Ausverkauf am Obligationenmarkt…
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Die Preise in der Schweiz waren in den vergangen Mona-ten stark unter Druck. Zwar ist der Ölpreis seit den Tiefst-ständen im Januar um knapp 50% angestiegen, aber das Öl ist noch immer deutlich günstiger als im Vorjahr. Die Frankenaufwertung vom Januar verstärkte überdies den Trend zu sinkenden Preisen. Seit dem Sommer 2014 sind die Konsumentenpreise für importierte Güter um rund 5% gefallen, während die Güter aus dem Inland einen leichten Anstieg verzeichneten. Die in der kommenden Woche zur Publikation anstehenden Produzenten- und Importpreise dürften dieses Bild bestätigen, wobei der steigende Öl-preis für eine Bodenbildung sorgen dürfte.
Der starke Franken bringt für die Schweizer Konsumenten Kaufkraftgewinne, verursacht aber andererseits für Bran-chen, wie dem Tourismus, harten Gegenwind. Noch im Februar waren die Übernachtungszahlen überraschend stark (+6% gegenüber Vorjahr), beeinflusst von gegen-über dem Vorjahr teilweise vorgezogenen Sportferien in der Schweiz. Der März relativiert aber mit einem Rück-gang um 7.4% das gute Ergebnis vom Vormonat. Vor allem der Rückgang von Gästen aus Deutschland fällt stark ins Gewicht. Somit resultiert für Q1 2015 insgesamt ein Logiernächterückgang von 1% gegenüber Q1 2014. Die negative Tendenz dürfte bei anhaltender Frankenstär-ke auch über die Sommermonate anhalten. Auch die in-ländischen Gäste werden trotz gestiegener Kaufkraft nicht für einen Boom sorgen. Die jüngste Umfrage zur Konsu-mentenstimmung zeigt ein zurückhaltendes Ergebnis. Der Index liegt wie im Schlussquartal 2014 bei -6 Punkten. Indikatoren, wie beispielsweise die Detailhandelsumsätze, hatten einen noch tieferen Wert erwarten lassen.
Der private Konsum wird dagegen für die Eurozone zu einem zunehmenden Wachstumsfaktor. Für den Wirt-schaftsverlauf im Q1 2015 erwarten wir mit einem soliden Quartalswachstum eine weitere Festigung der Erholung.
Die US-Wirtschaft befindet sich in einer Wachstumsdelle, dürfte aber in den kommenden Quartalen wieder zulegen. Die Vorlaufindikatoren legen diesen Ausblick nahe: Die Unternehmensstimmung im Dienstleistungssektor war im April unverändert gut. Und im Verarbeitenden Gewerbe wird die Auftragslage wieder optimistischer eingeschätzt. Nächste Woche erwarten wir bei der Industrieproduktion daher keinen Rückgang wie noch im Vormonat. In vielen Sektoren, z.B. in der Autoindustrie, ist die Dynamik trotz starkem US-Dollar solid. Eine deutliche Erholung ist jedoch nicht angezeigt. Der Rückgang der Industrieproduktion im Q1 ist vor allem auf die Korrektur in der Öl-Industrie zu-rückzuführen. Und diese sorgt weiter für Gegenwind. Bei den Detailhandelszahlen für die USA rechnen wir hinge-gen mit einem klar positiven Wert. Nach der überraschend schlechten Entwicklung im Winter dürfte sich die bessere Einkommenssituation der Konsumenten jetzt Schritt für Schritt auch im Detailhandelsumsatz widerspiegeln.
Entgegen der aktuellen Entwicklung der Schweizer Kon-sumentenpreise zeigen die Inflationserwartungen für die Eurozone und die USA steigende Tendenz. Die Markter-wartung für die Inflation in den nächsten 10 Jahren ist in der Eurozone seit Januar von unter 1% auf 1.5% ange-stiegen. In den USA haben sich die Erwartungen für die-sen Zeitraum um rund 30 Basispunkte auf über 2% er-höht. Die kräftigen Avancen im Ölpreis führten zu einer Neueinschätzung der Inflationserwartungen. Allerdings können diese den Anstieg der Obligationenrenditen der vergangenen Tage nur teilweise erklären. Der Ausverkauf bei den Anleihen war die Folge einer fälligen Korrektur, nachdem die Renditen Extremwerte erreicht hatten. 10- jährige Eidgenossen rentierten nach dem Kursrutsch zeit-weise über 0.25%. Der mittelfristige Zinstrend dürfte wei-terhin aufwärts zeigen, nach dieser heftigen Bewegung erwarten wir aber kurzfristig einen Marschhalt.
Dagegen haben sich die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen wieder leicht eingeengt, obwohl der Präsi-dent der Euro Arbeitsgruppe, Thomas Wieser, für das Eurogruppen Treffen vom kommenden Montag keine Hoffnung auf eine Einigung mit Griechenland aufkommen liess. Diskussionen um eine mögliche Verschärfung der Kriterien für die Notfall-Liquidität für griechische Banken könnten aber die Bestrebungen Griechenlands für eine Einigung beschleunigen.
Quelle: BONDWorld.ch
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