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LGT Navigator: Energiekrise in Europa verschärft sich weiter

LGT Navigator : Russland hat die Gaszufuhr über die Ostseepipeline Nord Stream 1 nach Wartungsarbeiten nicht wie zunächst angekündigt wieder aufgenommen.

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Damit verschärft sich die Energiekrise in Europa mit Blick auf den kommenden Winter weiter. In den USA ist das Beschäftigungswachstum weiterhin robust geblieben, jedoch stieg die Arbeitslosenrate im August unerwartet an und die Dynamik des Lohnwachstums hat sich etwas verlangsamt. Als Fazit muss dennoch davon ausgegangen werden, dass sich die US-Notenbank in ihrer restriktiven geldpolitischen Ausrichtung bestätigt sehen dürfte. In der neuen Woche steht nun die EZB im Mittelpunkt. Am Donnerstag wird sie ihren Zinsentscheid kommunizieren.

Die neuste Eskalation im Konflikt mit Russland dürfte an den Kapitalmärkten zu Wochenbeginn für zusätzliche Unsicherheiten sorgen. Der russische Staatskonzern Gazprom hatte mitgeteilt, dass die fortlaufende Unterbrechung der Gaslieferung auf ein Ölleck in einer Kompressorstation zurückzuführen sei. Eigentlich wurde damit gerechnet, dass ab Samstag wieder Gas durch Nord Stream 1 nach Westeuropa fliesst. Der Euro litt unter dem russischen Gasstopp und handelt gegenüber dem US-Dollar weiterhin um die Parität.

An der New Yorker Börse schloss der Dow Jones Industrial am Freitag bei 31’318.44 Punkten rund ein Prozent tiefer als am Vortag und verbuchte damit auf Wochensicht einen Verlust von rund drei Prozent. Der S&P 500 ging am Freitag bei 3’924.26 Zählern ebenfalls ein Prozent tiefer aus dem Handel. An der Nasdaq verloren die Indizes rund -1.5%. Die neusten Arbeitsmarktdaten aus den USA boten dabei keine Entlastung, denn es muss weiterhin von einer kräftigen Erhöhung der Leitzinsen durch das Fed ausgegangen werden. Am Anleihenmarkt hielt sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei 3.20%. In Asien tendierten die Aktienmärkte zu Wochenbeginn uneinheitlich.

Beschäftigungswachstum in den USA bleibt robust und das Fed auf Kurs

In den USA sind im August mit +315’000 neuen Jobs etwas mehr Arbeitsplätze geschaffen worden als von Analysten mit durchschnittlich +298’000 erwartet. Andererseits musste das Arbeitsministerium in Washington aber die beiden Vormonatswerte um insgesamt 107’000 Stellen nach unten korrigieren. Zudem kletterte die Arbeitslosenquote auf niedrigem Niveau von 3.5% auf 3.7%. Gleichzeitig verlangsamte sich die Dynamik des Lohnwachstums im August. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten auf Monatssicht noch um +0.3% zu (Konsens +0.4%), verglichen mit +0.5% im Juli. Im Vergleich zur Vorjahresperiode erhöhten sich die Stundenlöhne im August +5.2%. Hintergrund dürfte der Mangel an Arbeitskräften sein.

Rekordhoher Preisauftrieb auf Erzeugerebene im Euroraum

Die Produzentenpreise in der Eurozone sind im Juli wieder kräftiger gestiegen. Auf Jahressicht wurde erstmals seit Einführung des Euros 1999 eine Preissteigerung von knapp 38% gemessen. Besonders stark haben die Preise im Energiesektor zugelegt, die sich im Jahresvergleich fast verdoppelt haben und gegenüber dem Vormonat um +9% gestiegen sind. Ebenfalls deutlich teurer waren Vorleistungsgüter, die wichtig für die Produktion sind. Die Entwicklung der Erzeugerpreise wirkt sich in der Regel mit etwas Zeitverzug teilweise auf die Verbraucherpreise aus.

Inflationserwartungen der Konsumenten in der Eurozone weiter gestiegen

Die Verbraucher in den Euroländern gehen einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge auf Sicht von drei Jahren von einer noch etwas höheren Inflation aus. Die Erwartungen stiegen im Juli von +2.8% auf +3.0%. Auf Sicht von zwölf Monaten erwarteten die befragten Privathaushalte im Schnitt weiterhin eine jährliche Teuerungsrate von +5.0%. Gleichzeitig rechnen die Konsumenten mit einer noch kräftigeren Abschwächung der Konjunktur. Erwartet wird demnach nun ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um -1.9%, verglichen mit dem vorherigen Umfragewert von -1.3%. Entsprechend wird auch mit einer steigenden Arbeitslosigkeit gerechnet. In der «Consumer Expectations Survey» der EZB werden jeweils rund 14’000 Privathaushalte in den Euroländern befragt.

Wirtschaftskalender 5. September

MEZLandIndikatorLetzte Periode
00:00USAFeiertag Labor Day 
09:00CHBIP Q2 (Q/Q)+0.5%
09:15ESEinkaufsmanagerindex Dienstleister (August)53.8
09:45ITEinkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (August)47.7
09:50FREinkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (August)49.8
09:55DEEinkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (August)47.6
10:00EZEinkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (August)49.2
10:30GBEinkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (August)50.9
10:30EZSentix Konjunkturerwartungen (September)-25.2
11:00EZEinzelhandelsumsätze (Juli, M/M)-1.2%

Unternehmenskalender 6. September

LandUnternehmenPeriode
NLDSMInvestorentag

Quelle: BondWorld.ch


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