Union Investment: Die Einkaufsmanager-Indizes bringen Licht ins Dunkel, wie stark der Ukraine-Krieg das Wachstum in Deutschland belastet.
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Von Jörg Zeuner, Chefvolkswirt Union Investment
Im April fiel der Composite PMI für Deutschland, der die Wirtschaftsaktivität in der Industrie und bei den Dienstleistern bündelt, gegenüber dem Vormonat um 0,6 Punkte auf 54,5 Punkte.
Es hätte schlimmer kommen können. Die PMI verbleiben oberhalb der wichtigen Schwelle von 50 Punkten, was auf einen weiteren Zuwachs der Wirtschaftsleistung hindeutet. Dies ist allerdings ausschließlich zurückzuführen auf die guten Geschäfte der Dienstleister und die noch ausgabefreudigen Konsumenten. Die frühlingshaften Temperaturen und das Abflauen der Corona-Pandemie wecken den Konsumtrieb, und die Menschen genießen wiedergewonnene Freiheiten. Die finanzielle Situation vieler Haushalte ist weiter gut und die Verbraucher geben wieder mehr Geld aus, wie unter anderem die gestiegenen Reservierungen in Restaurants zeigen.
Die Industrie hingegen bekommt die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine deutlich zu spüren. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe ließ im April Federn. Insgesamt ist zu erkennen, dass sich im Rahmen der Post-Corona-Normalisierung der Wachstumsbeitrag von der Güterproduktion zu den Dienstleistern verschiebt.
Doch die Unsicherheit über die weitere Entwicklung ist groß: Je länger der Krieg in der Ukraine dauert, desto mehr spüren Verbraucher und Unternehmen die hohen Rohstoffpreise. Und: Deutschland hat im aktuellen Umfeld mit seiner überdurchschnittlichen Industrie- und Exportabhängigkeit im europäischen Vergleich einen tendenziellen Nachteil. Deshalb überwiegen die Wachstumsrisiken – in Deutschland deutlich mehr als etwa in Frankreich.
Quelle: BondWorld
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