LGT Navigator : Neue und durchwachsen ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA konnten keine echten neuen Impulse liefern und so gaben die Aktienindizes an der New Yorker Börse nach der zaghaften Stabilisierung am Vortag wieder nach.
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LGT Navigator
Dominierend bleiben die Inflationsentwicklung und die Reaktion der Zentralbanken. So fokussieren die Kapitalmärkte bereits jetzt den am kommenden Mittwoch erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank. Das Fed könnte als Antwort auf die hartnäckiger als erwartete Inflation in den USA mit einem weiteren kräftigen Zinsschritt nachlegen – womöglich mit einer Erhöhung um 100 Basispunkte.
Während der Dow Jones Industrial bei 30’961.82 Punkten mit einem Tagesverlust von -0.56% aus dem Handel ging, verlor der breite S&P 500 -1.13% und fiel auf 3’901.35 Zähler zurück. Am kräftigsten war der Abgabedruck an der Technologiebörse Nasdaq, wo die Indizes um rund -1.7% nachgaben und damit das niedrigste Niveau seit Mitte Juli erreichten. Gleichzeitig stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen im Vorfeld des in der nächsten Woche antizipierten weiteren Zinsschritts der US-Notenbank. Die Rendite zehnjähriger Treasuries kletterte auf 3.45%, während diejenige der zweijährigen Staatsanleihe den höchsten Stand seit 2007 erreichte. Für zusätzliche Nervosität könnte heute der anstehende grosse Verfall an den Terminmärkten sorgen.
An den Aktienbörsen im asiatisch-pazifischen Raum tendierten zum Wochenschluss im negativen Terrain. In Tokio notiert der Nikkei 225 rund -1.1% tiefer und in Hongkong fällt der Hang Seng um rund -0.5%. Auf dem chinesischen Festland gaben die Indizes in Shanghai und in Shenzhen um knapp -1% nach. Besser als erwarteten Daten zur chinesischen Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen konnten keine positiven Impulse setzen. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans handelt zum Schluss rund -1% tiefer zum Vortagesschluss.
Fragile Umsatzentwicklung im US-Einzelhandel
Die amerikanische Einzelhandelsbranche konnte im August ihre Umsätze gegenüber dem Vormonat stärker steigern als erwartet. Auf Monatssicht nahmen die Retail Sales um +0.3% zu, während Analysten mit einem Rückgang um -0.1% gerechnet hatten. Andererseits waren die Umsätze im Juli revidierten Angaben zufolge aber schwach mit einem Rückgang um -0.4% – eine erste Berechnung war von einer Stagnation ausgegangen.
Minimale Entspannung bei US-Importpreisen
Die Preise, der in die USA importierten Güter sind im August etwas weniger stark gestiegen, jedoch von hohem Niveau aus. Die Importpreise stiegen auf Jahressicht um +7.8% (Konsens +7.7%) nach +8.8% im Juli.
Regional unterschiedliche Signale aus der US-Industrie
Die Stimmung der Industrieunternehmen im US-Bundesstaat New York hat sich im September deutlich verbessert. Darauf deutete der Empire-State-Index hin, der um knapp 30 Punkte auf minus 1.5 Zähler zulegte (Konsens minus 12.9). Im Juli hatte das Barometer mit minus 31.3 Punkten den tiefsten Wert seit Mai 2020 erreicht. In der Region von Philadelphia hat sich das Geschäftsklima in der Industrie überraschend deutlich verschlechtert. Der Philly-Fed-Index fiel dabei um 16.1 auf minus 9.9 Punkte zurück (Konsens plus 2.3).
Unterdessen verzeichnete die US-Industrie auf nationaler Ebene einen stärker als von Ökonomen erwarteten Rückgang der Industrieproduktion. Im Vergleich zum Vormonat sank der Ausstoss im August um -0.2%, während der Konsens mit einer Stagnation gerechnet hatte. Insbesondere Energieversorger haben ihre Produktion zurückgefahren, hiess es.
Leicht abgeschwächte Dynamik deutscher Grosshandelspreise
Der starke Preisanstieg im deutschen Grosshandel hat sich im August erneut abgeschwächt. Die Grosshandelspreise erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um +18.9%, womit sich die Teuerung in diesem Segment bereits den vierten Monat verlangsamt hat. Hintergrund für die Preissteigerungen sind die stark gestiegenen Preise für Rohstoffe und Vorprodukte. Die Preisentwicklung im Grosshandel wirkt sich meist zeitlich verzögert auf die Konsumentenpreise aus.
Leicht tiefere Inflation in Frankreich
Die Lebenshaltungskosten in Frankreich sind im August minimal gesunken. Auf Jahressicht stiegen die Verbraucherpreise im letzten Monat um +6.6% verglichen mit +6.8% im Juli. Für die moderate Entspannung im August war vor allem ein leichter Rückgang der Energiepreise verantwortlich, während aber die Preise für Lebensmittel deutlicher gestiegen sind.
Wirtschaftskalender 16. September
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | GB | Einzelhandelsumsätze (August, M/M) | +0.3% |
| 09:00 | IT | Verbraucherpreise (August, J/J) | +9.0% |
| 11:00 | EZ | Verbraucherpreise (August, M/M) | +0.1% |
| 11:00 | EZ | Verbraucherpreise (August, J/J) | +9.1% |
| 11:00 | EZ | Kern-Verbraucherpreise (August, J/J) | +5.5% |
| 13:00 | GB | Bank of England Quartalsbericht | |
| 14:30 | USA | Konsumentenstimmung (September) | 58.2 |
Unternehmenskalender 16. September
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Emmi | Kapitalmarkttag |
| GB | Feiertag | |
| JP | Feiertag |
Quelle: BondWorld.ch
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