LGT Navigator : Die amerikanischen Börsen geraten erneut ins Schlingern, obschon die ersten Quartalszahlen aus dem Finanzsektor mehrheitlich positiv aufgenommen wurden.
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In Grossbritannien kämpft Premierministerin Liz Truss um ihr politisches Überleben. Zum Auftakt des Parteikongresses in China stellt Staats- und Parteichef Xi Jinping seine Landsleute auf schwierige Zeiten ein.
Die asiatischen Börsen starten mit Verlusten in die Woche und folgen damit den schwachen Vorgaben aus den USA. In Tokio verliert der Nikkei -1.4% und der Hang Seng notiert -1.1% schwächer in Hongkong. Der Shanghai Composite büsst -0.1% ein.
An der Wall Street endete die Aufholjagd bereits nach einem Tag und die Hauptindizes schlossen am Freitag schwächer. Der S&P 500 verlor -2.3% und der Dow Jones büsste -1.3% ein. Der Nasdaq Composite rutschte -3.1% ab. Im Fokus standen insbesondere die Finanztitel, nachdem diverse Bankschwergewichte ihre Quartalsergebnisse vorgelegt hatten. Während die Aktien von JPMorgan Chase, Citigroup und Wells Fargo den Handel im Plus beendeten, konnte Morgan Stanley nicht überzeugen und die Valoren sackten mehr als -5% ab.
Auch die jüngsten Wirtschaftsdaten fielen durchzogen aus. So hat sich die Stimmung der amerikanischen Konsumenten im Oktober etwas aufgehellt. Dennoch bleibt der Pessimismus gross. Insbesondere die hohe Inflationsrate belastet das Konsumklima. Zudem stagnierte der Umsatz des amerikanischen Einzelhandels im September, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs von 0.2% gegenüber dem Vormonat gerechnet.
Diese Woche konzentrieren sich die Anleger auf weitere Quartalsergebnisse, darunter Netflix, Tesla, Johnson & Johnson, AT&T, Verizon and Procter & Gamble.
Britische Premierministerin bleibt unter Druck
Das Politchaos in Grossbritannien geht indessen weiter. Am Freitag hat Premierministerin Liz Truss ihren Finanzminister Kwasi Kwarteng nach nur 38 Tagen entlassen. Noch am gleichen Tag präsentierte sie seinen Nachfolger: Der ehemalige Aussen- und Gesundheitsminister Jeremy Hunt übernimmt ab sofort die Finanzgeschäfte im Königreich. Hunt hatte sich im Sommer selbst als Parteivorsitzender der Konservativen beworben, war aber gescheitert. Auch Truss selbst steht nach lediglich fünf Wochen im Amt unter enormem Druck, ihren Rücktritt einzureichen. Bislang lehnt sie dies allerding ab.
Allerdings hat Truss die angekündigten massiven Steuersenkungen teilweise zurückgenommen. Das geplante Fiskalpaket, von der Regierung «Mini-Budget» getauft, hat in den vergangenen Wochen zu heftigen Turbulenzen an den britischen Finanzmärkten geführt. «Wir müssen jetzt handeln, um die Märkte von unserer fiskalpolitischen Disziplin zu überzeugen», sagte Truss am Freitag an einer Pressekonferenz in London. Demnach soll die Unternehmensteuer nun doch erhöht werden. An anderen Steuererleichterungen will sie aber festhalten. Ob das gelingt, ist allerdings fraglich, denn Hunt hat im Verlaufe des Wochenendes bereits angedeutet, dass es weitere Änderungen an den Steuerplänen der Regierung geben könnte. Die Aussichten auf milliardenschwere, schuldenfinanzierte Steuererleichterungen lösten Ende September ein Beben am britischen Bond- und Devisenmarkt aus, sodass sich die Bank of England gezwungen sah, wiederholt zu intervenieren, um die Märkte zu beruhigen.
Xi Jinping stellt Landsleute auf schwierige Zeiten ein
Zum Auftakt des Kongresses der Kommunistischen Partei warnte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping vor «potenziellen Gefahren» und schwierigen Zeiten. In einer zweistündigen Rede vor den rund 2300 Delegierten in der Grossen Halle des Volkes in Peking rief der Präsident am Sonntag dazu auf, sich auf die schlimmsten Fälle vorzubereiten. «Deswegen richtet euch darauf ein und seid vorbereitet, starken Winden, schwerer See und selbst gefährlichen Stürmen standzuhalten», sagte er. Die nächsten fünf Jahre seien dafür entscheidend. Xi bekräftigte zudem erneut, an der Null-Covid-Politik festhalten zu wollen. Der Kongress dauert noch bis am 22. Oktober, wobei der Ausbau der Macht von Xi Jinping und seine Wiederwahl für eine dritte Amtszeit im Zentrum stehen. Dabei gilt es als so gut wie sicher, dass das Parlament Xi im kommenden März wiederwählen wird.
Wirtschaftskalender 17. Oktober
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 05:00 | China | Exporte (September, J/J) | +7.1% |
| 05:00 | China | Importe (September, J/J) | +0.3% |
| 06:30 | JP | Industrieproduktion (August) | +2.7% |
| 14:30 | USA | NY Empire-State-Index (Oktober) | -1.5 |
Unternehmenskalender 17. Oktober
| Land | Unternehmen | Periode |
| USA | Bank of America | Q3 |
Quelle: BondWorld.ch
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