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LGT Navigator: Russlands Angriff sorgt an den Finanzmärkten für Schockwellen

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LGT Navigator : An den internationalen Aktienmärkten sind am Donnerstag nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine die Kurse eingebrochen. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 verlor zeitweise mehr als fünf Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit März 2021 zurück.

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In New York haben sich dann aber die Indizes stabilisiert. Für etwas Entlastung sorgte eine leichte Entspannung beim Ölpreis. Nachdem der Brent-Ölpreis mit knapp USD 106 je Barrel das höchste Niveau seit 2014 erreicht hatte, fiel der Preis auf rund USD 101 zurück. Währenddessen traten Unternehmensnachrichten und Konjunkturdaten angesichts des Krieges in der Ukraine in den Hintergrund.

An den Finanzmärkten ist die Nervosität greifbar und Aktienindizes gerieten gestern weltweit ins Trudeln, während als sichere Anlagen geltende Werte wie Gold deutliche Avancen verzeichneten. Die grosse Frage wird nun sein, ob die vom Westen angedrohten oder bereits etablierten Sanktionen den Kreml beeindrucken. Eine der stärksten «Waffen» bleibt der Ausschluss Russlands vom internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift. Der Westen zögert jedoch bisher, diese Sanktion einzusetzen.

Wieder etwas tiefere Ölpreise sorgten an der Wall Street nach den Turbulenzen der vergangenen Tage vorerst für Entlastung. Der Dow Jones Industrial war zunächst noch auf das tiefste Niveau seit März 2021 gefallen, erholte sich dann aber und ging bei 33’223.83 Punkten (+0.28%) aus dem Handel. Der breite S&P 500 legte noch kräftiger um +1.5% auf 4’288.70 Punkte zu. Am stärksten nachgefragt waren Technologietitel und so verbuchten die Indizes an der Technologiebörse Nasdaq Tagesgewinne von knapp +3.5%. Gleichzeitig kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen wieder auf 1.96%, nachdem die Rendite am Donnerstag bis auf 1.84% eingebrochen war.

In Asien folgten die Aktienindizes grösstenteils den positiven Vorgaben aus den USA. In Tokio gewinnt der Nikkei 225 knapp +2%. Angesichts der längerfristigen Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland und des hohen Unsicherheitsgrades bleibt jedoch fraglich, ob diese schnelle Erholung nachhaltig sein wird. So deuten die US-Aktien-Futures bereits heute Morgen im asiatischen Handel erneute Verluste an.

NATO schliesst militärische Unterstützung der Ukraine aus

Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte den russischen Einmarsch in die Ukraine als «brutalen kriegerischen Akt», machte aber deutlich, dass das Bündnis auch nach dem Einmarsch Russlands keine NATO-Truppen in die Ukraine senden werde. Die Verpflichtung zur kollektiven Verteidigung gelte nur für NATO-Länder und es könne keine absolute Sicherheitsgarantien für NATO-Verbündete geben. Die Staats- und Regierungschefs der NATO-Staaten werden am Freitag zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Unterdessen hat die NATO die Verteidigungspläne für Osteuropa aktiviert, womit das NATO-Oberkommando weitreichende Befugnisse erhält, um zum Beispiel weitere Truppen anzufordern oder zu verlegen. Alle Massnahmen sollten aber «präventiv, verhältnismässig und nicht eskalierend» sein.

Westen kontert mit umfassenden Sanktionen

Die 27 EU-Staaten haben sich anlässlich ihres Krisengipfels im Grundsatz auf neue Sanktionen gegen Russland verständigt. Die Europäische Union beschloss ein umfassendes Sanktionspaket gegen Russland, liess aber ihre stärkste Waffe, den Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem Swift, noch aussen vor. Die EU-Staats- und Regierungschefs riefen den Kreml zudem auf, die Militäraktionen unverzüglich einzustellen, alle Kräfte und militärische Ausrüstung bedingungslos vom gesamten Territorium der Ukraine zurückzuziehen sowie die territoriale Integrität, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine vollständig zu respektieren. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versucht unterdessen im direkten Gespräch auf den russischen Staatschef Wladimir Putin einzuwirken.

Die EU-Kommission versicherte, dass die Gasversorgung in der EU trotz der Eskalation gesichert sei. Mehrere Länder seien in der Lage, ihre Flüssiggaslieferungen in die EU zu erhöhen. Genannt wurden Norwegen, Aserbaidschan, Ägypten und Nigeria. Die EU deckt knapp ein Viertel ihres Energiebedarfs mit Gas, wovon rund 90% importiert werden. Etwa 40% der Importe stammen der Brüsseler Exekutive zufolge aus Russland.

Bei einer Dringlichkeitssitzung im UN-Sicherheitsrats wollen die USA noch heute Abend eine Resolution gegen Russland erwirken. Die Resolution soll die Souveränität und territoriale Integrität sowie die Unabhängigkeit und Einheit der Ukraine bekräftigen und von Russland den sofortigen Rückzug aller Truppen sowie die Achtung des Minsker Abkommen verlangen. Da Russland aber selbst als einer von nur fünf Staaten im Sicherheitsrat ein Vetorecht hat, ist dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt.

Russlands Zentralbank eilt Banken zu Hilfe

Die russische Notenbank sprach für die heimischen Geschäftsbanken, die von westlichen Sanktionen betroffen sind, eine Garantie für alle ihre Geschäfte in Rubel wie auch in ausländischen Währungen aus. Alle Bankgeschäfte mit den Kunden in Rubel würden wie gewohnt weiterlaufen und auch die Auszahlung von Guthaben in ausländischen Währungen werde garantiert.

US-Wirtschaft mit stärker als erwartetem Schlussquartal 2021

Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt expandierte im vierten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von +7.0%. Damit war das Wirtschaftswachstum leicht stärker als bisher mit +6.9% angenommen. Beigetragen haben vor allem ein starkes Wachstum der Exporte und höhere Konsumausgaben.

Wirtschaftskalender 25. Februar

MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEBIP Q4 (Q/Q, Revision)+1.7%
08:45FRBIP Q4 (Q/Q, Revision)+3.1%
08:45FRVerbraucherpreise (Januar, J/J)+3.3%
10:00ITUnternehmensstimmung (Februar)+113.9
10:00ITKonsumentenvertrauen (Februar)+114.2
11:00EZWirtschaftsstimmung (Februar)+112.7
11:00EZGeschäftsklima (Februar)+1.81
11:00EZKonsumentenstimmung (Februar)-8.8
12:15EZEZB-Präsidentin Lagarde  
14:30USAKonsumausgaben (Januar, M/M)-0.6%
14:30USAAuftragseingang langlebige Güter (Januar, M/M)-0.7%
16:00USAKonsumentenvertrauen (Februar)67.2
16:00USAAusstehende Hausverkäufe (Januar, M/M)-3.8%

Unternehmenskalender 25. Februar

LandUnternehmenPeriode
CHSwiss ReJahreszahlen
CHHolcimJahreszahlen
DEBASFJahreszahlen
FRValeoJahreszahlen
USAFoot LockerQ4

Quelle: BondWorld.ch


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