LGT Navigator : Die Finanzmärkte warten diese Woche auf den Zinsentscheid der US-Notenbank, der am Mittwoch veröffentlicht wird. In der Eurozone nehmen die Befürchtungen zu, dass die Wirtschaft in eine Rezession rutschen könnte.
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Diese Woche dominiert der Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed) das Marktgeschehen. Fed-Chef Jerome Powell wird den Notenbankentscheid am Mittwoch kommunizieren. Die Finanzmärkte erwarten derzeit eine Zinserhöhung von +75 Basispunkten. Spekuliert wird aber auch über einen massiven Zinsschritt von +100 Basispunkten, nachdem die Inflation im Juni auf ein Rekordhoch von 9.1% kletterte. Am Donnerstag folgen zudem Zahlen zur US-Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal.
Anleger erwarten diese Woche ausserdem eine Fülle von Ergebnissen, darunter Berichte der Tech-Giganten Alphabet, Amazon, Apple und Microsoft. Bis am Freitag haben rund 20% der Unternehmen im S&P 500 ihre Quartalsergebnisse vorgelegt. Von diesen übertrafen fast 70% die Erwartungen der Analysten, meldete der Datendienstleister FactSet.
Zurückhaltung an den Börsen
Die asiatischen Märkte sind mit Abgaben in die neue Woche gestartet. Der Nikkei verliert in Tokio -0.8%. In Hongkong verliert der Hang Seng ebenfalls -0.8% und der Shanghai Composite gibt -0.7% nach.
Die Erholungsrally an der Wall Street legte bereits am Freitag eine Verschnaufpause ein. Für schlechte Stimmung sorgte unter anderem der unerwartet schlechte Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor. Das Barometer fiel im Juli auf 47.5 Punkte und signalisiert damit einen Rückgang der Aktivität. Der Rückenwind durch die aufgestaute Nachfrage sei angesichts steigender Lebenshaltungskosten, höherer Zinsen und zunehmend düsterer Wirtschaftsaussichten abgeflaut, meinten die Ökonomen von S&P Global, die den Index erheben.
Besonders hart traf es den Nasdaq Composite, der -1.9% einbüsste. Der Index litt unter einem Ausverkauf der Snap-Aktien, die knapp -40% abstürzten, nachdem das Quartalsergebnis schlechter als erwartet ausgefallen war. Der S&P 500 gab -1% nach und der Dow Jones verlor -0.4%.
Frühindikatoren signalisieren Wirtschaftsabschwung in der Eurozone
Die Einkaufsmangarindex für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone hat sich im Juli deutlich eingetrübt und signalisiert mittlerweile einen Rückgang der Industrieaktivität. Das Barometer, das von S&P Global erhoben wird, fiel auf 46.1 Punkte, nachdem es im Juni noch bei 49.3 lag. Damit notiert der wichtige Frühindikator auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren und liegt deutlich unter der Schwelle von 50, was auf einen Wirtschaftsabschwung hindeutet. Auch im Dienstleistungssektor hat sich die Stimmung eingetrübt, allerdings signalisiert der Index mit 51 Punkten noch ein leichtes Wachstum. Der Gesamtindex ist verglichen zum Vormonat um -2.6 Punkte auf 49.5 Punkte gesunken.
Chris Williamson, Chefökonom von S&P Global, prognostiziert für das Sommerquartal einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung im Euroraum. «Auch wenn der Rückgang derzeit noch bescheiden ausfällt, deuten die stark rückläufigen Neuaufträge, sinkende Auftragsbestände und die sich eintrübenden Geschäftsaussichten darauf hin, dass sich der Abwärtstrend im Laufe des Sommers weiter beschleunigen wird», sagte er.
Euro bleibt unter Druck
Die schwachen Frühindikatoren belasteten auch den Euro. Die Gemeinschaftswährung fiel am Freitag wieder unter USD 1.02. Auch zum Schweizer Franken notierte die Gemeinschaftswährung zunächst klar schwächer und fiel bis auf CHF 0.98095. Im Tagesverlauf erholte sich der Euro etwas, verharrte aber unter CHF 0.99.
Wirtschaftskalender 25. Juli
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 10:00 | DE | Ifo-Geschäftsklimaindex (Juli) | 85.8 |
Unternehmenskalender 25. Juli
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Julius Bär | Q2 |
| CH | Kühne + Nagel | Q2 |
| US | Newmont Mining | Q2 |
| NL | Philips N.V. | Q2 |
Quelle: BondWorld.ch
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