LGT Navigator : Die US-Notenbank hat wie mehrheitlich erwartet ihren Leitzins erneut erhöht. Diesmal aber moderater als bisher um 50 Basispunkte.
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Die geldpolitische Ausrichtung bleibt jedoch restriktiv, denn das Fed stellte weitere und vor allem deutlicher als bisher erwartete Zinserhöhungen in Aussicht. In der Folge kamen die Aktienindizes an der Wall Street unter Druck. Heute stehen nun die geldpolitischen Entscheide der EZB, der SNB sowie der Bank of England im Mittelpunkt.
Mit der siebten Zinserhöhung im laufenden Jahr unterstrich die US-Notenbank nochmals ihre Entschlossenheit im Kampf gegen die Inflation. Mit 50 Basispunkten war der Zinsschritt diesmal aber moderater als die letzten Male. Die aktuelle Spanne der Fed Funds Rate beträgt nun 4.25-4.50%, womit der Leitzins in den USA auf dem höchsten Niveau seit 15 Jahren notiert. Hintergrund der etwas moderateren Vorgehensweise ist die jüngst wieder schwächere Inflation sowie die zunehmenden Rezessionsrisiken, was wiederum auch die Folgen der schnell gestiegenen Zinsen sind. US-Notenbankchef Jerome Powell betonte jedoch, dass der Kampf gegen die nach wie vor (zu) hohe Inflation die Priorität bleibt und die Zinsen im kommenden Jahr sogar noch etwas stärker steigen könnten als bisher in Aussicht gestellt. Der Leitzins wird den Prognosen der Federal Reserve zufolge bis 2023 auf 5.1% (respektive eine Spanne von 5.0-5.25%) steigen, bevor die Zentralbank ihren Kampf gegen die galoppierende Inflation beendet. Damit ist die Prognose der angepeilten Zinsstraffungen («Dot-Plot») höher als die von der Fed im September prognostizierten 4.6%. Weiter deutete das Fed an, dass mit einer ersten Zinssenkung vermutlich erst ab 2024 gerechnet werden kann.
Da der neuerliche Zinsschritt bereits eingepreist war, sorgte an der New Yorker Börse vor allem die nach wie vor restriktive geldpolitische Ausrichtung des Fed für einen unruhigen Handelstag. Der Leitindex Dow Jones Industrial ging schlussendlich mit einem Tagesverlust von -0.42% bei 33’966.35 Punkten aus dem Handel. Der S&P 500 verlor -0.61% und landete bei 3’995.32 Punkten. An der Technologiebörse Nasdaq gaben die Indizes um rund -0.8% nach. Am Anleihenmarkt blieb die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erstaunlich stabil bei rund 3.5%, während der US-Dollar gegenüber dem Euro Federn lassen musste und bei rund 1.0650 notiert.
Die asiatisch-pazifischen Aktienmärkte gaben nach der Anhebung des Leitzinses durch die US-Notenbank mehrheitlich nach. In Hongkong fiel der Hang Seng-Index um rund -1.4% und in Tokio verlor der Nikkei 225 etwa -0.5%.
Kampf gegen die Inflation bleibt für die EZB ein Drahtseilakt
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird heute um 14:15 Uhr (MEZ) die Zinsen weiter anheben. Die Frage stellt sich, ob es sich die EZB bereits leisten kann, den Fuss vom Gas zu nehmen, so wie es die US-Notenbank getan hat. Erwartet wird ein weiterer Zinsschritt von 50 Basispunkten. Der Inflationszyklus in den USA scheint aber fortgeschrittener und es ist fraglich, ob in Europa der Inflationsdruck angesichts der latent drohenden Energiekrise und des anhaltenden Ukrainekriegs im gleichen Ausmass nachlassen wird. Der Spielraum für EZB-Präsidentin Christine Lagarde scheint beschränkt. Aufschluss sollte die Pressekonferenz um 14:45 Uhr liefern.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist angesichts des deutlich moderateren Inflationsverlaufs in der Schweiz in einer scheinbar komfortableren Lage. Dennoch dürfte SNB-Chef Thomas Jordan und sein Team um 09:30 Uhr eine weitere Erhöhung der Zinsen ankündigen.
Auch in Grossbritannien schwächt sich die Teuerung deutlich ab
Wie in den USA hat auch im Vereinigten Königreich die Inflationsrate der Verbraucherpreise vorläufig ihren Höhepunkt erreicht und kühlt sich nun – auf nach wie vor hohem Niveau – wieder ab. Im November erhöhten sich demnach die Lebenshaltungskosten auf Jahressicht um +10.7% (Konsens +10.9%). Im Oktober lag die Teuerungsrate noch bei +11.1% und damit auf dem höchsten Wert seit Anfang 1997. Hintergrund ist vor allem ein schwächerer Anstieg der Kraftstoffpreise.
Mit Spannung wird heute um 13:00 Uhr der Zinsentscheid der britischen Notenbank erwartet. Die Bank of England hat ihren Leitzins seit Ende 2021 in mehreren Schritten auf zuletzt +3.0% gestrafft. Es wird mit einer weiteren Zinserhöhung um 50 Basispunkte gerechnet.
Wirtschaftskalender 15. Dezember
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:45 | FR | Konjunkturperspektiven (Dezember) | 101.0 |
| 08:45 | FR | Verbraucherpreise (November, J/J) | +7.1% |
| 09:30 | CH | SNB Zinsentscheid | +0.5% |
| 10:00 | CH | SNB Pressekonferenz | |
| 13:00 | GB | Bank of England Zinsentscheid | +3.0% |
| 14:15 | EZ | EZB Zinsentscheid | +2.0% |
| 14:30 | USA | Einzelhandelsumsätze (November, M/M) | +1.3% |
| 14:30 | USA | Philly Fed Industrieindikator (Dezember) | -7.1 |
| 14:30 | USA | Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) | 230’000 |
| 14:45 | EZ | EZB Pressekonferenz | |
| 15:15 | USA | Industrieproduktion (November, M/M) | -0.1% |
Unternehmenskalender 15. Dezember
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Münchener Rück (Investorentag) | |
| SWE | H&M | Q4 Umsatz |
| SWE | Ericsson (Kapitalmarkttag) | |
| NOR | Norsk Hydro (Kapitalmarkttag) | |
| USA | Adobe | Q4 |
Quelle: BondWorld.ch
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