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LGT Navigator: Erholungsrally an der Wall Street

LGT Navigator : In den USA verharrt die Teuerung trotz des aggressiven Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank auf hohem Niveau.

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Im November dürften die Währungshüter daher den nächsten Jumbo-Zinsschritt beschliessen. In Grossbritannien spitzt sich derweil der Streit um das Fiskalpaket zu. Für Spannung an den Märkten sorgen heute aber auch die Quartalsergebnisse verschiedener US-Grossbanken.

Die neuesten Inflationszahlen aus den USA sorgten am Donnerstag zunächst für trübe Stimmung bei den Anlegern. Denn trotz des scharfen Bremsmanövers der US-Notenbank (Fed) verteuern sich die amerikanischen Konsumentenpreise nach wie vor rasant. Das Fed dürfte den aggressiven Zinserhöhungszyklus daher fortsetzen. Doch im Handelsverlauf erholten sich die Kurse und kletterten steil nach oben. Der S&P 500 gewann schliesslich +2.6%. Der Dow Jones legte +2.8% zu und schloss über der Marke von 30’000 Punkten. Der Nasdaq Composite kletterte +2.2%.

Die asiatischen Märkte knüpfen an die Rally an der Wall Street an und legen am Freitag kräftig zu. In Tokio gewinnt der Nikkei +3.2% und in Hongkong notiert der Hang Seng +3.3% fester. Der Shanghai Composite avanciert +1.6%. In China sind die Konsumentenpreise im September schneller als erwartet gestiegen. Die Jahresteuerung betrug +2.8% und kletterte damit auf den höchsten Stand seit April 2020.

In diesem volatilen Marktumfeld fällt heute der Startschuss zur Gewinnsaison. In den USA legen die ersten Börsenschwergewichte ihre Zahlen zum dritten Quartal vor und wie üblich machen die Grossbanken den Auftakt. Auf der Agenda stehen heute die Ergebnisse von JPMorgan Chase, Citigroup, Morgan Stanley und Wells Fargo.

US-Inflation verharrt auf hohem Niveau

Die amerikanischen Konsumentenpreise sind im September erneut scharf gestiegen und haben sich gegenüber dem Vorjahr um +8.2% verteuert. Damit hat sich das Preiswachstum im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verlangsamt: Im August lag die Jahresteuerung bei +8.3%. Die Kerninflationsrate stieg sogar auf +6.6%, von +6.3% im Vormonat, und kletterte damit auf den höchsten Stand seit August 1982.

Die jüngsten Inflationsdaten bestätigen somit die Befürchtungen der US-Notenbank, dass sich die hohe Teuerung als ungemein hartnäckig erweisen dürfte. So haben denn auch zahlreiche Fed-Mitglieder an der vergangenen geldpolitischen Sitzung erklärt, dass sie es als riskanter erachten, zu wenig gegen den rasanten Preisanstieg zu tun, als im Kampf gegen die Inflation zu übertreiben. Das geht aus dem Sitzungsprotokoll (Minutes) hervor. Nach dem neuen Inflationsbericht ist der Weg für eine weitere massive Zinserhöhung offen. Das Fed hat den Leitzins bereits dreimal hintereinander um 75 Basispunkte erhöht und dürfte im November einen weiteren Zinsschritt in diesem Umfang beschliessen.

Kehrtwende in Grossbritannien?

In Grossbritannien weitet sich derweil das Chaos rund um das umstrittene Steuerpaket der Regierung aus. Am Donnerstag gab es erneut Spekulationen, dass die britische Premierministerin Liz Truss die geplanten Steuersenkungen zurücknehmen könnte. Auf jeden Fall nahm der Druck auf die Regierungschefin zu, und zwar aus der eigenen Partei wie auch von aussen. So sagte Kristalina Georgieva, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), nach einem Treffen mit dem britischen Notenbankchef Andrew Bailey, dass die Fiskalpolitik die Geldpolitik nicht aushebeln solle. Der britische Finanzminister Kwasi Kwarteng hat die laufende IWF-Tagung in Washington mittlerweile frühzeitig verlassen, um nach Grossbritannien zurückzukehren und sich um die Wirtschaftskrise zu kümmern.

Die britische Regierung hat im September ein Budget vorgestellt, das Steuersenkungen im Umfang von bis zu GBP 45 Mrd. vorsieht. Einen Plan zur Finanzierung der neuen Schulden gibt es allerdings nicht. Die anschliessenden Marktturbulenzen riefen die Bank of England auf den Plan, die ein Notkaufprogramm lancierte, um den heimischen Finanzmarkt zu stützen. Dieses Programm soll heute beendet werden. Die Aussichten auf eine Kehrtwende in der Steuerpolitik verliehen dem britischen Pfund am Donnerstag Auftrieb. Die Währung kletterte gegenüber dem US-Dollar bis auf USD 1.1295, nachdem sie am Vormittag noch unter USD 1.11 notierte.

Inflation steigt in Deutschland auf den höchsten Stand seit den Nachkriegsjahren

In Deutschland ist die Inflation im September auf den höchsten Stand seit rund siebzig Jahren gestiegen. So haben sich die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um +10.0% verteuert, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit und bestätigte damit eine erste Schätzung. Im August lag die Jahresteuerung bei +7.9%. Zum Preisanstieg haben unter anderem das Auslaufen des 9-Euro-Tickets für den öffentlichen Verkehr sowie das Ende der Tankrabatte gesorgt. Die Massnahmen hatten den Preisauftrieb im Sommer etwas gedämpft. Aber auch Energie hat sich erneut massiv verteuert und kostet knapp +44% mehr als im Vorjahr. Für Lebensmittel müssen Konsumenten fast +19% mehr bezahlen als vor einem Jahr. Ein höheres Preiswachstum wurde zuletzt in den alten Bundesländern in den Nachkriegsjahren Anfang der Fünfzigerjahre gemessen. Seither hat sich die Berechnungsmethode allerdings geändert.

Wirtschaftskalender 14. Oktober

MEZLandIndikatorLetzte Periode
03:30ChinaVerbraucherpreisindex (September, J/J)+2.5%
03:30ChinaErzeugerpreisindex (September, J/J)+2.3%
05:00ChinaHandelsbilanz (September) 
11:00EZHandelsbilanz (August) 
14:30USAEinzelhandelsumsatz (September, M/M)+0.3%
16:00USAKonsumentenvertrauen 

Unternehmenskalender 14. Oktober

LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ3
USACitigroupQ3
USAMorgan StanleyQ3
USAWells FargoQ3

Quelle: BondWorld.ch


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