LGT Navigator : Neuste Teuerungsdaten aus den USA zeigten, dass die Dynamik des Preisanstiegs im August weniger als erwartet nachgab und machten damit die Hoffnung auf eine Entspannung der Inflation zunichte.
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Da dies eine unverändert aggressive Gangart der amerikanischen Notenbank nahelegt, gaben die Kurse an den Aktienmärkten in der Folge nach, während die US-Kapitalmarktzinsen und der US-Dollar stiegen.
In den USA bleibt der Inflationsdruck hartnäckig. Die Hoffnung an den Finanzmärkten, dass sich die Teuerung dank gesunkener Benzinpreise weiter abschwächt, wurden nicht erfüllt. Auf Jahressicht stiegen demnach die US-Verbraucherpreise um +8.3%, womit die Inflationsrate zwar von +8.5% im Vormonat abkühlte, jedoch höher lag als dies von einer Mehrheit von Analysten im Konsens mit +8.1% prognostiziert worden war. Die Kernrate, also ohne Berücksichtigung der für die «allgemeine» Inflationsrate ausschlaggebenden Energiepreise, kletterte im August gar von +5.9% auf +6.3%. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Lebenshaltungskosten im August um +0.1% (Konsens -0.1%). Insgesamt wird die US-Notenbank damit wohl oder übel an ihrem restriktiveren Kurs festhalten müssen und es muss nächste Woche mit einem neuerlichen (wahrscheinlich kräftigen) Zinsschritt gerechnet werden.
An den Börsenplätzen in Europa und den USA reagierten die Aktienindizes erwartungsgemäss negativ auf die anhaltend hartnäckige Inflation. An der Wall Street sorgte die höher als erwartete Inflation in den USA für herbe Kursverluste. Unter die Räder kamen vor allem die Technologiewerte, die als besonders zinssensitiv gelten. Der Dow Jones Industrial ging mit einem Tagesverlust von fast -4% bei 31’104.97 Punkten (-3.94%) aus dem Handel und der S&P 500 fiel um -4.32% auf 3’932.69 Punkte zurück. An der Nasdaq 100 brachen die Indizes noch stärker um rund -5.5% ein. Gleichzeitig stieg die Rendite zehnjähriger Treasuries auf 3.42% und der US-Dollar legte zu. Hinsichtlich des auf nächsten Mittwoch angesetzten Zinsentscheids der US-Notenbank muss nun wohl mit einem neuerlich kräftigen Zinsschritt um 75 Basispunkte gerechnet werden.
Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum gaben am Mittwoch mehrheitlich ebenfalls stark nach. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei rund -2.7% tiefer und der japanische Yen fiel gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit September 1998. In Hongkong verliert der Hang-Seng-Index rund -2.5%. Auf dem chinesischen Festland handelt der Shanghai Composite etwa -1% tiefer und der Shenzhen Component verliert rund -1.5%. Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans gab zur Wochenmitte um rund -2.3% nach.
Inflation Deutschland – nur kurzzeitige Entspannung
Die deutschen Verbraucherpreise sind im August wieder auf +7.9% gestiegen. Damit entpuppte sich der Rückgang im Vormonat von +7.6% im Juni auf +7.5% als Strohfeuer. Ökonomen und auch die Bundesbank gehen in den nächsten Monaten aufgrund der steigenden Energiepreise von einer zweistelligen Inflationsrate aus. Im August 2022 lagen die Energiepreise in Deutschland nach Berechnungen des Bundesamts für Statistik um knapp +36% über dem Niveau des Vorjahresmonats. Auch bei Nahrungsmitteln (+16.6%) verstärkte sich der Preisdruck den sechsten Monat in Folge.
Minimaler Rückgang der Teuerung in Spanien
Die Inflation in Spanien war im August etwas stärker als angenommen, ging jedoch gegenüber dem Vormonat leicht zurück. Auf Jahressicht ergab sich eine Teuerungsrate von +10.5%, verglichen mit einer ersten Schätzung von +10.3%, jedoch tiefer als die im Juli gemessenen +10.7%. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die spanischen Konsumentenpreise um +0.3%.
Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone weiter verschlechtert
Die Konjunkturerwartungen von Analysten und institutionellen Anlegern haben sich im August erneut eingetrübt. Das monatlich vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim berechnete Wirtschaftsbarometer gab im September gegenüber dem Vormonat um 6.6 auf minus 61.9 Punkte nach – der niedrigste Stand seit Oktober 2008. Der Konsens hatte mit einem moderateren Rückgang auf minus 59.5 Zähler gerechnet. Hintergrund sind laut ZEW die drohende Energiekrise, die den Ausblick für grosse Teile der deutschen Industrie noch stärker eintrüben. Hinzu komme zudem eine pessimistischere Einschätzung der Wachstumsperspektiven in China.
Wirtschaftskalender 14. September
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | GB | Verbraucherpreise (August, J/J) | +10.1% |
| 08:00 | GB | Erzeugerpreise (August, J/J) | +17.1% |
| 09:00 | EZ | EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen spricht | |
| 11:00 | EZ | Industrieproduktion (Juli, M/M) | +0.9% |
| 14:30 | USA | Erzeugerpreise (August, M/M) | -0.5% |
| 14:30 | USA | Erzeugerpreise (August, J/J) | +9.8% |
Unternehmenskalender 14. September
| Land | Unternehmen | Periode |
| ES | Inditex | H1 |
Quelle: BondWorld.ch
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