Rückläufiges Schweizer-BIP in Q1 signalisiert…
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Griechenland konnte die jüngsten internationalen Zahlungsverpflichtungen unter grössten Mühen erfüllen. Es wird jedoch immer schwieriger die letzten Geldreserven zur Zahlung von Gehältern und für die nächsten Kreditrückzahlungen im Mai zu mobilisieren. Um die dringend benötigten restlichen vorgesehenen Hilfsgelder in Höhe von über 7 Mrd. EUR ausgezahlt zu bekommen, fehlt aber nach wie vor eine Einigung mit den Geldgebern. Die Verhandlungen ziehen sich nun bereits seit Ende Februar ohne wesentliche Fortschritte hin. Auch für das bevorstehende Finanzministertreffen zum Wochenende äusserten wichtige Vertreter wenig Hoffnung auf konkrete Fortschritte. Daraufhin zeigten die Risikoprämien für griechische Staatsanleihen in der ersten Wochenhälfte weiter nach oben. Die Rendite für 3-jährige Anleihen kletterte auf knapp unter 30%. Die zunehmenden Sorgen über eine griechische Zahlungsunfähigkeit haben zuletzt schliesslich auch zu einem begrenzten Anstieg der Renditen in den anderen Peripherieländern der Eurozone geführt, angeführt von Portugal. Die gestiegene Risikoaversion hat auf der anderen Seite die Nachfrage nach Sichere-Hafen-Anlagen erneut angefacht. Die Renditen deutscher und eidgenössischer Bundesanleihen gaben nochmals nach. Darüber hinaus bleibt EUR/CHF unter Druck. Der Kurs sank zeitweise wieder Richtung 1.02. In der zweiten Wochenhälfte hat sich die Lage allerdings – zumindest vorübergehend – wieder entspannt, nachdem EUVertreter sich zuversichtlich äusserten, dass Griechenland seine Zahlungsverpflichtungen zumindest im Mai noch erfüllen könne. Zudem hat die EZB die Notfallliquiditätsversorgung für den griechischen Bankensektor diese Woche nochmals ohne zusätzliche Auflagen ausgedehnt.
Währenddessen kauft die EZB weiter wie geplant Staatsanleihen der anderen Mitgliedsländer auf. Dies hat und sollte auch künftig helfen, die Auswirkungen der Griechenland- Krise auf die Anleihen der anderen Schuldenkrisenländer zu dämpfen. Trotz der jüngsten Abkoppelung von den deutschen Renditen bleibt das Niveau anhaltend tief. 10-Jährige portugiesische Renditen liegen aktuell mit rund 2% in etwa auf dem Niveau der US-Treasuries und weit unter den Höchstständen von bis zu 16% vor drei Jahren. Die veränderte Situation im Vergleich zur Zuspitzung der Schuldenkrise 2012 zeigt sich weiterhin auch in den positiven Konjunkturdaten für die Eurozone exclusive Griechenland. Das Verbrauchervertrauen und die Einkaufsmanagerindizes konnten im April ihren Aufwärtstrend zwar nicht mehr fortsetzen, die Niveaus spiegeln aber weiterhin das erwartete Erholungstempo wider. Spanien veröffentlicht kommende Woche als erstes Mitgliedsland BIP-Zahlen für das erste Quartal. Der solide Aufschwung der letzten Quartale sollte sich ungebremst fortsetzen.
Mit der Konsolidierung der Unternehmensstimmung im Euroraum sowie dem wiedererstarkten Franken sehen wir auch für die Veröffentlichung des KOF-Konjunkturbarometers nächste Woche nach der Stabilisierung im Vormonat keine starke Verbesserung im April. Die Aussenhandelszahlen für März zeigten keinen weiteren Einbruch der Schweizer Exporte. Insgesamt legen die Daten jedoch wie erwartet einen spürbar negativen Wachstumsbeitrag für das erste Quartal nahe. Zusammen mit den schwachen Detailhandelsergebnissen wird aktuell auch insgesamt ein BIP-Minus zu Jahresbeginn signalisiert.
Die anstehende erste US-BIP-Schätzung für Q1 sollte ebenfalls deutlich gedämpfter ausfallen . Die zuletzt mehrheitlich enttäuschenden Konjunkturdaten sollten in der Lagebeurteilung der Fed bei ihrer Sitzung am nächsten Mittwoch erneut Berücksichtigung finden. Die Notenbanker dürften die Zahlen für den Frühling abwarten wollen, um besser beurteilen zu können wie stark vorübergehende Effekte die Abkühlung zu Jahresbeginn beeinflusst haben. Auf der anderen Seite zeigten die Inflationszahlen sowie auch –erwartungen zuletzt nach oben. Insgesamt erwarten wir, dass die Fed wie angekündigt im April keine Änderung ihrer Geldpolitik vornimmt. Sie sollte sich aber die Option offen halten danach bei jeder Sitzung je nach Datenlage mit der Zinsnormalisierung zu beginnen
Quelle: BONDWorld.ch
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