeit des Inflationstrends geäussert und an den Finanzmärkten wird mittlerweile mit einer Zinswende noch vor Ende dieses Jahr gerechnet.
Neuseelands Zentralbank erhöht Zinsen zum dritten Mal in Folge
Die neuseeländische Notenbank setzt ihren geldpolitischen Straffungskurs fort und erhöhte ihren Leitzins zum dritten Mal in Folge um weitere 25 Basispunkte auf +1.0%. An den Kapitalmärkten wurde der neuerliche Zinsschritt erwartet. Zudem stellte die Reserve Bank of New Zealand weitere Zinserhöhungen und eine Reduktion der Notenbankbilanz in Aussicht.
Wirtschaftskalender 24. Februar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:45 | FR | Verbrauchervertrauen (Februar) | +99.0 |
| 14:15 | GB | Bank of England-Chef Bailey | |
| 14:30 | USA | BiP Q4 (Q/Q annualisiert, Revision) | +6.9% |
| 14:30 | USA | Fed Chicago nationaler Aktivitätsindex (Januar) | -0.15 |
| 14:30 | USA | Erstanträge Arbeitslosengeld (wöchentlich) | 248’000 |
| 16:00 | USA | Verkäufe Neubauten (Januar, M/M) | +11.9% |
Unternehmenskalender 24. Februar
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Adecco | Jahreszahlen |
| DE | Deutsche Telekom | Jahreszahlen |
| DE | Mercedes-Benz | Jahreszahlen |
| FR | AXA | Jahreszahlen |
| FR | Scor | Jahreszahlen |
| FR | Accor | Jahreszahlen |
| FR | Bouygues | Jahreszahlen |
| FR | Saint-Gobain | Jahreszahlen |
| BE | Anheuser-Busch InBev | Jahreszahlen |
| ESP | Telefonica | Jahreszahlen |
| GB | Lloyds Banking | Jahreszahlen |
| GB | Anglo American | Jahreszahlen |
| GB | Centrica | Jahreszahlen |
| GB | Rolls-Royce | Jahreszahlen |
| USA | Moderna | Q4 |
| USA | Dell | Q4 |
Quelle: BondWorld.ch
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