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LGT Navigator: EZB nimmt den Kampf gegen die Inflation auf

LGT Navigator : Die Europäische Zentralbank (EZB) signalisierte eine erste Zinserhöhung im Juli, um dem stetig steigenden Inflationsdruck entgegenzuwirken.

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EZB-Präsidentin Lagarde stellte zudem weitere Zinsschritte in Aussicht und läutet damit das Ende der Negativzinsen ein. Die EZB reagiert damit vielleicht zu spät und begibt sich nun auf eine Gratwanderung zwischen Inflation und Konjunkturrisiken. In der Folge gaben die wichtigsten Aktienindizes nach und die Anleihenrenditen stiegen kräftig. Heute stehen nun die neusten Verbraucherpreisdaten in den USA im Mittelpunkt, bevor das Fed in der nächsten Woche einen weiteren Zinsschritt vollziehen wird.

Die EZB wird an ihrer nächsten regulären Sitzung am 21. Juli die Leitzinsen erstmals seit elf Jahren erhöhen. Damit sendete die EZB ein klares Signal, den Kampf gegen die (lange unterschätzte) Inflation aufzunehmen. Den Aussagen von Notenbankchefin Christine Lagarde kann von einem ersten Zinsschritt in Höhe von 25 Basispunkten ausgegangen werden. Im September dürfte dann eine zweite Zinserhöhung folgen, die laut Lagarde entsprechend der Inflationsentwicklung auch aggressiver ausfallen könnte. Die EZB kündigte gestern auch an, ihre milliardenschweren Anleihenkäufe per 1. Juli einzustellen. Dies war eine Voraussetzung für einen ersten Zinsschritt. Der Kurswechsel der EZB kam an den Aktienbörsen Europas in einer ersten Reaktion nicht gut an und sorgte für Verluste in Höhe von rund -1.7%. Der Euro geriet trotz der Aussicht auf steigende Zinsen unter Druck, während die Renditen europäischer Staatsanleihen anzogen.

Wie zuvor in Europa kamen auch an der New Yorker Börse die Aktienindizes unter Druck, denn die restriktivere Geldpolitik bedeutet den Entzug von Liquidität und verstärkt die Angst vor einer Rezession. Der Dow Jones Industrial gab um -1.94% auf 32’272.79 Punkte nach und der breite S&P 500 fiel um -2.38% auf 4’017.82 Punkte zurück. Die Technologiewerte an der Nasdaq kamen noch stärker unter Druck. Der Nasdaq 100 verbuchte einen Tagesverlust von -2.74%.

In Tokio folgt der Nikkei 225-Index den negativen Vorgaben aus Übersee und notiert knapp -1.5% tiefer als am Vortag.

Am Anleihenmarkt verharrte die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen klar über der 3%-Marke und notiert heute Morgen bei 3.05%. Aus den USA erreichen uns heute Nachmittag die neusten Daten zur Entwicklung der Konsumentenpreise. An dem für nächste Woche antizipierten erneuten Zinsschritt der US-Notenbank dürfte dies aber nichts ändern.

EZB prognostiziert signifikant höhere Inflation, aber schwächeres Wachstum

Im Mai erreichte die Teuerungsrate im Euroraum mit +8.1% einen neuen Höhepunkt. In der Folge wurden die neusten Inflationsprognosen der EZB allesamt nach oben korrigiert. Im laufenden Jahr rechnet die Notenbank nun mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von +6.8% – verglichen mit der März-Prognose von +5.1% oder den noch im Dezember erwarteten +3.2%. In den folgenden beiden Jahren sollte sich dann die Inflationsrate wieder auf +3.5% (bisher +2.1%) und 2014 auf +2.1% (+1.9%) abschwächen. Gleichzeitig korrigierte die EZB aber auch ihre Wachstumsprognosen. In Aussicht gestellt wird nun ein BIP-Wachstum im Euroraum in diesem Jahr von +2.8% (bisher +3.7%) und +2.1% im nächsten Jahr (bisher +2.8%). Für 2024 wird eine Wachstumsrate von +2.1% (+1.6%) vorausgesagt.

Stabilisierung in Chinas Aussenhandel?

Die chinesischen Exporte sind im Mai auf Jahressicht um knapp +17% gestiegen, während die Importe um rund +4% zulegten. Der Aussenhandel der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft scheint sich damit von den Störungen durch die Pandemie-Beschränkungen zu erholen. In Shanghai, der wichtigsten Wirtschaftsmetropole des Landes, endete vergangene Woche ein zweimonatiger «Lockdown». Der chinesische Vize-Handelsminister Wang Shouwen warnte jedoch, dass Chinas Aussenhandel nach wie vor durch eine fragile Weltwirtschaftslage, die weltweit hohe Inflation sowie logistische Engpässe innerhalb Chinas belastet werde.

Wirtschaftskalender 10. Juni

MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:00ESPVerbraucherpreise (Mai, J/J)+8.3%
10:00ITIndustrieproduktion (April, J/J)+3.0%
14:30USAVerbraucherpreise (Mai, M/M)+0.3%
14:30USAVerbraucherpreise (Mai, J/J)+8.3%
14:30USAKern-Verbraucherpreise (Mai, J/J)+6.2%
16:00USAKonsumentenstimmung (Juni)58.4

Unternehmenskalender 13 Juni

LandUnternehmenPeriode
NLINGInvestorentag

Quelle: BondWorld.ch


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