LGT Navigator : In den USA steigen die Preise so schnell wie zuletzt 1981. Auch in Deutschland hat sich das Preiswachstum im März noch einmal beschleunigt. An den Börsen rückt nun die Gewinnsaison in den Blickpunkt: Die amerikanische Grossbank JPMorgan Chase legt heute ihre Zahlen für das erste Quartal vor.
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In den USA ist die Inflation auf den höchsten Stand seit mehr als vierzig Jahren gestiegen. Nach der Publikation der Daten am Dienstag ging es zunächst aufwärts an den amerikanischen Börsen. Für Erleichterung sorgte die Tatsache, dass die Kerninflation leicht unter den Markterwartungen blieb. Zudem hoffen Marktteilnehmer, dass die Teuerung nun einen Höchstwert erreicht hat. Im Tagesverlauf bröckelten die Gewinne allerdings wieder ab. Der S&P 500, der Dow Jones und der Nasdaq Composite schlossen schliesslich jeweils -0.3% schwächer. Anleger warten nun auf den Start der Gewinnsaison, die heute mit den Quartalszahlen von JPMorgan Chase beginnt.
Die asiatischen Börsen zeigen am Mittwoch ein gemischtes Bild. In Tokio gewinnt der Nikkei mehr als +1.5%. Der Hang Seng Index notiert in Hongkong knapp im Plus. Der Shanghai Composite verliert -0.4%.
US-Inflation steigt erneut
Die amerikanischen Konsumenten sind weiterhin mit rasant steigenden Preisen konfrontiert. Die Jahresinflation ist im März um +8.5% gestiegen, teilte das US-Wirtschaftsministerium am Dienstag mit. So schnell sind die Preise zuletzt im Dezember 1981 geklettert, als die Energiekrise Ende der Siebzigerjahre eine Stagflation auslöste. Zu den grössten Preistreibern zählten im März Energie, Mieten und Lebensmittel. So verteuerten sich allein die Benzinpreise um knapp +20% gegenüber dem Vormonat. Die jährliche Kerninflationsrate notiert mit +6.5% so hoch wie zuletzt im August 1982. Die Konsumenten rechnen auch in den kommenden Monaten mit steigenden Preisen, wie aktuelle Daten der Distriktnotenbank New York zeigen. Demnach erwarten sie für die kommenden zwölf Monate ein Preiswachstum von +6.6%. Die dreijährigen Inflationserwartungen liegen bei +3.7%.
Die US-Notenbank hat den Kampf gegen die hohe Teuerung in den vergangenen Wochen deutlich verschärft. Nach einer ersten Zinserhöhung von 25 Basispunkten im März peilt sie im laufenden Jahr einen steilen Zinserhöhungspfad an. Derzeit rechnen die Finanzmärkte mit einem Zinsschritt von 50 Bp am nächsten Fed-Treffen am 4. Mai. Zudem dürfte das Fed im Mai mit dem Abbau der Notenbankbilanz beginnen.
Teuerung in Deutschland beschleunigt sich
In Deutschland ist die Inflation im März auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung 1990 gestiegen. Die Konsumentenpreise kletterten gegenüber dem Vorjahresmonat um +7.3%, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung. Im Februar lag die Jahresteuerung noch bei +5.1%. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar sind die Öl- und Gaspreise in die Höhe geschossen. Das spüren auch die Verbraucher: Der Preis für Heizöl hat sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt, und der Benzinpreis hat sich um knapp 50% verteuert. Werden die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausgeklammert, ergibt sich eine Kerninflationsrate von +3.6%. Ähnlich schnell sind die Preise zuletzt im Herbst 1981 in den alten Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland gestiegen. Damals haben sich die Energiepreise als Folge des Ersten Golfkrieges ebenfalls deutlich verteuert. Ökonomen prognostizieren für das Gesamtjahr eine durchschnittliche Teuerungsrate von mehr als +6% für Deutschland.
Konjunkturerwartungen für die Eurozone trüben sich ein
Der Krieg in der Ukraine trübt die Konjunkturaussichten für die deutsche Wirtschaft. So ist der ZEW-Index, der auf Umfragen unter Börsenexperten basiert, im April gegenüber dem Vormonat um 1.7 Punkte auf -41.0 Punkte gefallen, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. Damit ist das Stimmungsbarometer auf den niedrigsten Stand seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie gefallen. Analysten hatten einen noch stärkeren Rückgang auf -48.5 Zähler prognostiziert. Ein ähnliches Bild zeigte der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen in der Eurozone, wobei das Barometer um -4.3 Punkte auf -43.6 Zähler sank.
Wirtschaftskalender 13. April
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 05:00 | China | Handelsbilanz (März) | |
| 11:00 | EZ | Industrieproduktion (Februar, M/M) | +1.3% |
| 14:30 | USA | Produzentenpreisindex (März, M/M) | +0.8% |
Unternehmenskalender 13. April
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Barry Callebaut | Q2 2022 |
| USA | JPMorgan Chase | Q1 2022 |
Quelle: BondWorld.ch
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