LGT Navigator : An den Finanzmärkten scheint der jüngste Zinsschritt des Fed gut verdaut und an der Wall Street sorgten vor allem einige gewichtige Unternehmensergebnisse,
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wie beispielsweise von Apple oder Amazon für Rückenwind. Unterstützung erhielten die Aktienmärkte auch von Seiten der Anleihenmärkte, wo die Kapitalmarktzinsen nach den schwachen US-Wirtschaftsdaten zurückgingen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Monaten.
Negative Konjunkturnachrichten zogen den Dow Jones Industrial zu Beginn des Handels noch nach unten, jedoch drehte die Stimmung im Laufe des Tages und der Dow schloss +1.03% höher bei 32’529.63 Punkten, womit der höchste Wert seit sieben Wochen erreicht wurde. Der S&P 500 legte um +1.21% auf 4’072.43 Punkte zu und an der Technologiebörse Nasdaq verbuchten die Indizes, nach den kräftigen Gewinnen am Vortag, ebenfalls ein Plus von knapp einem Prozent.
Im Mittelpunkt standen weiterhin die Quartalsergebnisse gewichtiger Blue Chips. So konnte beispielsweise der weltgrösste Online-Händler Amazon seinen Umsatz im Q2 trotz Inflation und Rezessionssorgen deutlich steigern und die Erwartungen übertreffen. Positiv gewertet wurde zudem der Ausblick auf ein stärker als bisher antizipiertes Umsatzwachstum im laufenden Quartal. Die Aktie legte nachbörslich zeitweise um mehr als +12% zu. Apple überzeugte mit einem Rekordumsatz und übertraf bei Gewinn und Umsatz die Marktschätzungen. Der Facebook-Konzern Meta musste hingegen den ersten Umsatzrückgang seit dem Börsengang 2012 hinnehmen und blieb im Ausblick zurückhaltend. Die Aktie gab um rund -5% nach. Besser lief es dem Pharmariesen Pfizer, der nach einem starken Geschäft im zweiten Quartal die Gewinnziele für das Gesamtjahr erhöhte. Auch Konkurrent Merck & Co zeigte sich etwas zuversichtlicher hinsichtlich der Umsatzentwicklung im laufenden Jahr. Beide Pharmaaktien litten gestern aber unter Gewinnmitnahmen. Gute Ergebnisse lieferten u.a. auch Mastercard, Ford oder der französisch-italienisch-amerikanische Autokonzern Stellantis.
In Asien tendierten die Aktienindizes zum Wochenschluss mehrheitlich im negativen Bereich. In Tokio verliert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund -0.2%, während in Hongkong der Hang Seng um rund -2% nachgibt.
US-Wirtschaft zumindest per Definition bereits in einer Rezession
Eine erste Schätzung des Handelsministeriums in Washington zufolge ist die amerikanische Wirtschaft im zweiten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von -0.9% zum Vorquartal geschrumpft. Mit dem zweiten Rückgang der Wirtschaftsleistung infolge – im Q1 war das US-BIP um annualisiert -1.6% zurückgegangen – befindet sich die weltgrösste Volkswirtschaft per Definition in einer Rezession.
Der US-Notenbankvorsitzende Jerome Powell zeigte sich anlässlich der jüngsten Zinserhöhung überzeugt, dass die US-Wirtschaft nach wie vor nicht in einer Rezession steckt, da viele Wirtschaftsbereiche – allen voran der Arbeitsmarkt – nach wie vor eine robuste Entwicklung ausweisen.
US-Finanzministerin Janet Yellen versuchte ebenfalls Rezessionsängste zu dämpfen. Es sei kein signifikanter Anstieg von Unternehmensinsolvenzen zu beobachten und auch der Arbeitsmarkt sei nach wie vor aussergewöhnlich solide, betonte die ehemalige Notenbankchefin.
