LGT Navigator : An den Aktienbörsen werden die Nerven dünner und die Rezessions- und Inflationsängste haben die Anlegerstimmung fest im Griff.
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Vor allem in Europa verstärken sich die Indizien für einen wirtschaftlichen Abschwung vor dem Hintergrund einer Energiekrise infolge des Konflikts mit Russland. Die Volatilität und Nervosität nehmen damit nicht nur an den Aktienmärkten zu, sondern verstärkt sich auch am Anleihen- und Devisenmarkt.
In New York starteten die Aktienindizes nach dem feiertagsverlängerten Wochenende mit einer Berg- und Talfahrt. Der Dow Jones Industrial schloss nach einem volatilen Handel -0.42% tiefer bei 30’967.82 Punkten. Der breite S&P 500 rettete sich hingegen noch in positives Terrain und beendete den Dienstag +0.16% höher bei 3’831.39 Punkten. An der Nasdaq konnten die Indizes nach den starken Verlusten in der Vorwoche aufholen und legten um rund +1.7% zu. Die Börsenstimmung bleibt aber angeschlagen und der Ausblick auf eine baldige erneute Zinserhöhung des Fed und die Angst vor einer Rezession prägen den Handel. Einen positiven Impuls lieferten Entspannungssignale zwischen den USA und China. Es soll die Rücknahme einiger Handelszölle erwogen werden, die unter US-Präsident Donald Trump eingeführt worden waren.
Am Anleihenmarkt bleibt die Nervosität ebenfalls spürbar. Zeitweise konnte gestern eine Umkehr der Renditekurve beobachtet werden, d.h. die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen notierte höher als die länger – d.h. 5 bis 10 Jahre – laufenden Pendants. Die Umkehrungen deuten darauf hin, dass Anleger höhere kurzfristige Zinssätze erwarten, aber am längeren Ende die Möglichkeit sehen, dass die Fed nicht in der Lage sein wird, die Inflation zu kontrollieren, ohne die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen. Mit Spannung wird in diesem Zusammenhang das Protokoll des letzten Zinsentscheids der US-Notenbank, die FOMC-Minutes, heute Abend um 20:00 Uhr (MEZ) erwartet.
In Asien waren zur Wochenmitte mehrheitlich Verluste zu beobachten. In Hongkong gab der Hang Seng um rund -1.8% nach und in Tokio notiert der Nikkei 225 etwa -1% tiefer.
Unternehmensstimmung im Euroraum verschlechtert sich weiter
Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Privatwirtschaft in den Euroländern hat sich im Juni weiter auf das tiefste Niveau seit März 2021 eingetrübt. Der PMI Composite von S&P Global fiel von 54.8 auf 52.0 Punkte, knapp über dem Konsens von 51.9 Zählern. S&P Global-Chefvolkswirt Chris Williamson kommentierte: Die drastische Abkühlung erhöhe das Risiko, dass die Euro-Wirtschaft bereits im dritten Quartal 2022 in einen Abschwung rutscht.
In Grossbritannien hat sich hingegen die Unternehmensstimmung im Juni leicht verbessert. Der für den Dienstleistungs- und Industriebereich zusammengefasste Einkaufsmanagerindex legte dabei um 0.6 auf 53.7 Punkte zu. Besser als einen Monat zuvor beurteilten die Wirtschaftslage aber lediglich die Dienstleister, wogegen sich die Stimmung in der britischen Industrie verschlechterte.
Euro unter Druck – Schweizer Franken bricht Parität
Der Euro ist in der ersten Wochenhälfte gegenüber dem US-Dollar auf 1.0280 und damit auf den tiefsten Stand seit fast 20 Jahren abgerutscht. Auch gegenüber dem Schweizer Franken konnte die Einheitswährung die Parität nicht mehr halten und fiel stellenweise bis auf 0.9925 – der niedrigste Stand seit die Schweizerische Nationalbank (SNB) 2015 ihren Mindestkurs aufgegeben hat. Neben immer trüberen Konjunkturdaten aus dem Euroraum wird der Euro auch von der im Vergleich zur US-Notenbank zögerlichen Haltung der EZB belastet. Zudem ist Europa vom Krieg in der Ukraine und den Folgen für die Energieversorgung deutlich stärker betroffen.
Wirtschaftskalender 6. Juli
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | Auftragseingang Industrie (Mai, M/M) | -2.7% |
| 11:00 | EZ | EU Konjunkturprognosen | |
| 11:00 | EZ | Einzelhandelsumsätze (Mai, M/M) | -1.3% |
| 15:45 | USA | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Juni) | 51.2 |
| 16:00 | USA | ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleister (Juni) | 55.9 |
| 20:00 | USA | FOMC Protokoll |
Unternehmenskalender 12. Juli
| Land | Unternehmen | Periode |
| USA | Pepsico | Q2 |
Quelle: BondWorld.ch
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