Konjunkturerholung in der Eurozone setzt sich fort….
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Die Abkühlung der US-Konjunktur hat sich im März erst-mals auch in den Arbeitsmarktzahlen gezeigt. Die Anzahl der neu geschaffenen Stellen lag weit unter den Erwar-tungen. Zudem wurden die Werte für die beiden Vormo-nate klar nach unten revidiert. Ein wichtiger Grund für den Dämpfer dürfte der starke US-Dollar gewesen sein. Die Unternehmensstimmung im Verarbeitenden Gewerbe hat sich in den letzten Monaten parallel mit der Dollaraufwer-tung stark eingetrübt. Dies spiegelt sich auch in der Be-schäftigungsstatistik wider: Im Industriesektor wurden im März nach zuvor robusten Beschäftigungsgewinnen unter dem Strich wieder Stellen gestrichen. Die negativen Aus-wirkungen der starken Währung dürften auch auf die US-Daten von nächster Woche einen grossen Einfluss haben: Die Industrieproduktion kommt erneut nicht vom Fleck. Und für die gerade begonnene Berichtssaison Q1 zeich-nen sich schwächere Unternehmensergebnisse ab. Aller-dings hat sich die Beschäftigungsdynamik auch im weni-ger wechselkurssensitiven Dienstleistungsbereich spürbar abgeschwächt. Angesichts der ausserordentlich guten Entwicklung der letzten Quartale kommt die Verlangsa-mung aber nicht gänzlich unerwartet. Zudem gibt es An-zeichen für eine bevorstehende Erholung: Der Einkaufs-managerindex für den Dienstleistungssektor hält sich auf hohem Niveau, wobei die vorwärts gerichteten Subkom-ponenten Auftragseingänge und Beschäftigung zuletzt angestiegen sind. Ein positives Signal sollte nächste Wo-che auch von den Detailhandelsumsätzen kommen. Die Kaufkraft der Konsumenten hat sich mit der stärkeren Lohndynamik und den niedrigen Ölpreisen zuletzt klar verbessert, was den Konsum in den kommenden Monaten unterstützen sollte. Daneben steht auch die US-Kerninflation zur Veröffentlichung an. Die solide Preisent-wicklung im Dienstleistungssektor dürfte einen Rückgang des Inflationsdrucks verhindern, was von Janet Yellen als eine der Bedingungen für eine Zinserhöhung genannt wurde. Das Sitzungsprotokoll der letzten Fed- Lagebeurteilung hat jedoch nochmals bestätigt, dass die US-Notenbanker die Zinswende vorsichtig angehen wer-den Eine Zinserhöhung erst im September ist daher wahr-scheinlicher geworden.
Die Aussicht auf eine spätere Zinserhöhung in den USA hat zu einer leichten Erholung des Euro gegenüber dem US-Dollar geführt. Dies obwohl die Risiken rund um die Entwicklung in Griechenland weiter hoch sind. Die prekäre Finanzlange macht es für die griechische Regierung zu-nehmend schwieriger, ihre laufenden Verpflichtungen zu erfüllen. Und in den kommenden Monaten werden weite-re hohe Rückzahlungen an die Gläubiger fällig. Die Ge-meinschaftswährung wird jedoch durch die Fortsetzung der Konjunkturerholung in der Eurozone unterstützt. Ins-gesamt deuten die bisher verfügbaren Daten im Euro-raum, anders als in den USA, auf ein robustes BIP-Wachstum im Q1 hin. Die Impulse kommen dabei insbe-sondere vom Privatkonsum, der durch die niedrigen Ener-giepreise und das kräftig gestiegene Konsumentenver-trauen angetrieben wird. Die Europäische Zentralbank setzt unterdessen ihre milliardenschweren Käufe von An-leihen fort. Nächste Woche dürfte die von der EZB durch-geführte Kreditumfrage bei Bankinstituten für das erste Quartal zwar eine erneute Zunahme der Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte anzeigen. So kurz nach Be-ginn der Anleihenkäufe erwarten wir an der anstehenden EZB-Ratssitzung jedoch keine wesentliche Änderung der Lagebeurteilung.
Die erste offizielle BIP-Wachstumszahl für das abgelaufene Quartal kommt nächste Woche wie üblich von China. Die Aussicht auf weitere geldpolitische Stimuli hat den chine-sischen Aktienindizes in den letzten Wochen zu einer fulminanten Performance verholfen. Die Konjunktur kühlt sich jedoch unverändert weiter ab. Dabei entwickelt sich nicht nur die Industrie weniger dynamisch. Auch das Wachstum der Detailhandelsumsätze hat zuletzt stärker abgenommen als erwartet. Daten wie ausstehende Bank-kredite, Stromproduktion und transportiertes Gütervolu-men deuten auf eine schwächere Wirtschaftsentwicklung hin, als von der offiziellen BIP-Zahl signalisiert wird. Die Geld- und Fiskalpolitik dürfte daher bald nochmals gelo-ckert werden.
Source: BONDWorld.ch
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