LGT Navigator : Die Bank of Canada war die nächste Zentralbank, die entgegen den Erwartungen ihren Zinserhöhungszyklus wieder aufnahm, nachdem die australische Notenbank die Märkte nur einen Tag zuvor mit einer Zinserhöhung überrascht hatte.
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Die Aktienmärkte gaben überwiegend nach, da sich Befürchtungen ausbreiteten, dass auch die US-Notenbank nächste Woche mit einem weiteren Zinsschritt überraschen könnte.
Die Bank of Canada erhöhte ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 4.75% und damit auf den höchsten Stand seit 2001. Als Grund für die Anhebung nannte die Zentralbank die anhaltende Inflation. Die Anleger waren weitgehend davon ausgegangen, dass die Notenbank die Zinsen nach ihrer Pause im Januar unverändert belassen würde. Der Schritt der Bank of Canada erfolgte nur einen Tag, nachdem Australiens Zentralbank die Zinsen ebenfalls angehoben hatte, obwohl die Märkte keine Änderung erwartet hatten. Der kanadische Aktienleitindex, der S&P/TSX Composite, beendete den Tag nach der Ankündigung mit einem Minus von 0.36%.
Schwache Wirtschaftsdaten aus den USA setzten die Aktienmärkte ebenfalls unter Druck. Die am Mittwoch veröffentlichten Daten zeigten, dass das Handelsbilanzdefizit im April aufgrund geringerer Exporte und höherer Importe gestiegen war. Das Handelsdefizit belief sich auf 74.6 Milliarden US-Dollar, gegenüber 60.6 Milliarden im März. Der Anstieg der Importe deutet auf eine starke Nachfrage seitens der US-Verbraucher hin, was auch durch andere Daten bestätigt wird, die trotz höherer Zinssätze und Anzeichen eines schwächeren Wirtschaftswachstums in den letzten Monaten starke Verbraucherausgaben belegen.
In New York standen die Aktien am Mittwoch überwiegend unter Druck, wobei die zinssensiblen Technologiewerte die Verluste anführten. Der technologielastige Nasdaq-100 fiel um 1.75% auf 14’303.29 Punkte. Der Dow Jones Industrial, der in diesem Jahr hinter anderen US-Indizes zurückgeblieben ist, konnte um 0.27% zulegen und beendete die Sitzung bei 33’665.02 Punkten. Der S&P 500 verlor 0.38% und schloss bei 4’267.52 Punkten.
Die negative Stimmung an den US-Märkten griff am Donnerstag auf die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum über. In Japan fiel der Nikkei 225 am Donnerstag um 1.4%, obwohl die revidierten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal in Höhe von 2.7% auf Jahresbasis die Markterwartungen weitgehend übertrafen und damit ein neues Mehrjahreshoch erreichten. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 0.29%, und auch die Märkte auf dem chinesischen Festland notierten im Minus. Der Shanghai Composite lag geringfügig niedriger, und der Shenzhen Component gab um 0.27% nach. Der südkoreanische Kospi verlor 0.7%.
Am Mittwoch folgte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) dem Schritt der Weltbank vom Vortag und hob ihren globalen Wirtschaftsausblick für 2023 leicht an. Sie rechnet nun mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 2.7%, nachdem sie zuletzt im März ein Wachstum von 2.6% prognostiziert hatte. Sinkende Energiepreise und die Wiedereröffnung Chinas stützen die Wachstumsaussichten, aber die hartnäckige Inflation und die hohen Zinssätze bremsen die wirtschaftliche Expansion.
In der Schweiz ist die Arbeitslosigkeit im Mai gesunken: Die Arbeitslosenquote lag bei 1.9%, gegenüber 2.0% im April, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten hervorgeht. Die Arbeitslosigkeit in den Schlüsselgruppen der 15- bis 24-Jährigen und der 50- bis 64-Jährigen ging im Laufe des Monats ebenfalls zurück. Der Benchmark Swiss Market Index verlor am Mittwoch dennoch 1.05%.
Unternehmensnachrichten im Fokus: Es werden heute keine bedeutsamen Unternehmensnachrichten erwartet.
Konjunkturdaten im Fokus: Bruttoinlandsprodukt Eurozone (11:00 Uhr MEZ), wöchentliche Erstanträge Arbeitslosenhilfe USA (14:30).
Quelle: BondWorld.ch
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