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02-03-2015 Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick

Griechisches Hilfsprogramm vorerst verlängert….


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Fed-Zinserhöhung im Juni bleibt in Reichweite

Die neue griechische Regierung hat sich schliesslich zu einem Kompromiss mit weitreichenden Zugeständnissen mit der Eurogruppe durchgerungen. Das Ende Februar auslaufende Hilfsprogramm wird vorerst bis zur Jahresmitte verlängert. Grundsätzlich bleiben die vereinbarten Reformauflagen in Kraft, wobei Griechenland etwas mehr Spielraum bei der Gestaltung erhält. Mit der Zustimmung einiger Parlamente der Gläubigerstaaten kann die Vereinbarung in Kraft treten. Das Thema “Schuldenkrise Griechenland” ist damit jedoch nicht vom Tisch. Die griechische Regierung muss bereits in den kommenden Wochen unter Beweis stellen, dass sie die anvisierten Reformen umsetzen kann und dabei die finanziellen Vorgaben einhält. Gleichzeitig muss sie das Vertrauen der Sparer und Unternehmen gewinnen, um die zuletzt beschleunigte Kapitalflucht und die Investitionszurückhaltung umzukehren. Eine erfolgreiche Überprüfung der Massnahmenumsetzung durch die Geldgeber im Frühjahr ist Voraussetzung für die Auszahlung zusätzlicher Kreditmittel und ein mögliches drittes Hilfsprogramm. Weitere Spannungen nach einer kurzen Verschnaufpause sind damit vorprogrammiert.

Mit der Verlängerung des Hilfsprogramms hat sich auf jeden Fall die Lage für den griechischen Finanzsektor kurzfristig entschärft. Die EZB sollte die Bereitstellung von Notfallliquidität über die griechische Zentralbank an die Geschäftsbanken damit bis auf weiteres nicht stoppen. EZB-Präsident Mario Draghi bezeichnete nach dem Kompromiss die griechischen Vorschläge als einen belastbaren Startpunkt für einen “erfolgreichen” Abschluss des Hilfsprogramms. Von der geldpolitischen Sitzung der EZB kommenden Donnerstag ist hingegen kaum Neues zu erwarten. Die Erweiterung des Anleihenkaufprogramms auf monatlich 60 Mrd. EUR wurde bereits im Januar beschlossen. Anfang März beginnt der Kauf von Staatsanleihen. Währenddessen haben die jüngsten Konjunkturdaten den Aufwärtstrend im Euroraum bestätigt. Das deutsche Ifo-Geschäftsklima hat sich nach starken Anstiegen in den Vormonaten im Februar weiter moderat verbessert. Er Erfreulicherweise zeigten auch die Erwartungen der Unternehmen bei der französischen INSEE-Umfrage nach oben. Dies relativiert das enttäuschende Ergebnis des französischen Einkaufmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe letzte Woche. Weiterhin hat auch das italienische ISTAT-Geschäftsvertrauen im Februar deutlich stärker als erwartet zugelegt. In der Schweiz zieht hingegen der Wechselkursschock die Unternehmensstimmung nach unten. Dies sollte sich in einem erneuten Rückgang des Einkaufsmanagerindex Anfang nächster Woche widerspiegeln. Im Schlussquartal 2014 sollte das Schweizer BIP aber nach dem starken Vorquartal nochmals solide zugelegt haben .

In den USA laufen im Gegensatz zum Euroraum die Vorbereitungen weiter in Richtung Zinsnormalisierung. Der mögliche Startzeitpunkt bleibt nach wie vor ungewiss. Die Stellungnahme der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen diese Woche vor dem Kongress schliesst jedoch eine erste Zinserhöhung bereits bei der nächsten Sitzung im März quasi aus. Denn vor einem Zinsschritt wird die Fed laut Yellen ihre Rhetorik noch weiter anpassen. Danach ist aber eine kurzfristige Entscheidung von Sitzung zu Sitzung möglich. Zuletzt haben die Konjunkturdaten in den USA mehrheitlich die hohen Erwartungen nicht erfüllen können. Zudem ist die Inflationsrate aufgrund des Ölpreiszerfalls im Januar leicht in den negativen Bereich gefallen. Die Kerninflation hat sich jedoch bei 1.6% stabilisiert. Und insgesamt zeigte sich Janet Yellen bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage auch relativ optimistisch. Sie attestierte spürbare Fortschritte am Arbeitsmarkt. Die Erholung der Beschäftigung sollte sich selbst beim erwarteten langsameren Wachstumstempo fortsetzen. Die langfristigen US-Zinsen haben nach der Aufwärtsbewegung seit Anfang Februar diese Woche teilweise korrigiert. Die Rendite für 10- jährige Treasuries notiert wieder um die 2.0%-Marke. Mit ordentlichen Wirtschaftszahlen in den kommenden Wochen, wie zum Beispiel einem weiteren soliden Arbeitsmarktbericht Ende nächster Woche, bleibt eine Zinserhöhung im Juni aber in Reichweite. Und auch bei einem etwas verzögerten Beginn sollte sich der Aufwärtstrend bei den US-Renditen in den kommenden Monaten fortsetzen.

Source: BONDWorld.ch


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