US-Arbeitslosenquote auf niedrigem Niveau
Aber starker USD bremst Zinsdiskussion….
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
In den USA hat der Arbeitsmarktbericht für Februar wie bereits in den Monaten zuvor erneut positiv überrascht. Die Arbeitslosenquote ist im Februar auf 5.5% gesunken. Sie hat damit gemäss Schätzungen der US-Notenbank das langfristige Gleichgewichtsniveau praktisch erreicht, was grundsätzlich bereits für höhere Zinsen spricht. Gut möglich, dass die Fed daher nächste Woche an der Lagebeurteilung die Rhetorik anpasst, um sich so die Möglichkeit offen zu halten, die Zinswende im Juni vornehmen zu können. Gleichzeitig dürfte sie aber auch die starke Dollaraufwertung betonen, welche eine Zinserhöhung verzögern könnte. Der absehbare Zinsanstieg verleiht dem Greenback derzeit enormen Auftrieb. Eine Fortsetzung der Dollaraufwertung könnte die Ausfuhren spürbar bremsen und so auch das BIP-Wachstum beeinträchtigen. Eine markante Wachstumsdelle entspricht aber nicht unserem Basisszenario. Die Binnennachfrage ist nach wie vor robust.
Die Detailhandelszahlen haben zuletzt zwar wieder enttäuscht. Die steigenden Ersparnisse sollten in den kommenden Monaten jedoch ein stärkeres Konsumwachstum ermöglichen. Insgesamt rechnen wir damit, dass die US-Notenbank, nach der ersten Zinserhöhung in den Sommermonaten, die Geldpolitik vorerst nur langsam und graduell straffen wird. Ein Zinsschritt bei jeder im Abstand von sechs Wochen abgehaltenen Notenbanksitzung, wie dies in vergangenen Zinserhöhungszyklen häufig der Fall war, halten wir momentan für wenig wahrscheinlich.
Denn mit schnellen Zinsschritten droht eine weitere Dollaraufwertung. Zudem zeichnet sich noch keine hohe Inflation ab. Und der wenig dynamische Immobiliensektor bleibt anfällig für Rückschläge, insbesondere bei schnell steigenden Zinsen. Nächste Woche dürften die neuen Prognosen der US-Notenbank und die Pressekonferenz mit Janet Yellen weitere Hinweise liefern, welche Form der kommende Zinserhöhungszyklus annehmen könnte.
Die Fed dürfte ausserdem die Entwicklungen in Europa und Asien kommentieren. Der US-Dollar ist nicht nur wegen den Zinsdiskussionen im Inland unter Aufwertungsdruck geraten. Auch die begonnenen Anleihenkäufe der EZB haben den EUR/USD spürbar geschwächt. Innerhalb von wenigen Tagen haben sich die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen in der Eurozone um etwa 20 Basispunkte verringert. Sie sind damit auf neue Rekordtiefs gefallen, was den EUR noch weniger attraktiv macht. Darüber hinaus hat sich die Unsicherheit rund um Griechenland wieder erhöht. Die Steuererträge sind zuletzt unter den Erwartungen ausgefallen, womit sich die Finanznot noch vergrössert hat. Im März und in den kommenden Monaten werden aber milliardenschwere Kreditrückzahlungen fällig. Dies setzt die Regierung unter Druck, mit den Geldgebern ein neues Hilfsprogramm abzuschliessen. Die Reformversprechen von Finanzminister Varoufakis bleiben jedoch vage, was die Verhandlungsposition Griechenlands schwächt, genauso wie die Verschärfung seiner Rhetorik gegenüber den Verhandlungspartnern.
Auch gegenüber den asiatischen Währungen tendiert der US-Dollar derzeit zur Stärke. Die meisten Notenbanken im asiatischen Raum haben die Geldpolitik zuletzt nochmals gelockert. Und es zeichnen sich weitere expansiv orientierte Massnahmen ab. Die Wachstumsabschwächung in China läuft momentan etwas schneller als erwartet. Die Konjunkturdaten blieben in den letzten Monaten grösstenteils hinter den vorsichtigen Erwartungen zurück.
Nächste Woche dürften die Immobilienpreise wieder einen Rückgang zeigen. Nur in den fünf grössten Metropolen gibt es Anzeichen für eine zaghafte Stabilisierung. Insgesamt sind somit weitere geldpolitische Massnahmen wahrscheinlich. In Japan könnte nächste Woche oder an einer der kommenden Notenbanksitzungen das Anleihenund Aktienkaufprogramm erweitert werden. Die Dynamik der Kerninflation hat sich in den letzten Monaten klar abgeschwächt, wodurch das Notenbankziel von 2% Inflation immer mehr in weite Ferne rückt.
Die Schweiz bewegt sich ebenfalls in einem unsicheren makroökonomischen Umfeld. Für die anstehende Lagebeurteilung der SNB erwarten wir aber keine neuen Massnahmen .
Source: BONDWorld.ch
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