LGT Navigator

LGT Navigator: Macron und Le Pen treten zur Stichwahl an

LGT Navigator : In den französischen Präsidentschaftswahlen kommt es am 24. April zum Duell zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen. Diese Woche steht an den Finanzmärkten der geldpolitische Entscheid der EZB im Fokus. Die Marktteilnehmer erwarten am Donnerstag Hinweise auf eine mögliche erste Zinserhöhung.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Die asiatischen Börsen starten die neue Handelswoche mit deutlichen Verlusten. In Hongkong verliert der Hang Seng Index mehr als -2.5%. Der Shanghai Composite büsst -1.9% ein und der Nikkei gibt in Tokio -0.9% nach. Für Verunsicherung sorgte der unerwartet starke Anstieg der chinesischen Produzentenpreise im März. So ist der Produzentenpreisindex im Jahresvergleich um +8.3% gestiegen. Analysten hatten einen Zuwachs von +7.9% erwartet. Auch die Konsumentenpreise sind mit +1.5% etwas stärker als prognostiziert geklettert.

Auch in den USA deuten die Futures auf eine schwache Eröffnung hin. Das, nachdem die wichtigsten Indizes die erste Handelswoche im April mit teilweise heftigen Wochenverlusten beendet haben (S&P 500 -1.3%, Dow Jones -0.3%, Nasdaq Composite -3.9%).

Duell zwischen Macron und Le Pen

In Frankreich treten die Präsidentschaftswahlen in die heisse Phase. Am Sonntag haben die Franzosen in einer ersten Runde gewählt, und wie erwartet haben der amtierende Präsident Emmanuel Macron und seine Widersacherin Marine Le Pen die meisten Stimmen erhalten. Macron sicherte sich mit rund 28% der Voten einen unerwartet deutlichen Vorsprung vor Le Pen (rund 23%). Damit kommt es am 24. April zur Stichwahl zwischen Macron und Le Pen, wie bereits bei den Wahlen 2017. Damals unterlag die heutige Vorsitzende des rechtsextremen Rassemblement National (ehemals Front National) mit 33.9% der Stimmen. Diesmal drohen die Wahlen in der zweitgrössten europäischen Volkswirtschaft zur Zitterpartie zu werden, denn Le Pen hat in Umfragen in den vergangenen Wochen stetig aufgeholt. Bis zum Ausbruch des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine hat die Euroskeptikerin im Wahlkampf noch mit ihren Verbindungen zu Kremlchef Wladimir Putin geworben. Gewinnt sie die Wahlen, könnte Frankreich als wichtiger Partner in der bislang geschlossenen europäischen Front gegen Russland wegfallen. Zur Debatte steht dann aber auch Frankreichs Zusammenarbeit mit der Nato, wie Le Pen angekündigt hat.

EZB stellt Weichen

Diese Woche blicken die Finanzmärkte nach Frankfurt, wo die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag den weiteren geldpolitischen Kurs festlegen wird. Wie die US-Notenbank fasst auch die EZB eine Normalisierung der Geldpolitik ins Auge. Das geht aus dem Sitzungsprotoll der EZB hervor, das vergangene Woche publiziert wurde. Demnach haben verschiedene Währungshüter beim letzten Treffen einen ersten Zinsschritt bereits im Sommer gefordert, um die hohe Teuerung einzudämmen. Andere Mitglieder des EZB-Rats wollten dagegen abwarten, wie sich der Krieg in der Ukraine auswirkt, um die Gefahr einer Rezession zu reduzieren. Das EZB-Gremium einigte sich schliesslich auf einen Kompromiss, der das Ende des Wertschriftenkaufprogramms bis im Herbst vorsieht. Damit verspricht die geldpolitische Debatte hitzig zu werden. Denn seit der letzten Sitzung ist die jährliche Inflationsrate noch einmal gestiegen und erreichte im März einen Rekordwert von +7.5%. Langfristig strebt die EZB eine Jahresteuerung von 2% an, um die Preisstabilität sicherzustellen.

Inflationserwartungen in Deutschland steigen

Die deutschen Privathaushalte stellen sich auf weiterhin steigende Preise ein. So sind die Inflationserwartungen für die kommenden zwölf Monate im März auf +5.8% gestiegen, teilte die Bundesbank am Freitag mit. Dabei handelt es sich um den höchsten Wert seit Beginn der Datenerhebung 2019. Im Februar hatten die Haushalte noch mit einem Preisanstieg von +4.7% gerechnet. Die fünfjährigen Inflationserwartungen stiegen auf +4.8%, nach 4.5% im Vormonat. Die Verankerung der Inflationserwartungen zählt zu den wichtigsten Aufgaben einer glaubwürdigen Geldpolitik. Verlieren die Marktteilnehmer das Vertrauen in stabile Preise, droht eine Inflationsspirale, indem beispielsweise höhere Lohnforderungen zu Preiserhöhungen bei Unternehmen führen.

Ifo hält Folgen des Kohle-Embargos für überschaubar

Das Ifo-Institut hat sich zum Kohle-Embargo gegen Russland zu Wort gemeldet. Die Massnahme sei kurzfristig unangenehm, aber verkraftbar, teilte das Institut mit Sitz in München mit. «Die Auswirkungen dürften im Vergleich zu einem Importstopp für russisches Erdgas wesentlich geringer ausfallen», hiess es. Deutschland hat 2021 mehr als die Hälfte der Steinkohle aus Russland importiert. Dieser Bedarf könne aber auch durch Braunkohle ersetzt werden, die von anderen Ländern importiert werden könne, teilte das Forschungsinstitut mit. Eine langfristige Verknappung des Kohleangebots erwartet das Ifo nicht.

Wirtschaftskalender 11. April

MEZLandIndikatorLetzte Periode
03:30ChinaVerbraucherpreisindex (März, J/J)+0.9%
08:00UKBruttoinlandprodukt (J/J)+6.6%
08:00UKIndustrieproduktion (Februar, M/M)+0.7%

Unternehmenskalender 11 April

LandUnternehmenPeriode
CHBurkhalter HoldingQ4 2021

Quelle: BondWorld.ch


Newsletter
Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
ETFWorld

Newsletter investmentworld.ch

Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.