LGT Navigator : An der Wall Street mussten die Aktienindizes gestern herbe Verluste einstecken. Nach der zunächst positiven Reaktion auf den Zinsentscheid des Fed bekamen Aktienanleger angesichts steigender Anleihenrenditen weiche Knie.
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Hintergrund dürften Zins- und Konjunkturängste und der kräftige Anstieg der US-Anleihenrenditen gewesen sein. Aus Washington erwarten wir heute Nachmittag die neusten Zahlen zur Beschäftigungsentwicklung in den USA. Bisher ist die solide Arbeitsmarktentwicklung und der zunehmende Lohndruck für die Federal Reserve ein Argument, die Zinsen weiter zu erhöhen. Grossbritanniens Notenbank straffte wie erwartet ihre Geldpolitik und erhöhte ihren Leitzins bereits zum vierten Mal im Kampf gegen die steigende Inflation.
Nach der kräftigen Erholung zur Wochenmitte und der von Investoren betont gelassen aufgenommenen weiteren Zinserhöhung durch die US-Notenbank, brachen die Kurse gestern in New York ein. Auslöser dürfte u.a. der Anstieg der Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen auf über 3%, respektive bis 3.07% gewesen sein. Der Dow Jones Industrial schoss -3.12% tiefer bei 32’997.97 Punkten. Der S&P 500 verlor -3.56% und ging bei 4’146.87 Punkten aus dem Donnerstagshandel. Die Volatilität im S&P 500 stieg um mehr als 20%. Die stärksten Verluste erlitt gestern die Technologiebörse Nasdaq, wo die Indizes um rund -5% absackten und auf den tiefsten Stand seit etwas mehr als einem Jahr zurückfielen. Abgesehen von Tokio setzte sich der Einbruch an Asiens Börsen fort. Der Hang Seng Index in Hongkong führte die Verluste in der Region an und fiel um rund -3.5% und auf dem chinesischen Festland gab der Shanghai Composite um rund -2.3% nach.
Im Fokus steht heute die monatliche US-Arbeitsmarktstatistik. Analysten erwarten im Schnitt im April ein anhaltend kräftiges Beschäftigungswachstum von +391’000 neu geschaffenen Stellen. Im Vormonat wurden +431’000 neue Jobs geschaffen. Die letzten Daten des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP oder auch die wöchentlich gemeldeten Erstanträge auf Arbeitslosenversicherung deuteten jedoch auf ein etwas schwächer als erwartetes Jobwachstum im April hin.
Erneute Leitzinserhöhung der Bank of England
Die britische Zentralbank hat ihren Leitzins wie zuvor die US-Notenbank ein weiteres Mal erhöht und damit den Kampf gegen die stark gestiegene Inflation verstärkt. Mit 25 Basispunkten fiel der Zinsschritt der Bank of England moderater aus als bei der Fed, jedoch war die Zinsanhebung der Briten bereits die vierte in Folge. An den Kapitalmärkten war der Schritt erwartet worden. Mit +1.0% notiert der Leitzins der Bank of England nun auf dem höchsten Niveau seit 2009.
EZB immer stärker unter Druck
Die Zinsstraffungen der amerikanischen und britischen Notenbanken erhöhen auch den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) bald die Zinswende einzuleiten, um dem starken Anstieg der Inflation im Euroraum – zuletzt erreichte die Teuerungsrate im April +7.5% – entschieden entgegenzutreten. Die EZB hat bereits beschlossen, ihre milliardenschweren Anleihenkäufe schneller auslaufen zu lassen und mehrere Mitglieder des EZB-Rats hatten zuletzt eine erste Zinserhöhung im Juli ins Spiel gebracht.
Europäische Firmen in China leiden unter Corona-«Lockdowns»
Die strengen Corona-Massnahmen in wichtigen Wirtschaftszentren Chinas haben der Europäischen Handelskammer in Peking zufolge, verstärkt negative Folgen für europäische Unternehmen in der Volksrepublik. In einer aktuellen Umfrage bestätigten drei Viertel der befragten Firmen, dass sich die strengen «Lockdowns» negativ auf ihr Geschäft auswirken. In der Folge haben bereits 60% der Firmen ihre Umsatzprognose in China für das laufende Jahr reduziert. Des Weiteren habe für 78% der Unternehmen China als Investitionsziel an Attraktivität eingebüsst.
Wirtschaftskalender 6. Mai
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 07:45 | CH | Arbeitslosenrate (April) | 2.2% |
| 08:00 | DE | Industrieproduktion (März, M/M) | +0.2% |
| 11:30 | DE | Bundesbank-Präsident Nagel spricht | |
| 14:30 | USA | Beschäftigungswachstum Gesamtwirtschaft (April) | +431’000 |
| 14:30 | USA | Arbeitslosenrate (April) | 3.6% |
| 14:30 | USA | Durchschnittliche Stundenlähne (April, J/J) | +5.6% |
Unternehmenskalender 6. Mai
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Adidas | Q1 |
| FR | Scor | Q1 |
| NL | ING | Q1 |
| IT | Intesa Sanpaolo | Q1 |
| USA | Cigna | Q1 |
Quelle: BondWorld.ch
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