LGT Navigator : Nach nur 44 Tagen im Amt tritt Liz Truss als Premierministerin von Grossbritannien zurück. Bereits kommende Woche soll der Posten neu besetzt werden. In den USA belasten die steigenden Anleihenrenditen die Börsen. Der japanische Yen setzt seine Talfahrt gegenüber dem US-Dollar fort.
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Die amerikanischen Börsen haben ihre Verluste am Donnerstag ausgeweitet. Der S&P 500 verlor -0.8% und der Dow Jones gab -0.3% nach. Der Nasdaq Composite büsste -0.6% ein. Die Stimmung an der Wall Street war zunächst freundlich, obschon neue Konjunkturdaten durchzogen ausgefallen sind. So hat sich die Lage am US-Arbeitsmarkt überraschend verbessert: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist vergangene Woche um 12’000 auf 214’000 gesunken, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 233’000 gerechnet. Dagegen hat sich die Stimmung in der Industriebranche in der Region Philadelphia im Oktober nur leicht aufgehellt und verharrt auf niedrigem Niveau. Experten hatten eine deutliche Verbesserung erwartet. Die steigenden Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sorgten schliesslich für einen Stimmungsumschwung. Sie kletterten bis auf 4.239% und notieren damit deutlich über der 4%-Marke, die zuletzt 2008 überschritten wurde.
Die asiatischen Börsen handeln am Freitag uneinheitlich. In Tokio verliert der Nikkei -0.4% und der Hang Seng notiert in Hongkong ebenfalls -0.4% schwächer. Der Shanghai Composite gewinnt +0.3%.
Liz Truss tritt zurück
In Grossbritannien geht das Polit-Drama in die nächste Runde. Nach nur sechs Wochen im Amt ist die britische Premierministerin Liz Truss am Donnerstag zurückgetreten. Das gab sie an einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in der Downing Street in London bekannt. Sie habe mit dem König gesprochen, um ihm mitzuteilen, dass sie als Chefin der Konservativen Partei zurücktreten werde, sagte Truss. Als Regierungschefin will sie noch im Amt bleiben, bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden ist. Das soll bereits kommende Woche geschehen, so Truss. Als Favorit gilt derzeit Rishi Sunak, der sich bereits um die Nachfolge von Boris Johnson beworben hatte und schliesslich gegen Truss unterlag. Die 47-jährige ist in den vergangenen Tagen unter enormen Druck geraten, nachdem sie mit ihrer Wirtschaftspolitik für heftige Turbulenzen an den britischen Finanzmärkten gesorgt hatte. Einen Grossteil der geplanten Massnahmen musste sie inzwischen zurückziehen, zudem hat sie innerhalb von einer Woche zwei ihrer Minister verloren.
Japanischer Yen auf Talfahrt
In Japan setzt sich die Entwertung des japanischen Yen fort und befeuert damit Spekulationen über eine weitere Intervention der japanischen Notenbank am Devisenmarkt. Am Donnerstag kostete ein US-Dollar erstmals seit Jahrzehnten wieder mehr als JPY 150 – so wenig Wert war die japanische Währung zuletzt im August 1990. Der japanische Yen wird insbesondere durch die Geldpolitik der Bank of Japan belastet, die im Gegensatz zu zahlreichen anderen Notenbanken noch immer einen expansiven Kurs verfolgt. Zwar ist das Preiswachstum in Japan verglichen mit anderen Ländern bislang gering. Allerdings ist eine Jahresinflation von zuletzt 3% für japanische Verhältnisse hoch. Bereits im September intervenierte die BoJ am Devisenmarkt, um die Währung zu stützen.
Wirtschaftskalender 21. Oktober
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | UK | Einzelhandelsumsatz (September, J/J) | -5.4% |
Unternehmenskalender 21. Oktober
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Sika | Q3 |
| USA | Verizon | Q3 |
Quelle: BondWorld.ch
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