LGT Navigator : Die «Midterms» in den Vereinigten Staaten haben das Potenzial, die politische Landschaft in der weltgrössten Volkswirtschaft kräftig durcheinander zu wirbeln.
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Vor dem Hintergrund gestiegener Lebenshaltungskosten und höherer Zinsen scheinen die Republikaner kurz vor Wahlgang am Dienstag nochmals zugelegt zu haben. Sollte es den Republikanern gelingen, eine Mehrheit in beiden Parlamentskammern zu gewinnen, könnte dies den demokratischen Präsidenten Biden in seiner restlichen Amtszeit empfindlich schwächen. Neben den «Midterms» stehen am Donnerstag vor allem auch die neusten US-Verbraucherpreisdaten im Vordergrund. Ein weiteres Highlight in dieser Woche ist die Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen (COP27) in Ägypten.
An der Wall Street schlossen die Indizes nach einem von Nervosität geprägten Freitagshandel klar höher als am Vortag. Der Dow Jones Industrial ging mit einem Tagesgewinn von +1.26% bei 32’403.22 Punkten ins Wochenende, verbuchte damit aber auf Wochensicht ein Minus von -1.4%. Der S&P 500 legte am Freitag um +1.36% auf 3’770.55 Punkte zu. Stark präsentierte sich beispielsweise Starbucks, die mit einem Rekordumsatz im vergangenen Quartal überzeugten. Die Aktie legte um mehr als +8% zu. An der Technologiebörse Nasdaq gewannen die Indizes rund +1.5%. In der Wochenbilanz zeigt sich aber mit einem Minus von rund -6%, wie stark die Technologiewerte unter der Aussicht auf weiter steigende Zinsen leiden.
Am Anleihenmarkt notiert die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen inzwischen bei 4.16%. Der US-Dollar schwächte sich unterdessen ab und handelt gegenüber dem Euro wieder nahe der Parität.
An Asiens Börsen führten die Indizes in Hongkong am Montag die Kursgewinne an. Der Hang-Seng-Index legte um knapp +2.5% zu und der Hang-Seng-Tech-Index sogar um rund +3.2%. Auf dem chinesischen Festland notierte der Shanghai Composite zu Wochenbeginn leicht tiefer. Neuste Daten zeigten, dass Chinas Exporte hinter den Erwartungen zurückblieben und den ersten jährlichen Rückgang seit Mai 2020 markierten. Die Exporte fielen um -0.3% (Konsens +4.3%) und die Importe gaben um -0.7% (+0.1%) nach. In Tokio stieg der Nikkei 225 am Montag um rund +1.2%, und der breiteste MSCI-Index für den asiatisch-pazifischen Raum ausserhalb Japans legte um rund +1.3% zu.
Solider US-Arbeitsmarkt hält Fed auf Kurs
Im Oktober wurden in den USA 261’000 neue Jobs geschaffen, womit die Beschäftigungsentwicklung trotz der in kürzester Zeit massiv gestiegenen Zinsen robust bleibt und die Erwartungen an den Finanzmärkten übertroffen wurden. Währenddessen erhöhte sich die Arbeitslosenrate von 3.5% im Vormonat auf aktuell 3.7%, bleibt aber auf niedrigem Niveau. Die durchschnittlichen Stundenlöhne nahmen im Oktober auf Jahressicht um 4.7% zu – etwas weniger stark als im Vormonat mit 5.0% – und dürften den Inflationstrend weiterhin anheizen. Mit Spannung werden nun die neusten US-Verbraucherpreisedaten für Oktober am nächsten Donnerstag erwartet.
Die EZB wird den Kampf gegen die Inflation entschieden fortsetzen
EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte in einer Rede am Freitag nochmals die Priorität der Inflationsbekämpfung. «Die Teuerung in der Eurozone ist viel zu hoch und wir werden es nicht zulassen, dass sich eine hohe Inflation festsetzt», so die oberste Notenbankerin Europas. Die EZB sei entschlossen, weiterhin konsequent gegen die Inflation vorzugehen und die dazu erforderlichen Massnahmen zu ergreifen. Im Oktober hatte die Teuerungsrate im Euroraum mit +10.7% einen neuen Rekordwert erreicht. In einigen Euroländer, wie etwa Estland, stiegen die Lebenshaltungskosten im Jahresvergleich gar um über +20%.
Unternehmensstimmung im Euroraum bleibt trübe
Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die gesamte Privatwirtschaft in der Eurozone schwächte sich im Oktober von 48.1 Punkten im Vormonat auf 47.3 Punkte ab. Damit setzt der Frühindikator seinen negativen Trend den sechsten Monat in Folge fort und notiert auf dem niedrigsten Niveau seit fast zwei Jahren.
Wirtschaftskalender 7. November
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 07:45 | CH | Arbeitslosenrate (Oktober) | 2.1% |
| 08:00 | DE | Industrieproduktion (September, M/M) | -0.8% |
| 10:30 | EZ | Sentix Konjunkturindikator (November) | -38.3 |
Unternehmenskalender 7. November
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | BioNTech | Q3 |
| NL | PostNL | Q3 |
| IRL | Ryanair | Q3 |
Quelle: BondWorld.ch
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