LGT Navigator : Schwache Konjunkturdaten aus den USA und China haben die Wachstumssorgen zu Wochenbeginn erneut verstärkt und die Nervosität der Anlegergemeinde nochmals erhöht.
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Heute stehen die US-Einzelhandelsumsätze sowie Reden von Fed-Chef Powell und EZB-Präsidentin Lagarde im Fokus. Unterdessen hat sich eine Mehrheit des schwedischen Parlaments am Montag für den Beitritt zur NATO ausgesprochen. Gleichzeitig versucht die EU weiterhin eine Einigung für ein Ölembargo gegen Russland zu finden.
Nach der deutlichen Erholung vom Freitag bremsten Konjunktursorgen die Aktienindizes an der Wall Street zum Wochenstart wieder aus. Der Dow Jones Industrial schloss praktisch unverändert bei 32’223.42 Punkten (+0.08%) und der breite S&P 500 fiel -0.39% auf 4’008.01 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq ging es gut ein Prozent nach unten. Die Wachstumssorgen basieren einerseits auf der Angst, dass die US-Notenbank mit weiteren kräftigen Leitzinserhöhungen die Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnte, und andererseits, dass die Null-Covid-Strategie in China die Lieferketten weiter belastet und damit die Weltwirtschaft schwächt. Zudem sorgen der Konflikt mit Russland und der Krieg in der Ukraine für anhaltende Unsicherheit, insbesondere aufgrund der Auswirkungen auf die Energiepreise.
Die asiatischen Märkte notieren heute im Grossen und Ganzen höher, wobei die Aktien in Hongkong die Region anführen. Der Hang Seng legt um rund +2.3% zu, während der japanische Nikkei 225 um rund +0.5% und der Shanghai Composite um etwa +0.4% höher als am Vortag notieren.
Der Goldpreis stand zu Wochenbeginn weiter unter Druck, konnte sich dann aber bis heute Morgen wieder auf rund USD 1’820 erholen. Am Montag fiel der Preis für eine Feinunze Gold an der Rohstoffbörse in London bis auf USD 1’787 zurück und notierte damit den tiefsten Stand seit Ende Januar. Seit Mitte April tendierte der Goldpreis bereits Richtung Süden und hat seither rund neun Prozent an Wert eingebüsst. Belastet wird Gold vor allem durch den stärkeren US-Dollar, der von der Aussicht auf weitere Zinserhöhungen der amerikanischen Notenbank profitiert.
Regionaler Industrieindikator signalisiert Schwäche in US-Industrie
Wie die New Yorker Notenbank meldete, hat sich die Stimmung der Industrieunternehmen in der Region im Mai deutlich verschlechtert. Der Empire-State-Index brach dabei um 36.2 auf minus 11.6 Punkte ein. Analysten hatten mit einem Rückgang auf plus 15.0 Zähler gerechnet.
Schweden mit grossen Schritten in Richtung NATO
Die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson sieht das skandinavische Land nach dem Bekenntnis zu einem NATO-Beitritt in eine neue Ära schreiten. Stockholm wolle den Antrag in den nächsten Tagen gemeinsam mit Finnland einreichen.
Brüssel korrigiert Wachstumsprognose wegen Ukraine-Krieg
Die EU-Kommission hat ihre Prognose für die europäische Wirtschaft vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine signifikant korrigiert. Die Wirtschaft in der Eurozone werde im laufenden Jahr um +2.7% wachsen. Das ist deutlich weniger als zuvor mit +4.0% in Aussicht gestellt. Hinsichtlich der Inflation rechnet die Brüsseler Exekutive mit einer durchschnittlichen Teuerung von +6.1%. Das ist fast doppelt so viel wie in der bisherigen Prognose.
Steigende Inflationserwartungen in Deutschland
Die Privathaushalte in Deutschland gehen davon aus, dass sich der Inflationsdruck weiter verstärken wird. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung der Bundesbank hervor. Auf Sicht von zwölf Monaten wird eine Inflationsrate von +6.9% antizipiert – eine signifikante Steigerung gegenüber den im März erwarteten +5.8%. Damit erreichten die Inflationserwartungen in diesem Zeitrahmen das höchste Niveau seit 2019. Mit einem Zeithorizont von fünf Jahren beträgt die Inflationserwartung +5.2%. Aktuell beträgt die Teuerungsrate in Deutschland +7.4% und im Euroraum +7.5%. Die steigenden Inflationserwartungen dürften die Europäische Zentralbank (EZB) zunehmend unter Druck setzen, die Zinswende bald zu vollziehen.
Unterdessen sind auch die Grosshandelspreise in Deutschland weiter im Rekordtempo gestiegen. Im April wurde eine Preissteigerung auf Jahressicht von knapp +24% gemessen und damit der stärkste Anstieg seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1962 registriert. Deutlich verteuert haben sich vor allem Mineralölerzeugnisse, Erze und Metalle, aber auch Getreide, Saatgut oder Futtermittel.
EU beklagt wirtschaftliche Schäden durch Chinas «Null-Covid-Strategie»
Gemäss der EU-Handelskammer werden in China tätige europäische Unternehmen stark durch die anhaltenden Beschränkungen der strikten Pandemiemassnahmen belastet. Unternehmen bräuchten Vorhersehbarkeit, jedoch sei die Situation unberechenbar, so Jörg Wuttke, Vorsitzender der EU-Handelskammer in China.
Wirtschaftskalender 17. Mai
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 07:30 | FR | Arbeitslosenquote (Q1) | 7.4% |
| 08:00 | GB | Arbeitslosenrate (März) | 3.8% |
| 11:00 | IT | Verbraucherpreise (April, J/J) | +6.6% |
| 11:00 | EZ | BIP Q1 (Q/Q) | +0.2% |
| 14:30 | USA | Einzelhandelsumsätze (April, M/M) | +0.7% |
| 15:15 | USA | Industrieproduktion (April, M/M) | +0.9% |
| 16:00 | USA | NAHB Immobilienmarktindex (Mai) | +77.0 |
| 19:00 | EZ | EZB Präsidentin Lagarde spricht | |
| 20:00 | USA | Fed-Vorsitzender Powell spricht |
Unternehmenskalender 17. Mai
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Daimler Truck | Q1 |
| FR | Engie | Q1 |
| NL | Euronext | Q1 |
| GB | Vodafone | Jahreszahlen |
| USA | Walmart | Q1 |
| USA | Home Depot | Q1 |
| USA | Moderna | Science & Technology Day |
Quelle: BondWorld.ch
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