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LGT Navigator: Geld- und Geopolitik geben weiter den Takt an

LGT Navigator : Die Zinswende und der Krieg in der Ukraine bleiben die bestimmenden Themen an den Kapitalmärkten. So stehen auch in der neuen Handelswoche weiterhin das Kriegsgeschehen und die Zentralbanken im Mittelpunkt.

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Am Donnerstag werden sich die Staats- und Regierungschefs in Brüssel zu Beratung zur Ukraine-Krise treffen. Am selben Tag werden auch die geldpolitischen Entscheide der Schweizerischen Nationalbank und der Zentralbank Norwegens erwartet.

Die Wall Street schloss die – durch die Zinswende der US-Notenbank geprägte – letzte Woche nochmals mit kräftigen Gewinnen ab. Der Dow Jones Industrial ging mit einem Tagesgewinn von +0.8% bei 34’754.93 Punkten aus dem Handel und legte damit auf Wochensicht ein Plus von knapp fünfeinhalb Prozent hin. Der breite S&P 500 schloss am Freitag +1.17% höher bei 4’463.12 Zählern. Noch stärker waren die Gewinne an der Nasdaq, wo die Indizes vor dem Wochenende um gut zwei Prozent zulegen konnten. Bestimmt wurde das Geschehen am Freitag auch durch den grossen Optionsverfallstag, der vielfach für grössere Kursschwankungen sorgt. Die Technologiewerte zeigen sich im Augenblick aber erstaunlich resistent hinsichtlich der restriktiveren Gangart der US-Notenbank. Diese wurde Ende letzter Woche von einigen Fed-Spitzenvertretern nochmals unterstrichen. So sprach sich beispielsweise James Bullard, Präsident der regionalen Notenbank von St. Louis, dafür aus, die Zinsen im Laufe dieses Jahres auf mehr als drei Prozent anzuheben. Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen notiert mit 2.15% leicht unter dem in der letzten Woche erreichten Höchststand seit Mitte 2019.

An Asiens Börsen zeigte sich zum Wochenstart ein gemischtes Bild ohne einheitlichen Trend, wobei der Aktienmarkt in Tokio feiertagsbedingt geschlossen blieb. Im Zentrum des Geschehens bleibt die geopolitische Krise in der Ukraine und die Konfrontation mit Russland. Am Freitag telefonierten US-Präsident Joe Biden und Chinas Präsident Xi Jinping zu diesem Thema, ohne konkrete Ergebnisse. «Als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und die zwei grössten Volkswirtschaften der Welt sollten beide Staaten internationale Verantwortung übernehmen und Anstrengungen für Frieden und Ruhe in der Welt unternehmen», hiess es aus Peking. Wichtig scheint aber, dass zumindest die Kommunikationskanäle offen bleiben.

Russlands Zentralbank scheint derzeit machtlos

Nachdem die russische Notenbank den Leitzins nach Beginn der Invasion Russlands in der Ukraine um rund zehn Prozent auf aktuell 20% angehoben hatte, beliess die Zentralbank ihren Schlüsselzins vorerst unverändert. Russlands Wirtschaft sei in einer «strukturellen Transformationsphase», kommentierte Notenbankchefin Elwira Nabiullina. Angesichts der massiven Sanktionen des Westens und der eingefrorenen Zentralbankreserven über rund USD 600 Mrd. scheint die Notenbank derzeit dem Einbruch des Rubels und der absehbar steigenden Inflation sowie dem rückläufigen Wirtschaftswachstum nicht viel entgegen setzen zu können.

Russlands Kreditwürdigkeit von S&P weiter herabgestuft

Die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Bonitätsnote Russlands um eine weitere Note auf «CC» herabgestuft. Damit ist die Bewertung nur noch zwei Stufen über einem Zahlungsausfall. Die Frage ist, ob der russische Staat trotz der Sanktionen fällige Zinszahlungen aus Staatsanleihen bedienen kann. S&P sieht jedenfalls die Zahlungsfähigkeit Russlands gefährdet. Die Rating-Agentur wies auch darauf hin, dass ein Zahlungsausfall entstehen könnte, wenn Investoren keinen Zugriff auf ihr Geld haben oder Zahlungen in einer Währung erfolgten, die nicht in den Anleihebedingungen aufgeführt seien und einer alternativen Zahlung nicht zustimmten.

Wann startet auch die EZB ihr Wendemanöver?

Nachdem die US-Notenbank die Zinswende vollzogen hat und auch andere Zentralbanken bereits einen restriktiveren geldpolitischen Kurs fahren, wächst der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB). Notenbankpräsidentin Christine Lagarde betonte letzte Woche, dass die EZB wegen der Krise in der Ukraine einen deutlich flexibleren Kurs verfolgen müsse. Im aktuellen Umfeld müsse die EZB-Geldpolitik gemäss Lagarde die drei Prinzipien Optionalität, Gradualismus und Flexibilität verfolgen. Dabei steckt die EZB in einem Dilemma; einerseits sorgt der Krieg und der Konflikt mit Russland für hohe Unsicherheit und vor allem auch steigende Energiepreise, was wiederum die ohnehin hohe Inflation anheizt und andererseits könnte der Krieg und der Inflationsdruck zunehmend die Erholung der Wirtschaft von der Pandemie gefährden. Innerhalb des EZB-Rates werden unterdessen die «Falken» lauter und so meinte beispielsweise EZB-Ratsmitglied Klaas Knot, dass die EZB bereits im laufenden Jahr eine oder evtl. sogar zwei Zinserhöhungen beschliessen könnte.

Wirtschaftskalender 21. März

MEZLandIndikatorLetzte Periode
00:00JPFeiertag 
08:00DEErzeugerpreise (Februar, J/J)+25.0%
13:30USAFed Chicago Nationaler Aktivitätsindex (Februar)+0.69

Unternehmenskalender 21. März

LandUnternehmenPeriode
USANikeQ3

Quelle: BondWorld.ch


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