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LGT Navigator: EZB erhöht Leitzins und stellt weitere Schritte in Aussicht

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LGT Navigator : Die Europäische Zentralbank straffte erwartungsgemäss das Zinsniveau um weitere 75 Basispunkte und setzt damit den Kampf gegen den ungebrochenen Inflationstrend fort.

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Die Priorität der EZB bleibt damit klar auf die Inflation ausgerichtet, auch in Anbetracht einer Abschwächung der Euro-Wirtschaft. Neben der Geldpolitik sorgt die laufende Unternehmensberichtssaison weiterhin für Schlagzeilen. An der New Yorker Börse sorgten Standardwerte und tiefere Anleihenrenditen für eine positive Tagesperformance im Dow, während der breite S&P 500 und die Tech-Werte im Nasdaq unter Druck standen.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte erneut die Entschlossenheit der Notenbank im Kampf gegen die hohe Inflation. In der Konsequenz wird die EZB die Zinsen weiter erhöhen müssen, auch wenn gleichzeitig mit einer weiteren Eintrübung des Konjunkturausblicks gerechnet werden muss, bestätigte Lagarde. Das Tempo und der Umfang weiterer Zinsschritte werden von der weiteren Entwicklung der Euro-Wirtschaft und der Inflation abhängen. Der Euro geriet nach der erwarteten Zinserhöhung durch die EZB unter Druck und fiel zum US-Dollar wieder unter die Parität.

Technologiesektor bleibt unter Druck

An der Wall Street legte der Dow Jones Industrial am Donnerstag den fünften Tag in Folge zu und schloss +0.61% höher bei 32’033.28 Punkten. Der marktbreite S&P 500 verlor hingegen -0.61% und ging bei 3’807.30 aus dem Handel. Neben positiven Quartalsberichten und Prognosen wie beispielsweise von McDonald’s und oder Merck & Co bot auch ein stärker als erwartetes US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal Unterstützung. Demnach expandierte das weltgrösste BIP mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von +2.6%. Im Q2 war die Wirtschaftsleistung noch um -0.6% geschrumpft. Am Anleihenmarkt fiel die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen weiter auf 3.92% zurück.

Unter Druck standen gestern erneut Werte aus dem Technologiesektor, wie etwa Meta. Der Facebook- und Instagram-Konzern berichtete einen beschleunigten Umsatzrückgang im vergangenen Quartal und das Unternehmen leidet unter geringeren Werbeeinnahmen. Die Indizes an der Nasdaq schlossen fast -2% tiefer. Nach Börsenschluss verfehlte Amazon mit seinen Quartalszahlen und Umsatzprognose die Analystenerwartungen. Apple konnte zwar die Erwartungen in Bezug auf Umsatz und Gewinn pro Aktie übertreffen, blieb aber hinter den Umsatzerwartungen in den wichtigsten Produktkategorien zurück.

In Asien tendierten die Aktienmärkte zum Wochenschluss mehrheitlich negativ. In Hongkong verliert der Hang Seng nach der jüngsten Erholungsrally wieder knapp -3%, wobei der Hang Seng Tech Index zeitweise um knapp -4% zurückfiel. Auf dem chinesischen Festland lag der Shanghai Composite -0.8% tiefer. Der Nikkei 225 in Tokio fällt um -0.6%, nachdem die Bank of Japan ihre Geldpolitik unverändert beliess. Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans verlor rund -1.1%.

Bank of Japan erhöht Inflationsprognose, hält aber am bisherigen Kurs fest

Trotz der auch in Japan steigenden Inflation und des Kollapses des Yen beliess Japans Zentralbank wie nicht anders erwartet ihre expansive Geldpolitik unverändert. Andererseits erhöhte die BoJ aber ihre Inflationserwartung für das bis Ende März 2023 laufende Fiskaljahr von +2.3% auf +2.9%. Gleichzeitig wird mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum gerechnet.

UN fordert radikalen Wandel der Weltwirtschaft

Die Vereinten Nationen (UN) haben rund zehn Tage vor dem Start der Weltklimakonferenz «COP27» in Ägypten gefordert, die Bemühungen zum Klimaschutz zu verstärken und radikale Veränderungen in allen Wirtschaftszweigen zu erwirken. Die Anstrengungen zum Klimaschutz reichten bei weitem nicht aus, um das 1.5-Grad-Ziel im Pariser Klimaabkommen auch nur annähernd zu erreichen, hiess es im «Emissions Gap»-Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP).

Gleichzeitig betonte die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris, dass die beispiellose globale Energiekrise trotz aller wirtschaftlichen Erschütterung das Potenzial habe, die Energiewende zu beschleunigen.

Wirtschaftskalender 28. Oktober

MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:30FRBIP Q3 (Q/Q)+0.5%
08:45FRVerbraucherpreise (Oktober, J/J)+6.2%
09:00CHKOF Konjunkturbarometer (Oktober)93.8
09:00ESVerbraucherpreise (Oktober, J/J)+9.0%
09:00ESBIP Q3 (Q/Q,)+1.5%
10:00DEBIP Q3 (Q/Q)+0.1%
10:00AUTBIP Q3 (Q/Q)+1.5%
11:00ITVerbraucherpreise (Oktober, J/J)+9.4%
11:00EZWirtschaftsstimmung (Oktober)93.7
11:00EZGeschäftsklima (Oktober)0.81
14:00DEVerbraucherpreise (Oktober, J/J)+10.9%
14:30USAPCE-Kernrate (September, J/J)+4.9%
14:30USAKonsumausgaben (September, M/M)+0.4%
14:30USAEinkommen (September, M/M)+0.3%
16:00USAKonsumentenstimmung (Oktober)59.8
16:00USAAusstehende Hausverkäufe (September, M/M)-2.0%

Unternehmenskalender 28. Oktober

LandUnternehmenPeriode
CHHolcimQ3 Umsatz
CHSwiss ReQ3
CHSIG GroupQ3
CHGlencoreQ3 Umsatz
DEVolkswagenQ3
DEPorsche AG9 Monate
FRSanofi Q3
FRAir FranceQ3
ITEniQ3
AUTOMVQ3
NLSignifyQ3
DKDanske BankQ3
ESBBVAQ3
USAExxon MobilQ3
USAChevronQ3
USAColgate-PalmoliveQ3

Quelle: BondWorld.ch


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