BNY Mellon IM : «Die Entscheidung der SNB, die Zinssätze um 50 Basispunkte zu erhöhen, mag im aktuellen Kontext überraschend erscheinen, steht aber im Einklang mit den Leitlinien anderer Zentralbanken, die versuchen, die Geldpolitik von der Frage der Finanzstabilität zu trennen.
Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter
Martin Rees, Länderchef Schweiz BNY Mellon IM
Die Botschaft der SNB an die Märkte ist klar: Es ist vernünftig und notwendig, den Kampf gegen die Inflation fortzusetzen, denn das Schweizer Bankensystem ist nicht mit tieferen oder systemischen Problemen konfrontiert oder mit Problemen, die einen Stopp der geldpolitischen Straffung rechtfertigen.
Mit Blick auf die Zukunft erwartet das Ökonomenteam von BNY Mellon IM, dass die Zentralbanken die Zinssätze weiter anheben werden, vorausgesetzt, dass die Bankenkrise eingedämmt wird und eingedämmt bleibt, was unser Basisszenario ist. Die Entscheidungen der SNB korrelieren weiterhin mit denen der EZB, allerdings sind die Aussichten auf Zinserhöhungen geringer. Unsere Ökonomen gehen davon aus, dass die EZB die Zinsen um weitere 50 bis 75 Basispunkte anheben wird, bevor sie Ende des Jahres den Höchststand des aktuellen Zinserhöhungszyklus erreichen sollte, während sich die SNB bis Mitte 2023 auf eine einzige Anhebung um 25 Basispunkte beschränken dürfte. Die Fed war in dieser Woche vorsichtiger: Sie hat die Zinsen zwar angehoben, aber gleichzeitig eine Pause der Zinserhöhungen in Aussicht gestellt.
An der Makrofront schätzt unser Ökonomenteam die Wahrscheinlichkeit, dass Europa noch in diesem Jahr eine Rezession erlebt, auf 50 Prozent. Sollte das der Fall sein, wird es eindeutig Auswirkungen auf die Kreditvergabe im Euroraum geben, die sich möglicherweise auch auf die Schweiz auswirken werden. Was den Schweizer Franken anbelangt, so könnte die Differenz zwischen den möglichen Zinserhöhungen in der Schweiz und in Europa kurzfristig zu einer Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro führen; mittel- bis langfristig könnte die Aussicht auf eine Verlangsamung oder Rezession in der Eurozone jedoch eine Stärkung des Schweizer Frankens begünstigen, da er als sicherer Hafen gilt.»
Quelle: BondWorld
Newsletter





