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LGT Navigator: Energiekrise in Europa spitzt sich zu

LGT Navigator : Russland hat angekündigt, die Gaslieferungen nach Europa erneut zu drosseln. An der Wall Street sind die zinssensitiven Technologiewerte vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank unter Druck geraten.

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Die Finanzmärkte erwarten am Mittwoch eine deutliche Straffung der Geldpolitik. Allerdings spekulieren sie, dass das Fed den Straffungskurs anfangs 2023 aufgeben muss.

Die amerikanischen Börsen sind uneinheitlich in die neue Woche gestartet. Der S&P 500 hat +0.1% gewonnen und der Dow Jones avancierte +0.3%. Technologiewerte hingegen sind zwei Tage vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank unter Druck geraten und der Nasdaq Composite büsste -0.4% ein. Die erwartete Straffung der amerikanischen Geldpolitik am Mittwoch dürfte den zinssensitiven Tech-Werten besonders zu schaffen machen. Heute legen die Google-Mutter Alphabet und Microsoft die Quartalszahlen vor, gefolgt von der Facebook-Betreiberin Meta am Mittwoch. Amazon und Apple publizieren ihre Ergebnisse am Donnerstag.

Auch die asiatischen Börsen handeln am Dienstag uneinheitlich. In Tokio notiert der Nikkei leicht im Minus. Der Hang Seng gewinnt in Hongkong +1.6% und der Shanghai Composite avanciert +0.8%.

Russland drosselt Gaslieferungen nach Europa

Die Befürchtungen von Europa scheinen sich nun doch zu bestätigen: Der russische Staatskonzern Gazprom hat angekündigt, die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 zu drosseln. Ab Mittwoch sollen täglich nur noch 20% der maximalen Kapazität nach Deutschland fliessen, teilte Gazprom am Montag mit. Grund dafür sei die Reparatur einer Turbine. Das deutsche Wirtschaftsministerium hat dieser Darstellung widersprochen und erklärte, es gebe keine technische Ursache für die erneute Drosselung der Liefermenge. Manche europäischen Länder, darunter Deutschland, bekunden bereits heute Mühe, die Gasspeicher für den Winter zu füllen. Wird die Versorgung erneut eingeschränkt, drohen Rationierungen für die Industrie.

Die EU-Staaten wollen sich heute an einem Sondertreffen in Brüssel auf einen Notfallplan zur Senkung des Gaskonsums verständigen, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Damit sollen die Risiken reduziert werden, die sich aus einem vollständigen Unterbruch russischer Gaslieferungen ergeben könnten. Der Plan sieht vor, dass die einzelnen Länder den Konsum vom 1. August 2022 bis zum 31. März 2023 freiwillig um 15% senken, um Versorgungsengpässen vorzubeugen.

Die Gaspreise sind nach der Ankündigung von Gazprom deutlich gestiegen. So sind die Terminkontrakte TTF an der Energiebörse in den Niederlanden am Montag bis zu 10% auf EUR 177 pro Megawattstunde gestiegen. Damit haben sich die Preise verglichen zum Vorjahr verfünffacht. Erst am vergangenen Donnerstag hatte Russland die Energielieferungen nach Europa wieder aufgenommen, nachdem Nord Stream 1 wegen Routinewartungen für zehn Tage stillgelegt wurde. Bereits im Juni hatte Gazprom die Gaslieferungen über die Pipeline auf 40% reduziert.

Anleger spekulieren auf Kehrtwende des Fed

Die Finanzmärkte wetten weiterhin auf einen steilen Zinserhöhungspfad der US-Notenbank. Demnach erwartet der Grossteil der Analysten, dass die Währungshüter das Zielband für die Federal Funds Rate am Mittwoch um +75 Basispunkte auf 2.25 bis 2.5% anheben werden. Bis Jahresende sollen die Leitzinsen gemäss Prognosen auf rund 3.5% steigen. Allerdings wird es auch für das Fed immer schwieriger, die Inflation mit steigenden Zinsen zu bekämpfen, ohne dabei die Konjunktur abzuwürgen. Zahlreiche Ökonomen erwarten mittlerweile, dass die US-Wirtschaft in den kommenden zwölf Monaten in eine Rezession rutschen wird. Das spiegelt sich auch in den Zinserwartungen: So gehen die Finanzmärkte davon aus, dass das Fed Anfang 2023 eine Kehrtwende vollziehen und die Leitzinsen wieder senken muss, um die Konjunktur zu stützen.

In Deutschland droht eine Rezession

Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im Juli deutlich eingetrübt. So ist der Ifo-Geschäftsklimaindex, Deutschlands wichtigster Frühindikator, verglichen zum Vormonat um -3.6 Punkte auf 88.6 Punkte gefallen, wie das Ifo-Institut am Montag mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit zwei Jahren. Analysten hatten zwar einen Rückgang erwartet, allerdings lediglich auf 90.1 Zähler. «Deutschland steht an der Schwelle zur Rezession», kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest und verwies auf die hohen Energiepreise und die drohende Gasknappheit. Das Stimmungstief zieht sich durch sämtliche Wirtschaftsbereiche. So blickt die Industrie so pessimistisch in die Zukunft wie zuletzt im April 2020, als die erste Pandemiewelle grassierte. Aber auch im Dienstleistungssektor, im Tourismus und im Gastgewerbe hat sich die Stimmung verschlechtert.

Die deutsche Wirtschaft ist derzeit mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Ganz oben auf dem Sorgenbarometer stehen die Energiekrise sowie die rasch steigenden Konsumentenpreise. Aber auch anhaltende Probleme in den Lieferketten und steigende Kapitalmarktzinsen dämpfen die Laune. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat vergangene Woche erstmals seit elf Jahren die Leitzinsen angehoben und einen Zinsschritt von 50 Basispunkten beschlossen.

Wirtschaftskalender 26. Juli

MEZLandIndikatorLetzte Periode
15:00USAS&P/Case-Shiller-Hauspreisindex (Mai, J/J) +21.2%
16:00USAVerbrauchervertrauen (Juli)98.7
16:00USAVerkauf neuer Häuser (Juni, M/M))+10.7%

Unternehmenskalender 26. Juli

LandUnternehmenPeriode
USAAlphabetQ2
USACoca ColaQ2
USAGeneral MotorsQ2
CHLindtQ2
CHLogitechQ1
FRLVMHQ2
USAMcDonald’sQ2
USMicrosoftQ4
KORSamsungQ2
CHSIG CombiblocQ2
CHUBSQ2
USAVisaQ2

Quelle: BondWorld.ch


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