LGT Navigator : An der Wall Street drehte die Stimmung zur Wochenmitte wieder und die wichtigsten Indizes verzeichneten nach der jüngsten Erholungsrally erneut heftige Verluste.
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Die Sorgen vor rasch steigenden Zinsen gewannen einmal mehr die Oberhand und schickten die Börsen auf Talfahrt. Auch enttäuschende Unternehmensergebnisse und schwächere US-Wirtschaftsdaten belasteten die Börsenstimmung.
Am New Yorker Aktienmarkt kam es am Mittwoch zu einem erneuten Einbruch, nachdem die jüngste Kurserholung durch wieder aufgeflammte Zins-, Inflations- und Konjunktursorgen schlagartig zusammengebrochen ist. Der Dow Jones Industrial verlor 1’160 Punkte oder -3.57% und ging bei 31’490.07 Punkten aus dem Handel. Der breite S&P 500 schloss gar -4% tiefer bei 3’923.68 Punkten und verbuchte damit den stärksten Tagesverlust seit Juni 2020! Am heftigsten erwischte es einmal mehr die Technologiewerte. So mussten die Indizes an der Nasdaq Verluste von rund -5% hinnehmen. Der Nasdaq 100 rutschte wieder unter die runde Marke von 12’000 Punkten (Schlussstand: 11’928.31). Die Stimmung auf dem Parkett wurde insbesondere durch enttäuschende Quartalsergebnisse beispielsweise des US-Einzelhändlers Target oder auch durch schwächer als erwartete Daten vom US-Häusermarkt belastet.
Der US-Retailer Target präsentierte ein unerwartet schwaches Quartalsergebnis und verwies auf steigende Kosten für Benzin sowie höhere Lohnausgaben. Zudem reduzierte der Konzern die Jahresprognose. Am Dienstag hatte bereits der Einzelhandelsriese Walmart die Markterwartungen verfehlt und ebenfalls höhere Energie- und Lohnkosten genannt. Die trüben Aussichten für Target und Walmart belasteten am Mittwoch auch die Aktien der Konkurrenz, darunter Macy’s, Best Buy und Kohl’s, die deutliche Abgaben hinnehmen mussten.
Die Zahl neu begonnener Häuser und die Anzahl der Baugenehmigungen in den USA gingen vor dem Hintergrund steigender Hypothekenzinsen und höherer Materialkosten aufgrund von Lieferengpässen im März zurück.
In Asien schlossen sich die Aktienindizes heute mehrheitlich den negativen Vorgaben aus den USA an und verzeichneten Verluste auf breiter Front. Am stärksten gingen die Kurse in Hongkong zurück, wo der Hang Seng um rund -2.5% einbrach. In Tokio notiert der Nikkei 225 etwa -1.7% tiefer, während der Composite-Index an der Börse von Shanghai nur moderat um rund -0.2% tiefer handelt.
EU will Ausstieg aus russischer Energie beschleunigen
Die Europäische Union verstärkt ihre Bemühungen, die Abhängigkeit von russischer Energie zu reduzieren. Dazu sind gemäss Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bis 2030 Investitionen im Umfang von bis zu EUR 300 Mrd. nötig. Sie präsentierte am Mittwoch einen Plan, der aufzeigt, wie die Energiewende gelingen soll. Unter anderem soll die EU das Energiesparziel für 2030 von 9 auf 13% erhöhen und den Anteil erneuerbarer Energien auf 45% ausbauen, statt bislang auf 40%. Der Plan sieht vor, die Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energieprojekte zu verkürzen und eine Solardachpflicht einzuführen. Zudem soll in die Energie-Infrastruktur investiert werden. Das Geld soll hauptsächlich in Form von Krediten und Zuschüssen zur Verfügung gestellt werden. Die Massnahmen müssen allerdings noch von den EU-Ländern abgesegnet werden.
Inflation in der Eurozone stagniert auf Rekordhoch
In der Eurozone haben sich die Preise auch im April deutlich verteuert. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Inflationsrate um +7.4% gestiegen, wie das Statistikamt Eurostat in einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit verharrt die Teuerung auf dem Rekordniveau vom März. Angeheizt wurde das Preiswachstum einmal mehr durch die Energiepreise, die im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 37% gestiegen sind. Werden die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise ausgeklammert, ergibt sich eine jährliche Kerninflation von +3.5%, nach +3.0% im Vormonat. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat jüngst signalisiert, dass sie die Leitzinsen bereits im Sommer anheben könnte. Sie strebt eine Jahresinflation von +2% an, um die Preisstabilität zu wahren. Die Finanzmärkte erwarten bis Jahresende eine Anhebung der Zinsen um insgesamt plus einen Prozentpunkt.
Inflationsdruck in Grossbritannien nimmt weiter zu
Die britischen Verbraucherpreise sind im April gegenüber der Vorjahresperiode um +9.0% gestiegen, womit die Inflationsrate im Königreich den höchsten Stand seit 1982 erreichte. Getrieben wurde die Teuerung vor allem durch höhere Elektrizitätspreise, teureres Gas und Benzin. Die Bank of England dürfte angesichts des anhaltend starken Inflationsdrucks ihre Geldpolitik weiter straffen. Seit letztem Herbst hat die britische Notenbank ihren Leitzins bereits viermal erhöht.
Wirtschaftskalender 19. Mai
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 13:30 | EZ | EZB-Sitzungsprotokoll | |
| 14:30 | USA | Philly Fed Industrieindex (Mai) | +8.2 |
| 14:30 | USA | Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) | 203’000 |
| 16:00 | USA | Frühindikator (April, M/M) | +0.3% |
| 16:00 | USA | Verkäufe bestehender Häuser (April, M/M) | -2.7% |
Unternehmenskalender 19. Mai
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Julius Bär | Q1 Umsatz |
| IT | Generali | Q1 |
| GB | Easyjet | H1 |
| USA | Applied Material | Q1 |
Quelle: BondWorld.ch
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