Casanova Carlos Union Bancaire Privée UBP

UBP blickt zuversichtlich auf Asien

Die UBP hat aufgrund der in den nächsten Quartalen zu erwartenden technischen Rezession in den Industrieländern ihren Ausblick für 2023 nach unten korrigiert.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


Von Carlos Casanova, Senior Ökonom für Asien bei Union Bancaire Privée


Der makroökonomische Ausblick für Schwellenländer, vor allem in Asien, fällt im Vergleich konstruktiver aus, wie Carlos Casanova, Senior Ökonom für Asien bei Union Bancaire Privée, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt: „Auf einer BIP-gewichteten Basis wird Asien im Jahr 2022 voraussichtlich um 3,6 % und damit schneller als China wachsen.“ Die Region habe sich trotz des zunehmenden Gegenwinds gut entwickelt, und zwar dank besserer Fundamentaldaten, den aktiven Einsatz von Haushaltspuffern und Devisenreserven sowie günstigen strukturellen Trends wie weiter anhaltende ausländische Direktinvestitionen.

Subventionen und Demographie dämmen Inflationsdruck

Casanova geht nicht davon aus, dass eine erneute geldpolitische Wende der westlichen Zentralbanken bevorsteht. „Die restriktive Geldpolitik dürfte in den nächsten Quartalen beibehalten werden, da sich die Zentralbanken auf die Bekämpfung der Inflation konzentrieren, was zu Lasten von Wachstum und Beschäftigung geht.“ In Asien bleibe der Inflationsdruck dank einer Kombination aus Subventionen zur Eindämmung des Anstiegs der Kraftstoff- und Lebensmittelpreise und einer günstigen demographischen Entwicklung unter Kontrolle. „Allerdings nimmt der Druck in einigen Märkten zu, was eine nachhaltige Straffung der Politik erfordert. Aber das Tempo der Anhebungen dürfte sich gegenüber der Fed verlangsamen.“

Chinas Wirtschaft auch im vierten Quartal schwach

Chinas BIP erholte sich im dritten Quartal auf 3,9 % im Jahresvergleich, nach 0,4 % im zweiten Quartal. Die Konjunkturindikatoren vom September zeigen jedoch, dass das Fundament dieser Erholung weiterhin wackelig ist. Die Einkaufsmanagerindizes vom Oktober deuten darauf hin, dass die Schwäche bis ins vierte Quartal hinein anhalten wird. In China kam es auf dem 20. Parteitag der Kommunistischen Partei zu einem bedeutsamen Wechsel in der Parteiführung, der für Unsicherheit sorgte. „Obwohl es keine größeren Abweichungen von den langfristigen politischen Zielen gab, sehen wir eine Verlagerung des Schwerpunkts auf Modernisierungs- und Sicherheitsthemen, weg von Wirtschaft und Reformen.“ Die Äußerungen zur Marktorientierung auf dem Parteikongress konnten Investoren nicht beruhigen. Die Reaktionen seien zu pessimistisch. Allerdings müssten Investoren in China selektiver vorgehen.

Indiens Dynamik dürfte sich 2023 fortsetzen

In Indien bleibt die Konjunktur den Erwartungen des UBP-Experten zufolge robust, aber das BIP-Wachstum werde sicherlich nicht mehr 13,5 % wie im zweiten Quartal erreichen. „Das außergewöhnlich hohe Wachstum ist auf den in Folge der Aufhebung der Covid-Restriktionen sprunghaft gestiegenen privaten Konsum zurückzuführen. Indien dürfte auch 2023 eine der dynamischsten Volkswirtschaften bleiben. Das weckt das Interesse von Investoren“, so Casanova.

Source: BONDWorld.ch


Newsletter
Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
ETFWorld

Newsletter investmentworld.ch

Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.