LGT Navigator : Die Europäische Zentralbank (EZB) wird heute Nachmittag mit grösster Wahrscheinlichkeit den Weg für einen ersten Zinsschritt im Juli ebnen und das Ende der Negativzinsära ankündigen.
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Ein starkes Signal von Seiten der EZB scheint angesichts des anhaltend hohen Inflationsdrucks gerechtfertigt. Mit grosser Spannung werden deshalb die Äusserungen von Notenbankpräsidentin Lagarde an der Pressekonferenz um 14:30 Uhr (MEZ) erwartet.
Die EZB dürfte heute die Weichen für die Zinswende stellen und die Kapitalmärkte auf die erste Zinserhöhung seit rund elf Jahren vorbereiten. Zahlreiche Voten aus dem Spitzengremium der Notenbank haben bereits mehrfach angedeutet, dass dieser Schritt angebracht sei, da die Rekordinflation im Euroraum die Wirtschaft und insbesondere den Konsum immer stärker belastet. Aber auch die EZB ist nicht «allmächtig» und kann beispielsweise gegen die stark steigenden Energiepreise nicht viel ausrichten.
Die Börsenstimmung bleibt fragil
An den Börsen bleibt die Stimmung unterdessen fragil, während an den Anleihenmärkten die Renditen steigen. Die richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihenrendite kletterte wieder über die Dreiprozentmarke bis 3.05%. An der Wall Street ging der Dow Jones Industrial mit einem Tagesverlust von -0.81% bei 32’910.90 Punkten aus dem Handel. Der S&P 500 verlor zur Wochenmitte gut ein Prozent und fiel auf 4’115.77 Punkte zurück. An der Nasdaq 100 gaben die Indizes um rund -0.75% nach. Neben dem Zinsentscheid der EZB werden morgen bereits die neusten Daten zur Inflationsentwicklung in den USA und in der kommenden Woche der Zinsentscheid des Fed im Fokus stehen.
In Asien bleibt der Trend an den Aktienmärkten uneinheitlich und von Inflations- und Konjunktursorgen geprägt. In Tokio notiert der 225 Aktien umfassende Nikkei-Index rund +0.4% höher, während in Hongkong und in Shanghai die Indizes Verluste von rund -0.3% bis -0.5% verzeichnen.
Euro-Wirtschaft mit etwas besser als erwartetem Jahresstart
Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone ist im ersten Quartal revidierten Angaben zufolge kräftiger gewachsen als bisher angenommen. Im Vergleich zum Vorquartal expandierte das BIP der 19 Euroländer um +0.6%. Eine vorherige Schätzung von Eurostat war noch von +0.3% ausgegangen. Am stärksten wuchs Irlands Wirtschaft mit +10.8%. Die «grossen Zwei» Deutschland und Frankreich verbuchten hingegen im Q1 ein nur moderates Wachstum von +0.2% beziehungsweise sogar einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um -0.2% im Falle Frankreichs.
Wirtschaftskalender 9. Juni
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 13:45 | EZ | EZB Zinsentscheid | |
| 14:30 | EZ | EZB-Präsidentin Lagarde Pressekonferenz | |
| 14:30 | USA | Erstanträge auf Arbeitslosengeld (wöchentlich) | 200’000 |
Unternehmenskalender 9. Juni
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Beiersdorf | Kapitalmarkttag |
| USA | AMD | Investorentag |
Quelle: BondWorld.ch
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