LGT Navigator : Die Stimmung an der Wall Street bleibt zum Wochenauftakt gut. Tesla-CEO Elon Musk sorgt mit seiner Beteiligung an Twitter für Gesprächsstoff.
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Derweil steigt der Druck auf die europäischen Länder, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen, nachdem am Wochenende Gräueltaten gegen Zivilisten in der ukrainischen Stadt Butscha bekannt wurden. Der Ölpreis steigt.
Die amerikanischen Börsen setzen ihren Aufwärtstrend in der neuen Woche fort. Der S&P 500 hat am Montag +0.8% gewonnen und der Dow Jones Industrial avancierte +0.3%. Der Nasdaq Composite legte gar +1.9% zu.
Im Fokus standen die Aktien von Twitter. Der umstrittene Tech-Milliardär Elon Musk hat sich einen Anteil von 9.2% am Kurznachrichtendienst gesichert und wird damit zum grössten Aktionär des Unternehmens. Der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla gehört selbst zu den prominentesten Nutzern von Twitter. Damit hat er sich in der Vergangenheit unter anderem Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC eingehandelt, als er per Tweet geschäftsrelevante Informationen teilte. Welche Absichten Musk mit dem Einstieg bei Twitter verfolgt ist bislang offen. Vorläufig strebt er keine aktive Rolle im Unternehmen an. Die Aktien schossen am Montag +27% nach oben.
Auch die asiatischen Börsen knüpfen am Dienstag an die Gewinne des Vortages an. In Tokio gewinnt der Nikkei +0.2%. Die chinesischen Börsen sind feiertagsbedingt geschlossen.
Ringen um Energie-Embargo
In Europa bereitet die Spitzenpolitik das nächste Sanktionspaket gegen Russland vor, nachdem in den vergangenen Tagen Bilder und Berichte aus der ukrainischen Stadt Butscha veröffentlicht wurden, die von Hunderten zivilen Todesopfern zeugen. Für die Verbrechen sollen russische Truppen verantwortlich sein. EU-Ratspräsident Charles Michel sprach von einem Massaker an der Bevölkerung des Vororts von Kiew und kündigte weitere Strafmassnahmen gegen Russland an. EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis erklärte am Montag, die EU-Kommission prüfe derzeit Szenarien für einen Stopp von russischen Energieimporten. «Es ist klar, dass wir als Europäische Union mehr machen müssen, um diesen Krieg und diese Gräueltaten zu stoppen», sagte er. Unter den Mitgliedsländern herrscht allerdings nach wie vor Uneinigkeit über eine schnelle Einstellung der Öl- und Gaslieferungen aus Russland. So erklärte der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck, Deutschland treibe die Unabhängigkeit von russischer Energie voran, doch ein sofortiges Embargo sei ausgeschlossen. Die Sorge vor einer weiteren Verknappung des Energieangebots liess den Ölpreis steigen: Die Nordseesorte Brent verteuerte sich am Montag um rund +3.7% auf über USD 108 pro Fass.
Verschnaufpause für die deutsche Exportbranche
Die deutsche Wirtschaft hat im Februar trotz Lieferengpässen wieder deutlich mehr exportiert als im Vorjahr. Die Ausfuhren sind im Vorjahresvergleich um +14.3% gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Die Importe legten in der gleichen Zeitperiode um +24.6% zu. Auch gegenüber Januar hat die Export- und Importaktivität an Schwung gewonnen. Allerdings spiegeln die Zahlen die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sowie der verhängten Sanktionen gegen Russland noch nicht vollständig. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar hat der Handel mit Russland gegenüber Januar aber bereits abgenommen (Exporte: -6.3%, Importe: -7.3%). Die deutsche Exportbranche hat sich im vergangenen Jahr vom Rückschlag während der Coronakrise erholt. Nun drohen weitere Lieferengpässe, die Sanktionen sowie die Inflationsentwicklung die Erholung abzuwürgen.
Trübe Stimmung in der europäischen Wirtschaft
Der Krieg in der Ukraine belastet die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone. So ist der Sentix-Konjunkturindex im April auf -18 Punkte gesunken und notiert damit um 11 Punkte schwächer als im Vormonat. Dabei handelt es sich um den niedrigsten Wert seit Juli 2020. Analysten hatten lediglich einen Rückgang auf -9.5 Zähler erwartet. Gemäss Sentix bewerten die befragten Finanzexperten sowohl die aktuelle Wirtschaftslage als auch die Aussichten negativ. Das Beratungsunternehmen rechnet inzwischen mit einer Rezession in der Eurozone sowie in Deutschland.
Wirtschaftskalender 5. April
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 02:30 | JP | Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (März) | 48.7 |
| 10:00 | EZ | Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (März) | 55.5 |
| 10:30 | USA | Handelsbilanz (Februar) | -89.7 Mrd. USD |
| 16:00 | USA | ISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (März) | 56.5 |
Unternehmenskalender 8. April
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Ems Chemie | Q1 2022 |
Quelle: BondWorld.ch
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