LGT Navigator : Nach der Enttäuschung über die weiterhin restriktive Ausrichtung der US-Notenbank, respektive den Ausblick auf einen anhaltend starken Anstieg der Leitzinsen, steht heute nun der Arbeitsmarktbericht aus Washington im Fokus.
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Sollte das Beschäftigungswachstum weiterhin solide bleiben, dürfte das Fed kaum die Chance haben, das Tempo der Zinserhöhungen zu drosseln. In den Mittelpunkt rücken nun zudem die am nächsten Dienstag anstehenden Zwischenwahlen («Midterms») in den USA. Grossbritanniens Notenbank forcierte unterdessen mit einem nächsten Zinsschritt von 75 Basispunkten – der stärksten Zinserhöhung seit 1989 – den Kampf gegen den ungebremsten Inflationsdruck.
Nach den Verlusten in Folge des Zinsentscheids und einer nach wie vor «hawkishen» Ausrichtung der US-Notenbank gaben die Indizes an der New Yorker Börse weiter nach. Der Dow Jones Industrial schloss -0.46% tiefer bei 32’001.25 Punkten und der breite S&P 500 fiel um -1.06% auf 3’719.89 Punkte zurück. Auch an der Nasdaq blieben die Technologiewerte am Donnerstag unter Druck und verloren im Schnitt knapp -2%. Die Aktien von Apple gaben beispielsweise um gut -4% nach. Gleichzeitig kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen weiter auf 4.15% und der US-Dollar legte gegenüber dem Euro zu. Im Fokus steht nun der heute Nachmittag um 13:30 Uhr (MEZ) anstehende US-Arbeitsmarktbericht. Gerechnet wird mit einem weiterhin soliden Beschäftigungswachstum und einer tiefen Arbeitslosenrate. Sollte sich dies bestätigen, bleibt dies ein starkes Argument für die US-Notenbank ihre restriktive Gangart weiterzuverfolgen.
In Asien sorgten Spekulationen über eine Lockerung der «Zero-Covid-Politik» an der Hongkonger Börse für ein Kursfeuerwerk. Der Hang Seng-Index legte am Freitag um knapp +7% zu und der Hang Seng Tech-Index stieg um gut +9%. Auf dem chinesischen Festland gewannen der Shanghai Composite Index rund +2.5% und der Shenzhen Component rund +3.4%. In Tokio gab der Nikkei 225 um -1.7% nach – dies nach einem Feiertag am Donnerstag. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans stieg um +2.6%.
Getrübte Stimmung in US-Dienstleistungsbranche
Mit einem Rückgang um 2.3 auf 54.4 Punkte fiel der Einkaufsmanagerindex des ISM (Institute for Supply Management) für den amerikanischen Dienstleistungssektor im Oktober auf den tiefsten Stand seit Mai 2020. Analysten waren im Schnitt von einer moderateren Abschwächung auf 55.3 Punkte ausgegangen.
Bank of England erhöht das Tempo
Mit der mittlerweile achten Zinserhöhung seit Ende 2021 um dreiviertel Prozentpunkte auf +3.0% versucht die Bank of England den massiven Preisauftrieb in den Griff zu bekommen. Aktuell notiert die Inflationsrate in Grossbritannien mit +10.1% auf dem höchsten Niveau seit 40 Jahren und die Notenbank geht davon aus, dass die Teuerung bis Ende des Jahres noch bis auf etwa +11% ansteigen könnte, bevor der Höhepunkt erreicht ist. Zudem warnte die Bank of England gestern, dass die britische Wirtschaft womöglich vor der längsten Rezession seit Beginn belastbarer Aufzeichnungen vor rund 100 Jahren stehen könnte.
Unterdessen hat sich die Unternehmensstimmung in Grossbritannien im Oktober weiter eingetrübt. So fiel der Einkaufsmanagerindex von S&P Global von 49.1 auf 48.2 Punkte und erreichte damit das tiefste Niveau seit Januar 2021. Hintergrund sind laut S&P Global die hohe Inflation, gestiegene Kreditkosten und politische Unsicherheit.
Norwegens Zentralbank bremst ab
Die Norges Bank in Oslo straffte ihren Leitzins wie erwartet, jedoch um lediglich um 25 Basispunkte auf +2.5% – den höchsten Stand seit 2009. Damit hat die Zentralbank das Tempo der Zinserhöhungen angesichts der Anzeichen für eine Abkühlung der Wirtschaft verlangsamt.
EZB-Lagarde – auch eine Rezession würde Inflation nicht genügend eindämmen
Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, geht davon aus, dass eine Rezession im Euroraum nicht ausreichen würde, um die Inflation zu zähmen. Laut Lagarde sei eine milde Rezession in der Eurozone möglich, aber nach wie vor nicht das Basisszenario der EZB.
Wirtschaftskalender 4. November
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | Auftragseingang Industrie (September, M/M) | -2.4% |
| 08.45 | FR | Industrieproduktion (September, M/M) | +2.4% |
| 09:15 | ES | Einkaufsmanagerindex Dienstleister (Oktober) | 48.5 |
| 09:45 | IT | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Oktober) | 47.6 |
| 09:50 | FR | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Oktober) | 50.0 |
| 09:55 | DE | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Oktober) | 44.1 |
| 10:00 | EZ | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Oktober) | 47.1 |
| 10:30 | EZ | EZB Präsidentin Lagerde spricht | |
| 11:00 | EZ | Erzeugerpreise (September, J/J) | +43.3% |
| 13:30 | USA | Arbeitslosenrate (Oktober) | 3.5% |
| 13:30 | USA | Beschäftigung Gesamtwirtschaft (ex-Agrar, Oktober) | 263’000 |
| 13:30 | USA | Durschnittliche Stundenlöhne (Oktober, J/J) | +5.0% |
Unternehmenskalender 4. November
| Land | Unternehmen | Periode |
| FR | Societe Generale | Q3 |
| IT | Intesa Sanpaolo | Q3 |
| ES | Telefonica | 9 Monate |
| AUT | Erste Group | Q3 |
| USA | Hershey | Q3 |
Quelle: BondWorld.ch
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