LGT Navigator : Solide Quartalsergebnisse sorgen für gute Laune an der Wall Street. China verschiebt die Publikation wichtiger Konjunkturdaten und in Grossbritannien entschuldigt sich Premierministerin Liz Truss für Fehler in der Wirtschaftspolitik.
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An den amerikanischen Börsen ging es zum Wochenauftakt kräftig aufwärts. Der S&P 500 kletterte +2.9% und der Dow Jones gewann +2.1%. Der Technologieindex Nasdaq Composite schoss +3.4% nach oben und verzeichnete damit den höchsten Kursgewinn seit dem 27. Juli. Für gute Stimmung sorgten robuste Unternehmensgewinne. So gewannen die Aktien von Bank of America mehr als +6%, nachdem die Bank im dritten Quartal besser als erwartet abgeschnitten hatte.
Schwache Konjunkturdaten konnten den Anlegern die Laune nicht verderben. Die Industriestimmung im US-Bundesstaat New York hat sich im Oktober unerwartet stark eingetrübt. Der Empire-State-Index fiel gegenüber dem Vormonat um -7.6 Punkte auf -9.1 Zähler, wie die Distriktnotenbank New York am Montag mitteilte. Analysten hatten mit einem Rückgang auf -4.3 Punkte gerechnet. Ein negativer Wert signalisiert einen Rückgang der Industrieaktivität. Bereits in den vergangenen Monaten hat sich die Stimmung in den Unternehmen verschlechtert. Auslöser sind der Krieg in der Ukraine, die steigenden Energiepreise und die Probleme im Welthandel.
Die asiatischen Börsen folgen den Vorgaben aus den USA und handeln am Dienstag fester. In Tokio gewinnt der Nikkei +1.4% und der Hang Seng avanciert in Hongkong +1.3%. Der Shanghai Composite rückt +0.3% vor.
Britische Regierung nimmt Pläne zur Steuersenkung zurück
Die britische Premierministerin Liz Truss hat sich am Montagabend erstmals für die Marktturbulenzen entschuldigt, die durch ihre Wirtschaftspolitik ausgelöst wurden. «Ich möchte Verantwortung übernehmen und mich entschuldigen für die Fehler, die gemacht wurden», sagte Truss in einem Interview mit der BBC. Zuvor hat der neue britische Finanzminister Jeremy Hunt einen Grossteil der kürzlich geplanten Steuererleichterungen zurückgezogen. Zudem hat er die Laufzeit des staatlichen Energiepreisdeckels für Haushalte und Unternehmen gekürzt: Statt zwei Jahre soll die Massnahme vorerst für sechs Monate gelten. Mit den Sparmassnahmen will er das Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewinnen. «Die oberste Priorität ist es jetzt, Stabilität zu schaffen», sagte Hunt. Gemäss den jüngsten Berechnungen des Office for Budget Responsibility würde das von der Regierung geplante Steuerpaket – auch «Mini-Budget» genannt – das Loch in der Haushaltskasse auf GBP 70 Mrd. vergrössern. Diese Pläne hatten an den britischen Finanzmärkten für heftige Turbulenzen gesorgt und die Schuldzinsen kräftig steigen lassen. Premierministerin Liz Truss musste daher bereits vergangene Woche einen Teil der Steuererleichterungen zurücknehmen. Zudem feuerte sie ihren Finanzminister Kwasi Kwarteng.
Die Finanzmärkte haben am Montag positiv auf die Kehrtwende reagiert. Die Renditen dreissigjähriger britischer Staatsanleihen gaben leicht nach und handelten bei 4.36%. Das britische Pfund legte gegenüber dem US-Dollar zu und handelte +2% fester bei über USD 1.14. Ob Truss ihren Job retten kann, bleibt dennoch offen.
China hält Wirtschaftsdaten zurück
Die chinesische Regierung hat am Montag überraschend die Publikation aktueller Wirtschaftsdaten verschoben. So hätten am heutigen Dienstag Zahlen zur Entwicklung der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal veröffentlicht werden sollen. Wann die Daten folgen, ist nicht bekannt, ebenso nannte die Regierung keine Begründung für das Vorgehen. Zuvor hatte der Zoll bereits die Publikation der Import- und Exportdaten verschoben. Die Regierung peilt für das Gesamtjahr ein Wachstumsziel von 5.5% an. Doch gemäss Berechnungen der Weltbank dürfte Peking das Ziel weit verfehlen: Sie erwartet ein Wachstum von 2.8%. Insbesondere die Null-Covid-Politik belastet die Konjunkturentwicklung. Allerdings hat Staatspräsident Xi Jinping am laufenden Kongress der Kommunistischen Partei klar gemacht, dass er an der Strategie festhalten will.
Wirtschaftskalender 18. Oktober
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 04:00 | China | Bruttoinlandprodukt (Q3, J/J) | +0.4% |
| 11:00 | DE | ZEW-Konjunkturerwartungen (Oktober) | -61.9 |
| 11:00 | EZ | ZEW-Konjunkturerwartungen (Oktober) | -60.7 |
| 15:15 | USA | Industrieproduktion (September, J/J) | +3.68% |
Unternehmenskalender 18. Oktober
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Roche | Umsatz (9 Monate) |
| USA | Goldman Sachs | Q3 |
| USA | Johnson & Johnson | Q3 |
| USA | Netflix | Q3 |
| USA | United Airlines | Q3 |
Quelle: BondWorld.ch
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