Stimmung im Euroraum weiter eingetrübt
Der monatlich von der EU-Kommission in Brüssel publizierte Economic Sentiment Indicator (ESI) signalisierte eine weitere Verschlechterung der generellen Wirtschaftsstimmung in der Eurozone. Der Indikator fiel im Juli um 4.5 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 99.0 Zähler stärker als erwartet zurück und notiert damit unter dem langfristigen Durchschnitt sowie auf dem niedrigsten Niveau seit Februar 2021. Ökonomen waren von einem geringeren Rückgang auf 102.0 Punkte ausgegangen. Grösste Belastungsfaktoren sind die hohen Energiepreise und die anhaltenden Lieferkettenprobleme.
Ifo sieht Höhepunkt der Inflationsentwicklung in Deutschland erreicht
Die Konsumentenpreise dürften zwar noch weiter steigen, jedoch sollte sich das Tempo verlangsamen und die Inflation ihren Höhepunkt voraussichtlich erreicht haben. Im Verlauf der zweiten Jahreshälfte sei allmählich mit einer Abschwächung des Inflationsdrucks zu rechnen, heisst es von Seiten des Ifo. Die Einschätzung des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts basiert auf einer Unternehmensumfrage, bei der die Preiserwartungen der Firmen im Mittelpunkt stehen. Allerdings sei aber insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel noch kein Ende des Preisauftriebs absehbar.
Wie das Statistische Bundesamt gestern vermeldete, stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Juli noch um +7.5%, womit eine gewisse Entspannung bereits sichtbar wird. Im Mai hatte die Jahresteuerung noch +7.9% betragen.
Wirtschaftskalender 29. Juli
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 07:30 | FR | BIP Q2 (Q/Q) | -0.2% |
| 08:45 | FR | Verbraucherpreise (Juli, J/J) | +6.5% |
| 09:00 | CH | KOF-Konjunkturbarometer (Juli) | 96.9 |
| 09:00 | ES | Verbraucherpreise (Juli, J/J) | +10.2% |
| 09:00 | ES | BIP Q2 (Q/Q) | +0.2% |
| 09:00 | AUT | BIP Q2 (Q/Q) | +1.5% |
| 09:00 | AUT | Verbraucherpreise (Juli, J/J) | +8.7% |
| 09:55 | DE | Arbeitslosenrate (Juli) | 6.2% |
| 10:00 | DE | BIP Q2 (Q/Q) | +0.2% |
| 10:00 | IT | BIP Q2 (Q/Q) | +0.1% |
| 11:00 | EZ | Verbraucherpreise (Juli, M/M) | +0.8% |
| 11:00 | EZ | Verbraucherpreise (Juli, J/J) | +8.6% |
| 11:00 | EZ | Kern-Verbraucherpreise (Juli, J/J) | +4.6% |
| 11:00 | EZ | BIP Q2 (Q/Q) | +0.6% |
| 14:00 | DE | Verbraucherpreise (Juli, J/J) | +8.2% |
| 14:30 | USA | PCE-Kernrate (Juni, J/J) | +4.7% |
| 14:30 | USA | Konsumausgaben (Juni, M/M) | -0.4% |
| 14:30 | USA | Persönliche Einkommen (Juni, M/M) | +0.5% |
| 15:45 | USA | Chicago Einkaufsmanagerindex (Juli) | 56.0 |
| 16:00 | USA | Konsumentenstimmung (Juli) | 51.1 |
Unternehmenskalender 29. Juli
| Land | Unternehmen | Periode |
| JP | Sony | Q1 |
| CH | Swiss Re | H1 |
| CH | Sulzer | H1 |
| CH | Glencore | H1 |
| FR | Renault | H1 |
| FR | Vinci | H1 |
| FR | Air France-KLM | Q2 |
| IT | Eni | H1 |
| IT | Intesa Sanpaolo | H1 |
| NL | Signify | Q2 |
| UK | AstraZeneca | H1 |
| US | ExxonMobil | Q2 |
| US | Chevron | Q2 |
| US | Procter & Gamble | Q2 |
| US | Colgate-Palmolive | Q2 |
Quelle: BondWorld.ch
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