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LGT Navigator: Fed wagt ersten Zinsschritt in eine neue Ära

LGT Navigator : Die amerikanische Zentralbank strafft erstmals seit Dezember 2018 das Zinsniveau und reagiert damit auf den weltweit immer stärker werdenden und hartnäckigen Inflationsdruck und das Fed hat das Ende der aussergewöhnlichen Stimulierungsmassnahmen während der Coronakrise eingeläutet.

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Der Leitzins wurde dabei um 25 Basispunkte angehoben. Die Zinswende kommt aber durchaus zu einem heiklen Zeitpunkt, denn der Krieg in der Ukraine verschärft einerseits den Preisauftrieb und gefährdet andererseits den Ausblick für die Weltwirtschaft. Das Fed steht also vor einem Balanceakt und hat nun den ersten Schritt in einen neuen Zinszyklus gewagt.

US-Notenbankchef Jerome Powell leitete gestern Abend wie erwartet die Zinswende in den USA ein und machte die erste Zinsstraffung seit Beginn der Corona-Pandemie zur Tatsache. Mit der Anhebung des Leitzinses um einen viertel Prozentpunkt auf eine Bandbreite von 0.25-0.50% hatten die meisten Marktteilnehmer gerechnet. Zugleich stellte der Fed-Vorsitzende weitere Zinsschritte in Aussicht. Den aktuellen Projektionen zufolge wird das Fed bis Ende dieses Jahres den Leitzins bis auf zwei Prozent anheben, womit bei jeder der noch ausstehenden sechs Sitzungen mit einer Erhöhung um 25 Basispunkte gerechnet werden muss. Bis Ende 2023 peilt die Zentralbank derzeit gar ein Zinsniveau von 2.8% an.

Der schneller und stärker als antizipierte Anstieg der Inflation hätte durchaus auch eine kräftigere Anhebung der Zinsen gerechtfertigt – die Teuerungsrate in den USA erreichte mit knapp 8% das höchste Niveau seit 40 Jahren – jedoch sorgt der Krieg in der Ukraine für hohe Unsicherheit und potenziell negative Effekte auf die Weltwirtschaft, was auch das Fed in ihrer Entscheidung berücksichtig hat.

Da nicht nur mit deutlich höheren Leitzinsen zu rechnen ist, sondern auch mit einem raschen Abbau der Notenbankbilanz von derzeit USD 9 Billionen werden die Finanzmärkte und insbesondere die Börsen mit weniger Liquidität zu recht kommen müssen. An der Wall Street reagierten die Anleger auf den im Vorfeld transparent kommunizierten Zinsentscheid des Fed gut. Der Dow Jones Industrial ging mit einem soliden Tagesgewinn von +1.55% bei 34’063.10 Punkten auf dem Tageshoch aus dem Handel. Der S&P 500 legte sogar um +2.24% auf 4’357.86 Zähler zu und an der Technologiebörse Nasdaq verbuchten die Indizes Tagesgewinne von rund +3.5%. Für Optimismus sorgen auch Hoffnungen auf eine gewisse Annäherung zwischen Russland und der Ukraine in den fortlaufenden Gesprächen. Am Anleihenmarkt stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatspapiere zwischenzeitlich auf etwa 2.24% und notiert nun bei 2.14%.

Auch an Asiens Aktienmärkten wurde der erste Zinsschritt der amerikanischen Notenbank gut aufgenommen. In Tokio gewinnt der 225 Titel umfassende Nikkei-Index rund +3.5% und in Hongkong steigt der Hang Seng-Index sogar um rund +6.5%.

Bank of England vor erneuter Zinsstraffung

Heute um 13:00 Uhr (MEZ) wird auch Grossbritanniens Zentralbank ihr weiteres Vorgehen kommunizieren. Die britische Zentralbank hatte im Dezember und Februar als erste G7-Zentralbank ihren Leitzins bereits zweimal angehoben, um damit den starken Anstieg der Inflation zu kontern. Heute könnte nun bereits eine dritte Zinserhöhung um einen viertel Prozentpunkt auf +0.75% folgen, denn die Bank of England geht selbst davon aus, dass die Inflationsrate über +7% steigen könnte. Aktuell beträgt die Jahresteuerungsrate rund +5.5%.

Insgesamt solider Jahresstart der US-Retail-Branche

In den Vereinigten Staaten sind die Umsätze der Einzelhändler im Februar zwar nur moderat um +0.3% gestiegen (Konsens +0.4%), jedoch waren die Verkäufe im Januar mit +4.9% nochmals deutlich stärker als in einer ersten Schätzung mit +3.8% angenommen.

Ukraine-Krieg: Seriöse Annäherungsversuche oder nur Spiel auf Zeit?

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow nährte (nicht zum ersten Mal) die Hoffnung auf einen Kompromiss bei den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Dabei soll es darum gehen, dass sich die Ukraine als neutral erklären könnte, in Verbindung mit Sicherheitsgarantien. Von Seiten der ukrainischen Regierung wird dieser Option verständlicherweise misstrauisch begegnet. Regierungsvertreter Mychajlo Podoljak sprach einerseits von sehr schwierigen und zähen Verhandlungen mit fundamentalen Gegensätzen, andererseits gebe es aber auch einen gewissen Raum für Kompromisse. Die «Financial Times» hatte berichtet, dass die beiden Kriegsparteien an einem 15-Punkte-Plan arbeiten, der die von Russland geforderte Neutralität und Entmilitarisierung der Ukraine sowie den von der Ukraine verlangten Abzug russischer Truppen beinhalte. Die ukrainische Seite bestätigte zwar, dass es einen solchen Entwurf gebe, dämpfte aber zugleich die Erwartungen. Der Plan gebe nur die russischen Forderungen wieder und «nicht mehr». Hinsichtlich eines möglichen Treffens der beiden Staatspräsidenten Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj äusserte sich der russische Aussenminister Lawrow negativ. Dies sei nur möglich, wenn es um konkrete Vereinbarungen zwischen Russland und der Ukraine gehe.

Wirtschaftskalender 17. März

MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:00AUTVerbraucherpreise (Februar, J/J)+5.5%
10:30EZEZB-Präsidentin Lagarde spricht 
11:00EZVerbraucherpreise (Februar, J/J)+5.8%
11:00EZKern-Verbraucherpreise (Februar, J/J)+2.7%
13:00GBBank of England Zinsentscheid+0.5%
13:30USABaubeginne (Februar, M/M)-4.1%
13:30USABaugenehmigungen (Februar, M/M)+0.5%
13:30USAErstanträge Arbeitslosengeld (wöchentlich)227’000
13:30USAPhilly Fed Industrieindikator (März)+28.1
14:15USAIndustrieproduktion (Februar, M/M)+1.4%

Unternehmenskalender 17. März

LandUnternehmenPeriode
CHSwatchJahrespressekonferenz
ITEnelJahreszahlen
ITPirelliJahreszahlen
USAFedExQ3

Quelle: BondWorld.ch


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