LGT Navigator : Gemischte Wirtschaftsdaten aus Europa beschäftigen diese Woche die Anleger und Entscheidungsträger, nachdem die deutsche Wirtschaft – die grösste des Kontinents – im letzten Quartal 2022 geschrumpft ist.
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Andernorts in Europa verzeichnete das irische BIP im letzten Quartal des Jahres ein sehr starkes Wachstum von 3.5% im Vergleich zum Vorquartal, und auch in der Schweiz deutet ein führender Indikator darauf hin, dass sich die Lage dort etwas entspannt. Auch der IWF hob seine Prognose für das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr an. Diese gemischten Wirtschaftssignale und weitere Daten in dieser Woche, darunter das BIP Frankreichs und der Eurozone am Dienstag, bilden den Hintergrund für die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank am Mittwoch und Donnerstag.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hob seine globale Wachstumsprognose für 2023 aufgrund der wirtschaftlichen Wiederbelebung Chinas, niedrigerer Energiekosten und einer robusten Nachfrage in den USA und Europa an. Die in Washington, D.C., ansässige Finanzinstitution sagte, dass sich das globale Wachstum in diesem Jahr immer noch verlangsamen wird und 2023 bei 2.9% liegen wird, verglichen mit 3.4% im Jahr 2022. Zuvor hatte der IWF für 2023 ein Wachstum von 2.7% prognostiziert.
Trotz der hoffnungsvollen Aussichten des IWF litten die Aktienindizes in New York zu Wochenbeginn. Der S&P 500 schloss mit einem Minus von 1.3% bei 4017.77 Punkten. Der Dow Jones Industrial fiel um 0.77% und schloss bei 33,717.90 Punkten. Die Indizes an der Technologiebörse Nasdaq litten in New York am stärksten und fielen um mehr als 2%.
In Asien sorgte der offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe mit dem ersten Wert im expansiven Bereich seit Oktober 2022 für eine gewisse Stütze der Stimmung. Die Aktivität des verarbeitenden Gewerbes in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt lag im Januar bei 50.1 und damit knapp über der Schwelle von 50, die eine Expansion von einer Kontraktion trennt. In Shanghai fiel der Composite Index um 0.39%, während der Shenzhen Component um 0.64% nachgab. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel ebenfalls um 0.93%. In Tokio notierte der Nikkei-225-Index nur leicht im Plus, während der südkoreanische Kospi um 0.4% nachgab.
Deutsches Bruttoinlandsprodukt sinkt im letzten Quartal 2022
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im letzten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0.2% gesunken. Das Statistische Bundesamt teilte mit, dass die privaten Konsumausgaben, die die grösste europäische Volkswirtschaft in den ersten drei Quartalen des Jahres gestützt hatten, niedriger ausfielen als im Vorquartal. Die deutschen Haushalte sind von den steigenden Energiepreisen und der hohen Inflation betroffen, was die Verbraucher dazu veranlasst, ihre Ausgaben einzuschränken. Aufgrund des negativen Wachstums droht Deutschland eine technische Rezession, d.h. zwei aufeinanderfolgende Quartale mit einem negativen realen BIP-Wachstum. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres stieg das BIP-Wachstum im vierten Quartal preisbereinigt um 0.5%.
Schweizer Wirtschaft erholt sich schneller
In der Schweiz stieg das KOF Konjunkturbarometer im Januar den zweiten Monat in Folge, blieb aber unter seinem mittelfristigen Durchschnitt. Der Konjunkturindikator stieg im Januar um 5.7 Punkte auf 97.2 Punkte und damit stärker als im Dezember (3 Punkte). Alle Teile des Indikators trugen zur Verbesserung bei, wobei die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe und im Dienstleistungssektor besonders günstig war. Die Konjunkturforschungsstelle KOF sagt, dass die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft zu Beginn des Jahres 2023 weniger düster sind als noch im Herbst des letzten Jahres.
Wirtschaftskalender 31. Januar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 00:30 | JP | Arbeitslosenquote (Dezember) | 2.5% |
| 00:50 | JP | Industrieproduktion (Dezember, M/M) | +0.2% |
| 07:30 | FR | BIP Q4 (Q/Q) | +0.2% |
| 11:00 | EZ | BIP Q4 (Q/Q) | +0.3% |
| 14:00 | DE | Verbraucherpreisindex (Januar, M/M) | -0.8% |
| 15:45 | USA | Chicago Einkaufsmanagerindex (Jan) | 45.1 |
Unternehmenskalender 31. Januar
| Land | Unternehmen | Periode |
| KOR | Samsung | Q4 |
| CH | UBS | Q4 |
| USA | UPS | Q4 |
| USA | Caterpillar | Q4 |
| USA | General Motors | Q4 |
| USA | Pfizer | Q4 |
| USA | McDonald’s | Q4 |
| USA | ExxonMobil | Q4 |
| USA | AMD | Q4 |
Quelle: BondWorld.ch
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