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LGT Navigator: Zentralbankenentscheide geben den Takt an – Dow fällt unter 30’000er-Marke

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LGT Navigator : Im Gefolge der kräftigen Leitzinserhöhung in den USA überraschte die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit einem Zinsschritt von 50 Basispunkten.

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Die SNB läutet mit der ersten Zinserhöhung seit 15 Jahren das Ende der Negativzinspolitik ein und setzt ein deutliches Signal hinsichtlich der Inflationsbekämpfung, aber auch ihrer Unabhängigkeit. Der Schweizer Franken legte unmittelbar nach dem Zinsentscheid kräftig zu. Auch die Bank of England (BoE) erhöhte die Zinsen erneut, während die Bank of Japan (BoJ) noch an ihrer ultra-expansiven Geldpolitik festhält. An den Kapitalmärkten bestimmen die Zentralbankenentscheide die Stimmungslage und an der New Yorker Börse fiel der Dow erstmals seit Anfang vergangenen Jahres wieder unter die Marke von 30’000 Punkten.

An der Wall Street sorgten die geldpolitischen Entscheide der grossen Zentralbanken für einen Ausverkauf. Insbesondere auch die überraschende Zinserhöhung in der Schweiz machte deutlich, dass die Notenbanken im Kampf gegen die Inflation gezwungen sind, schnell und aggressiv auf die monetäre Bremse zu treten, und damit das Risiko einer weltweiten Rezession eingehen müssen. An der Wall Street fiel der Dow Jones Industrial um -2.42% auf 29’927.07 Punkte und damit zum ersten Mal seit Anfang letzten Jahres wieder unter die Marke von 30’000 Zählern. Der S&P 500 gab sogar noch stärker um -3.25% auf 3’666.77 Punkte nach und an der Technologiebörse Nasdaq fielen die Indizes um rund vier Prozent. Für einen negativen Impuls sorgte auch ein stärker als erwarteter Rückgang des Geschäftsklimas in der Region Philadelphia. So fiel der Philly-Fed-Index im Juni um 5.9 auf minus 3.3 Punkte zurück und notiert damit erstmals seit Mai 2020 wieder im negativen Bereich.

An Asiens Börsen bleibt der Trend uneinheitlich. In Tokio verliert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index vor dem Wochenende rund -1.5%, während in Hongkong der Hang Seng-Index um rund +1% zulegen kann und das Börsenbarometer in Shanghai ebenfalls leicht im Plus (ca. +0.3%) notiert.

SNB läutet Ende ihrer Negativzinsära ein

Angesichts der auch in der Schweiz kräftig gestiegenen Inflation – im Mai +2.9% – straffte die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf einen Mittelwert von -0.25%. Zudem stellt SNB-Chef Thomas Jordan weitere Zinserhöhungen und damit auch das Ende der Ära negativer Leitzinsen in Aussicht. Der Schweizer Franken erstarkte unmittelbar nach dem Entscheid und legte gegenüber dem Euro kräftig zu – EUR/CHF fiel zeitweise unter 1.02. Die SNB versicherte ihrerseits, dass sie weiterhin bereit ist, bei Bedarf am Devisenmarkt gegen eine Aufwertung des Frankens vorzugehen. In ihren neusten Prognosen geht die SNB von einem anhaltend hohen Inflationsdruck aus. Im laufenden Jahr rechnet die SNB unter Berücksichtigung der aktuellen Zinsstraffung mit einer Teuerungsrate von durchschnittlich +2.8%. Für die nächsten zwei Jahre prognostiziert die Nationalbank eine Inflationsrate von +1.9%, resp. +1.6%.

Auch die Bank of England dreht erneut an der Zinsschraube

Die britische Zentralbank hat ihren Schlüsselzins weiter erhöht. Der Leitzins wurde um 25 Basispunkte auf +1.25% angehoben, was jedoch an den Finanzmärkten weitgehend erwartet worden war. Seit der Zinswende ist dies bereits der fünfte Zinsschritt und weitere sollen folgen. Die Bank of England stellte weitere Zinsschritte in Aussicht, um den hartnäckigen Inflationsdruck energisch zu bekämpfen. Zuletzt erreichte die Jahresinflationsrate in Grossbritannien im Mai +9.0%.

Japans Zentralbank hält sich noch zurück

Die Bank of Japan bestätigte heute wie erwartet ihre expansive Geldpolitik und beliess den Leitzins unverändert bei minus 0.1%. Auch hält die BoJ an ihren Käufen von Staatsanleihen und Aktien fest. Der Entscheid fiel mit acht zu einer Stimme. Japans Notenbank konzentriert sich damit weiter auf die Erholung der Wirtschaft und lässt die Inflation noch gewähren. Mit +2.1% erreichte die Inflation in Japan aber im Mai ein Siebenjahreshoch und es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis auch die Bank of Japan die geldpolitische Wende einleiten wird. Nach dem Entscheid fiel der Yen um rund -1.5%. Jüngst erreicht die japanische Währung gegenüber dem Dollar ein 24-Jahres-Tief!

Wirtschaftskalender 17. Juni

MEZLandIndikatorLetzte Periode
05:00JPBank of Japan Zinsentscheid -0.1%
11:00EZVerbraucherpreise (Mai, J/J)+8.1%
11:00EZKern-Verbraucherpreise (Mai, J/J)+4.4%
14:45USAFed-Vorsitzender Powell spricht 
15:15USAIndustrieproduktion (Mai, M/M)+0.4%
16:00USAFrühindikator (Mai, M/M)-0.4%

Unternehmenskalender 22. Juni

LandUnternehmenPeriode
SWEVolvoKapitalmarkttag

Quelle: BondWorld.ch


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