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LGT Navigator: Frühindikatoren bekräftigen Rezessionsängste

LGT Navigator : Die neusten Einkaufsmanagerumfragewerte in den USA, der Eurozone oder Grossbritannien verstärken den Eindruck, dass sich der Wirtschaftstrend weiter verlangsamt und sich das Risiko einer Rezession erhöht hat.

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An der Wall Street verbuchten die Indizes zu Wochenbeginn moderate Verluste, während der Goldpreis auf das höchste Niveau seit etwa einem Monat kletterte.

An der New Yorker Börse schlossen die Aktienindizes am Montag in einem ruhigen Handel leicht tiefer, ohne einen klar ersichtlichen Trend. Der Dow Jones Industrial gab zum Schluss -0.14% nach und beendete den Handel bei 32’798.40 Punkten. Der marktbreite S&P 500 fiel um -0.28% auf 4’118.63 Punkte zurück, während an der Technologiebörse Nasdaq die Indizes praktisch unverändert aus dem Tagesgeschäft gingen. In der Bilanz für Juli wiesen die Nasdaq-Indizes einen Zugewinn von knapp +13% aus und der Dow legte im vergangenen Monat um rund +7% zu.

In Asien zeigten die Aktienindizes am Dienstag mehrheitlich Verluste. In Tokio fällt der Nikkei 225 um rund -1.5%, während die Börsen in Hongkong und Shanghai feiertagsbedingt geschlossen blieben. Australiens Zentralbank erhöhte unterdessen ihren Leitzins den vierten Monat in Folge, um damit die steigende Inflation einzudämmen. Im Zentrum steht in Asien derzeit vor allem der für die Beziehungen zwischen den USA und China heikle geplante Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan.

Am Anleihenmarkt gab die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen weiter bis auf 2.55% nach. Gleichzeitig setzte der Goldpreis zu Wochenbeginn seinen Anstieg der vergangenen Handelstage fort und kletterte bis auf knapp USD 1’775 – der höchste Stand seit etwa einem Monat.

ISM-Einkaufsmanagerindex signalisiert weitere Abschwächung der US-Wirtschaft

Die Stimmung in der amerikanischen Industrie hat sich im Juli weiter eingetrübt und der repräsentative Einkaufsmanagerindex des Branchenverbandes ISM (Institute for Supply Management) fiel auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren zurück. Der Indikator gab im Juli um 0.2 auf 52.8 Punkte nach. Analysten waren im Schnitt jedoch von einem noch kräftigeren Rückgang auf 52.0 Zähler ausgegangen. Schwächen waren vor allem im Auftragseingang der befragten Unternehmen zu beobachten.

Auch im Euroraum und Grossbritannien trübt sich die Stimmung in der Industrie weiter ein

Die Industrieunternehmen in der Eurozone zeigten sich im Juli ebenfalls pessimistischer. So fiel der Einkaufsmanagerindex für die Euroländer von 52.1 auf 49.8 Punkte zurück und notiert damit nun knapp unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern, was erstmals seit gut zwei Jahren eine Kontraktion des Wirtschaftssektors signalisiert. Der Abschwung im europäischen Industriesektor werde immer steiler und das Rezessionsrisiko habe sich klar erhöht, kommentierte Chris Williamson, Chefökonom von S&P Global.

Auch in der britischen Industrie wurde im Juli eine deutliche Stimmungsverschlechterung festgestellt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex gab um 0.7 auf 52.1 Punkte nach und fiel damit auf den tiefsten Stand seit gut zwei Jahren. Nach Einschätzung von S&P Global habe Grossbritanniens Industrie wegen der anhaltenden Lieferproblemen, der steigenden Preisen und der Unsicherheiten rund um den Ukraine-Krieg in den Rückwärtsgang geschaltet.

Inflation im Euroraum klettert von Rekordhoch zu Rekordhoch

Die Teuerung der Konsumentenpreise in den Euroländern hat im Juli erneut einen Höchstwert erreicht. Im Jahresvergleich stiegen die Lebenshaltungskosten um +8.9%, verglichen mit +8.6% im Monat zuvor. Im Schnitt hatten Ökonomen mit +8.7% gerechnet. Getrieben wurde die Inflation weiterhin vor allem durch die Energiepreise, die auf Jahressicht um fast +40% zulegten. Lebens- und Genussmittel kosteten im Juli knapp +10% mehr als ein Jahr zuvor. Die Kerninflationsrate kletterte von +3.7% im Juni auf +4.0%. Am stärksten war der Teuerungsdruck in drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen mit mehr als +20%.

Euro-Wirtschaft schnitt im zweiten Quartal besser ab als erwartet

Das Bruttoinlandsprodukt der Währungszone ist im zweiten Quartal um +0.7% zum Vorquartal gestiegen, womit die Erwartungen von durchschnittlich +0.2% deutlich übertroffen wurden. Ein überraschend kräftiges Wachstum verzeichneten Italien (+1.0%) und Spanien (+1.1%). Währenddessen enttäuschte Deutschland im Q2 mit einem Nullwachstum.

Deutsche Wirtschaft stagniert

In Deutschland belasteten die Inflation, Lieferengpässe und die negativen Auswirkungen des Ukraine-Krieges, insbesondere Unsicherheiten hinsichtlich der Energieversorgung, die Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal. Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte gegenüber dem Vorquartal, nachdem Europas grösste Wirtschaft zu Jahresbeginn noch um +0.8% expandiert hatte.

Nach Einschätzung der EU-Kommission wird Deutschland dieses Jahr voraussichtlich nur ein moderates Wachstum von +1.4% erzielen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht von +1.2% aus. 

Italien und Spanien überraschen positiv

Die nach Wirtschaftskraft Nummer drei und vier der Euroländer, Italien und Spanien, wiesen im Q2 ein stärker als erwartetes Wachstum aus. Das italienische BIP legte gegenüber dem Vorquartal um +1.0% (Konsens +0.3%, Q1 +0.1%) zu und Spaniens Wirtschaftsleistung stieg um +1.1%.

Getrübter Ausblick für Schweizer Wirtschaft

Das Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich gab im Juli deutlich nach. Der Indikator fiel um 5.1 auf 90.1 Punkte zurück und verharrt damit den dritten Monat in Folge unter dem langfristigen Durchschnitt. Zudem wurde der Vormonatswert von 96.9 auf 95.2 Punkte kräftig nach unten korrigiert. Mit Blick auf den Herbst sei mit einer «harzigen» Konjunkturentwicklung zu rechnen.

Wirtschaftskalender 2. August

MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:00CHSECO Konsumklimaindikator Q3-18
09:30CHEinkaufsmanagerindex Industrie (Juli)59.1

Unternehmenskalender 2. August

LandUnternehmenPeriode
DEFreseniusH1
NLDSMQ2
AUTRaiffeisen InternationalQ2
FRBouyguesH1
ITGeneraliH1
ITFerrariQ2
GBBPH1
USAAMDQ2
USADupontQ2
USAStarbucksQ2
USAAirbnbQ2
USAMarriottQ2
USAUber TechnologiesQ2
USACaterpillarQ2
USAPayPalQ2

Quelle: BondWorld.ch


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