LGT Navigator : Die Aktienmärkte beendeten die vergangene Woche leicht im Plus, nachdem am Freitag eine Reihe von Wirtschaftsdaten auf einen nachlassenden Inflationsdruck in den USA hinwiesen.
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Die Daten dürften den Entscheidungsträgern der grossen Zentralbanken mehr Spielraum für ihre geldpolitischen Entscheide geben, die im Laufe der Woche anstehen. Die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank geben ihre Zinsentscheidungen am Mittwoch bzw. Donnerstag bekannt. Beide Banken haben an ihren letzten Sitzungen im Dezember das Tempo der Zinserhöhungen verlangsamt, aber seitdem deutlich gemacht, dass weitere Schritte notwendig seien, um die Inflation zu zähmen.
Die Aktienindizes in New York beendeten die Woche nach den positiven US-Wirtschaftsdaten etwas höher. Der S&P 500 schloss am Freitag um 0.25% höher bei 4070.56 Punkten, und der Dow Jones Industrial legte um 0.08% zu und schloss bei 33’978.08 Punkten. An der Technologiebörse Nasdaq stiegen die Indizes um rund 1% und erreichten damit nach einem starken Jahresauftakt den höchsten Stand seit Mitte September. Am Rentenmarkt lag die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei 3.52 % und damit deutlich niedriger als Ende letzten Jahres, als sie knapp unter 3.90% lag.
In Asien wurde die Stimmung durch die Behauptungen mancher Anleger gedämpft, dass die Verschuldung der Adani Group und die Nutzung von Steueroasen Anlass zur Sorge geben. Die Aktien von Unternehmen, die zu dem indischen Mischkonzern gehören, sind in den letzten Tagen stark eingebrochen, wobei die Marktverluste innerhalb von drei Tagen 65 Milliarden US-Dollar erreichten. Der indische Nifty 50 Index wurde am Montag dennoch mit einem Plus von 0.1% gehandelt.
Auch der asiatische Handel war wieder voll im Gange, da die chinesischen Märkte nach einer einwöchigen Pause wegen des Neujahrsfestes wieder geöffnet waren. In Shanghai stieg der Composite-Index im Montagshandel um 0.7%, während der Shenzhen-Komponenten-Index um 1.6% zulegte. Der Hang Seng Index in Hongkong wurde mit einem Minus von 1.6% gehandelt.
In Tokio notierte der Nikkei-225-Index nur geringfügig im Minus. Der südkoreanische Kospi gab um 1.3% nach.
Verbraucherausgaben in den USA sinken
Die Verbraucherausgaben in den USA sind im Dezember um 0.2% gesunken und damit den zweiten Monat in Folge rückläufig. Das US-Handelsministerium teilte am Freitag ausserdem mit, dass das persönliche Einkommenswachstum mit 0.2% das geringste seit acht Monaten war, was den Druck auf die Verbraucherausgaben in den kommenden Monaten aufrechterhalten dürfte. Die Verbraucherausgaben sind eine wichtige Kennzahl für die US-Wirtschaft, da sie mehr als zwei Drittel der Wirtschaftstätigkeit in der grössten Volkswirtschaft der Welt ausmachen.
Ausserdem ist der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) im Dezember langsamer gestiegen. Der PCE stieg im vergangenen Monat um 5% gegenüber dem Dezember des Vorjahres und damit langsamer als im November mit 5.5% gegenüber dem Vorjahr. Der Kern-PCE, der die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise nicht berücksichtigt, stieg im Jahresvergleich um 4.4%. Das Fed beobachtet die Kern-PCE, um die Richtung der Inflation zu bestimmen.
Die sinkenden Verbraucherausgaben und der sich verlangsamende PCE-Anstieg könnten dem Fed mehr Spielraum geben, um das Tempo der geldpolitischen Straffung am Mittwoch zu verringern. Das Fed hat den Leitzins im vergangenen Jahr sieben Mal angehoben, davon vier Mal in Folge um jeweils 75 Basispunkte. Im Dezember verlangsamte es dann das Tempo der Zinserhöhungen auf 50 Basispunkte. Die Märkte beobachten aufmerksam alle Signale, die darauf hindeuten, dass die Zentralbank ihre aggressive Geldpolitik weiter verlangsamen oder sogar bald einstellen wird.
Rekordergebnisse für Chevron
Die Gewinnsaison für das vierte Quartal wurde in der vergangenen Woche mit soliden Zahlen des Ölproduzenten Chevron fortgesetzt, der für das Jahr 2022 einen Rekordgewinn von 36.5 Milliarden US-Dollar auswies. Die hohen Energiepreise gaben dem Energiesektor im Jahr 2022 Rückenwind und weitere Energieunternehmen könnten Chevron mit starken Ergebnissen folgen. Der US-Konkurrent ExxonMobil legt seine Zahlen für das vierte Quartal am Dienstag vor, gefolgt von Shell und ConocoPhillips am Donnerstag. BP und TotalEnergies geben ihre Zahlen nächste Woche bekannt. Die steigenden Gewinne der Branche haben Kritik von Politikern hervorgerufen, die darauf hinweisen, dass die Verbraucher in vielen Teilen der Welt unter den hohen Energiepreisen leiden, von denen die Energieunternehmen profitieren.
Wirtschaftskalender 30. Januar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 09:00 | CH | KOF Konjunkturbarometer (Januar) | 92.2 |
| 09:00 | ESP | Verbraucherpreise (Januar, J/J) | +5.5% |
| 10.00 | DE | BIP Q4 (Q/Q) | +0.4% |
| 11:00 | IT | Erzeugerpreise (Dezember, J/J)) | +29.4% |
| 11:00 | EZ | Wirtschaftsstimmung (Januar) | 95.8 |
| 11:00 | EZ | Konsumentenstimmung (Januar) | -20.9 |
| 11:00 | EZ | Geschäftsklima (Januar) | 0.54 |
Unternehmenskalender 30. Januar
| Land | Unternehmen | Periode |
| NL | Philips | Q4 |
| IRL | Ryanair | Q3 |
Quelle: BondWorld.ch
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