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LGT Navigator: Powell bekräftigt Engagement im Inflationskampf und dämpft Rezessionsängste

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LGT Navigator : US-Notenbankchef Powell betonte, dass die US-Wirtschaft robust sei und durchaus eine restriktivere Geldpolitik verkraften könne.

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Das Fed werde aber weiterhin gegen die hohe Inflation vorgehen und die Zinsen weiter erhöhen. An den Kapitalmärkten bleibt die Angst vor einem «Übersteuern» der Geldpolitik und einer folgenden weltweiten Rezession aber weiterhin spürbar. Ins Zentrum der Wirtschafts- und Geopolitik rücken nun der Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs und das G7-Spitzenteffen am Sonntag.

Während in Europa die Aktienindizes zur Wochenmitte klar negativ tendierten – der EuroStoxx 50 schloss -0.84% tiefer und der britische FTSE 100 fiel um -0.88% –, konnte sich der Dow Jones Industrial nach anfänglichen Verlusten von gut einem Prozent fast noch über die Ziellinie retten und schloss nur leicht tiefer bei 30’483.13 Punkten (-0.15%). Der S&P 500 beendete die Sitzung -0.13% tiefer bei 3’759.89 Punkten und an der Nasdaq verbuchten die Indizes moderate Tagesverluste von rund -0.15%. Für Gesprächsstoff sorgt auch weiterhin der Absturz des Bitcoins und anderer Kryptowährungen. Der Bitcoin fiel zeitweise wieder unter die Marke von USD 20’000.

In Asien tendierte die Mehrheit der Aktienmärkte heute im positiven Terrain. In Tokio notiert der Nikkei 225-Index moderat mit +0.2% im Plus, während der Hang Seng in Hongkong um knapp +1% zulegen kann. In Shanghai legt der Composite-Index um rund +0.6% zu.

Fed bekräftigt Zinsaussichten und sieht keine explizite Rezessionsgefahr

Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell zeigte sich anlässlich der regelmässigen Anhörung vor dem US-Senat zuversichtlich, dass die amerikanische Wirtschaft die Zinswende gut verkraften könne. Der oberste US-Notenbanker scheint damit derzeit noch kein explizites Rezessionsrisiko zu sehen. Die Priorität des Fed sei aber der Kampf gegen die hohe Inflationsrate. Deshalb sei auch mit weiteren Zinsschritten zu rechnen. Die von den Finanzmärkten bereits eingepreisten Zinserhöhungen seien zudem angemessen, so Powell. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gab daraufhin weiter nach und notiert nun bei 3.16% und damit deutlich unter dem in der vergangenen Woche beobachteten Elfjahreshoch von 3.49%.

Konsumenten im Euroraum pessimistischer

Die Verbraucherstimmung in den Euroländern hat sich im Juni weiter eingetrübt. Der Indikator fiel auf bereits tiefem Niveau nochmals um 2.4 auf minus 23.6 Punkte zurück. Der von der EU-Kommission herausgegebene Indikator notiert damit nur noch wenig über dem im April 2020 registrierten Rekordtief.

Ungebremste Inflation in Grossbritannien

Trotz bereits drei Zinserhöhungen der Bank of England hat sich der Inflationsdruck auf der britischen Insel weiter erhöht. Auf Jahressicht stieg die Teuerungsrate der Verbraucherpreise im Mai von +9.0% auf +9.1%, womit erneut die höchste Steigerungsrate seit 1982 erreicht wurde. Die britische Inflationsrate ist damit auch die höchste innerhalb der G7. Am stärksten treiben derzeit ansteigende Lebensmittelpreise. Die britische Notenbank geht davon aus, dass die Inflation in den kommenden Monaten bei über 9% liegen dürfte, bevor im Oktober ein Höchststand von etwas über 11% erreicht werden sollte. Eine gewichtige Rolle spielt auch der Brexit, durch den die britische Wirtschaft geschlossener und stärker auf den Binnenmarkt ausgerichtet ist, was sich langfristig negativ auf die Produktivität und die Löhne, respektive Inflationstreibend, auswirkt.

Auch auf Erzeugerebene steigen die Preise in Grossbritannien weiter kräftig an. Im Jahresvergleich erhöhten sich die Produzentenpreise im Mai um +22.1% – der stärkste Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1985.

KOF sieht Schweizer Wirtschaft noch auf Wachstumspfad – Rezessionsrisiko nimmt aber zu

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) korrigierte ihre Wirtschaftsprognosen für das laufende und nächste Jahr nach unten. Obwohl mit einem Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts gerechnet wird, könne eine baldige Rezession nicht ausgeschlossen werden, hiess es. In ihrer aktuellen Prognose geht die KOF von einem BIP-Wachstum von +2.8% in diesem Jahr (bisher +3.0%) und von +1.3% im folgenden Jahr (+2.0%) aus. Neben dem Ukraine-Krieg wird vor allem auch die Inflation als ein erhebliches Konjunkturrisiko hervorgehoben. Im laufenden Jahr geht die KOF von einer Verbraucherpreisteuerung von +2.6% aus (bisherige Prognose +1.9%). Im nächsten Jahr wird dann eine Abkühlung auf +1.5% erwartet (bisher +0.7%). Sollte die Inflation in Europa und den USA weiter kräftig zunehmen und die Zentralbanken zwingen, die Leitzinsen schnell und stark zu erhöhen, müsste anfangs 2023 mit einer Rezession der Weltwirtschaft zu rechnen sein.

Wirtschaftskalender 23. Juni

MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:45FRKonjunkturumfrage (Juni) 106.0
09:00CHKOF-Frühindikator (Juni) 96.8
09:15FREinkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Juni) 57.0
09:30DEEinkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Juni) 53.7
10:00EZEinkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Juni) 54.8
10:00EZEZB Monatsbericht 
10:30GBEinkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Juni) 51.8
12:00EZTreffen der EU-Staats- und Regierungschefs  
14:30USAErstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich)229’000
15:45USAEinkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Juni) 53.6
16:00USAFed-Vorsitzender Powell spricht 
16:30DEBundesbankpräsident spricht 
22:30USAFed Bankenstresstest Resultate 

Unternehmenskalender 23. Juni

LandUnternehmenPeriode
USAFedExQ4

Quelle: BondWorld.ch


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