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LGT Navigator: Beige Book des Fed bestätigt Stagflationstendenzen

LGT Navigator : Der neusten Ausgabe des regelmässigen Konjunkturberichts der US-Notenbank zufolge hat sich das Wachstum der weltgrössten Volkswirtschaft abgeschwächt, während gleichzeitig vielerorts starke Preissteigerungen beobachtet wurden.

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Währenddessen bleibt das Geschäftsklima in der US-Industrie besser als bei der europäischen Konkurrenz, wie aktuelle Einkaufsmanagerumfragen zeigten. An den Börsen bleibt die Stimmung weiterhin höchst fragil und an der Wall Street erlitten die Indizes zur Wochenmitte erneute Verluste.

Der Dow Jones Industrial rutschte nach einem zunächst positiven Start ins Minus und beendete den Mittwochshandel -0.54% tiefer bei 32’813.23 Punkten. Der S&P 500 gab um -0.75% auf 4’101.23 Punkte nach und die Indizes an der Nasdaq verzeichneten Verluste im selben Ausmass. Während die Umfragewerte des ISM zur Stimmung in der amerikanischen Industrie für etwas Rückenwind gesorgt hatten, verstärkte das «Beige Book» des Fed die Inflations- und Rezessionsängste der Anleger. Ins Zentrum rückt nun der US-Arbeitsmarkt. Heute stehen die Daten von ADP zur Beschäftigungslage in der US-Privatwirtschaft an und morgen Freitag folgt dann die offizielle Arbeitsmarktstatistik aus Washington.

Auch an Asiens Börsen tendierten die Aktienindizes mehrheitlich im negativen Bereich, belastet durch den Sorgencocktail aus Inflations- und Rezessionsängsten. In Tokio handelt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index leicht um rund -0.25% tiefer, während der Hang Seng-Index der Hongkonger Börse einen Tagesverlust von etwa -1.8% hinnehmen muss. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen des chinesischen Festlands blieb indessen praktisch unverändert.

Am Anleihenmarkt kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen unterdessen wieder auf 2.91%. Die Ölpreisnotierungen sind aktuell wieder tiefer, nachdem Saudi-Arabien bereit sein soll, die Ölproduktion zu erhöhen, um den sanktionsbedingten Ausfall Russlands zu kompensieren.

Beige Book – Wirtschaftsabschwächung bei steigenden Preisen                   

In den Vereinigten Staaten hat sich gemäss dem gestern Abend veröffentlichten Konjunkturbericht «Beige Book» das Wirtschaftswachstum in allen zwölf Distrikten des Federal Reserve Systems zuletzt abgeschwächt. Aktuell sei nur noch «ein leichtes oder bescheidenes Wachstum» zu beobachten. Gleichzeitig habe sich der Preisdruck weiter erhöht, was insbesondere den Konsum schwäche.

US-Industrie beweist Widerstandsfähigkeit

Die Stimmung im amerikanischen Industriesektor hat sich gemäss den neusten Umfrageergebnissen des Branchenverbandes ISM (Institute for Supply Management) im Mai unerwartet aufgehellt. Der aufgrund seiner starken Korrelation zum US-Wirtschaftswachstum viel beachtete Einkaufsmanagerindex verbesserte sich von 55.4 Punkten im April auf 56.1 Zähler. Analysten waren im Schnitt von einem Rückgang auf 54.5 Punkte ausgegangen. Laut ISM, werde die US-Industrie weiterhin durch eine solide Nachfrage angetrieben, jedoch auch durch anhaltende Lieferengpässe belastet.

Lieferkettenprobleme und Inflationsdruck belasten Europas Industrie schwer

In den Euroländern hat sich die Stimmung im Industriesektor im Mai erneut verschlechtert. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone schwächte sich von 55.5 auf 54.6 Punkte ab und fiel damit auf den tiefsten Wert seit eineinhalb Jahren. Nach Einschätzung von S&P-Global-Chefökonom Chris Williamson werden die Unternehmen vor allem durch die Probleme in den globalen Lieferketten, die zunehmende Inflation, aber auch eine schwächere Nachfrage und getrübte Konjunkturaussichten belastet.

Auch in Grossbritannien deutet der aktuelle Einkaufsmanagerindex auf eine weitere Eintrübung des Geschäftsklimas im Industriebereich hin. Der PMI gab dabei um 1.2 auf 54.6 Punkte nach und notiert nun auf dem niedrigsten Stand seit Anfangs 2021.

Kanadas Zentralbank erhöht erneut Leitzins

Die Bank of Canada hat zum zweiten Mal in Folge ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf +1.5% erhöht. Der neuerliche Zinsschritt wurde an den Finanzmärkten erwartet. Die Notenbank signalisierte zudem eine weitere Straffung der Geldpolitik, um die Inflation (aktuell +6.8%) energisch zu bekämpfen.

Wirtschaftskalender 2. Juni

MEZLandIndikatorLetzte Periode
06:00GBBankfeiertag 
08:30CHVerbraucherpreise (Mai, J/J)+2.5%
11:00EZErzeugerpreise (April, J/J)+36.8%
12:00OPECPressekonferenz  
14:15USAADP Beschäftigung Privatwirtschaft (Mai)+247’000
14:30USAErstanträge Arbeitslosenhilfe (wöchentlich)210’000
14:30USAProduktivität Q1 (ex-Agrar)-7.5%
16:00USAAuftragseingang dauerhafte Güter (April, M/M)+1.8%

Unternehmenskalender 2. Juni

LandUnternehmenPeriode
FRRemy CointreauJahreszahlen
USABroadcomQ2
USACienaQ2

Quelle: BondWorld.ch


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